Fahri Yardim und Pheline Roggan: "Wir haben uns schon nackt gesehen"

Fahri Yardim & Pheline Roggan über Männer und Frauen als Kumpelfreunde, ihre gemeinsame WG-Zeit – und das Leben als ­junge Eltern

Fahri Yardim und Pheline Roggan

Wenn man Pheline Roggan, 36, und Fahri Yardim, 37, so vertraut Seite an Seite sieht, könnte man glatt denken, sie sind ein Paar. Beim GALA-Interview schauen sich die ­beiden Schauspieler, die in Hamburg zu Hause sind, ­immer wieder in die ­Augen. Oft beziehen sie sich auf das, was der an­dere gerade gesagt hat. Zuneigung und ­Respekt schwingen mit. Es wird viel gelacht.

In der zweiten Staffel der Comedyserie "Jerks" spielen sie jetzt ein Lie­bes­paar, das im Alltag weder Tabus noch Schmerzgrenzen kennt. Ganz im Sinne von Schauspielkollege und Drehbuchautor Christian Ulmen, 42, der die Idee zu der Serie hatte.

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©RTL / Gala

Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Begegnung?

Fahri Yardim: Wir haben uns beim Dreh zu "Kebab Connection" kennengelernt, für uns beide der erste Kinofilm. Ich spielte einen vegetarischen Griechen und Pheline einen Punk …

Pheline Roggan: … ja, das war 2004 und so was wie ­Liebe auf den ­ersten Blick. Da ist sofort eine ­echte Freundschaft entstanden, und sie hält bis heute.

Was macht für Sie Freundschaft aus?

Yardim: Gemeinsam überstandene Katas­trophen! Das schweißt zusammen, da entsteht tiefes Vertrauen.

Roggan: Genau. Es muss auch mal knallen, aber ohne dass etwas kaputt geht. Freundschaft heißt auch, dass man sich länger mal nicht sieht und trotzdem direkt wieder da anknüpft, wo man  aufgehört hat.

Welche Katastrophen haben Sie denn schon gemeinsam überstanden?

Yardim: Wir haben einige Jahre zusammen in einer WG gelebt. Ich er­innere mich gerne an die winzige ­Küche, in der wir stundenlang saßen und ­gequatscht haben. Und daran, wie ­neidisch ich auf ihren gesunden Lebens­stil war. Meine Tiefkühl-Pizzen sahen unfassbar kläglich aus im An­gesicht ihrer Vitaminbomben.

Roggan: Ja, die aufwendigen Salate waren nicht gerade deine Sache.

Gab es WG-Rituale?

Yardim: Ich habe mich oft an ihrem Toaster versündigt, indem ich heimlich Käse darauf zerlaufen ließ. Bis der Toaster daran kaputtging.

Viele WGs sind sehr freizügig, haben Sie beide einander schon mal nackt gesehen?

Yardim: Ja, haben wir.

Roggan: Stimmt nicht! Yardim Also, ich habe dich schon nackt gesehen.

Roggan: Okay, ich dich aber nicht. Zumindest hat es keinen ­bleibenden Eindruck hinterlassen. Vielleicht mal im Vorbeihuschen, wenn man gerade aus dem Bad kam. (beide lachen)

Bei "Jerks" spielen Sie ein Paar. Lief auch privat mal mehr zwischen Ihnen?

Yardim: Nein. (schaut zu Pheline) Du warst für mich einfach nicht in Reich­weite. Du hast gemodelt und ­hattest diesen stil­sicheren Freundeskreis. ­Dagegen war ich ein Frosch. Ich hätte nicht mal zu träumen gewagt, dich flachzulegen.

Roggan: Wir hatten von Anfang an eine echte Kumpelfreundschaft.

Yardim: Es gibt ja Konstellationen, bei denen man das Sexuelle erst ab­haken muss, um der Freundschaft den Weg zu ebnen. Bei Pheline und mir war das nicht nötig.

In "Jerks" müssen Sie sich laut Skript auch mal küssen.

Yardim: Da treffen Sie einen wunden Punkt. Zungenküsse unter Freunden sind nicht schön. (lacht)

Wenn Sie es in einem Satz ­sagen sollten: Was schätzen Sie ­aneinander?

Yardim: Pheline durchweht eine unfassbare Authentizität, sie verstellt sich nicht, nie, sie ist grundehrlich.

Roggan: Und du bist ein extrem reflek­tierter und emotionaler und sensibler Mensch.

Haben Sie etwas voneinander gelernt?

Yardim: Die Schauspielerei ist ja ein masochistischer Beruf. Wir haben die Schmerzen geteilt und wurden damit zu Leidensgeschwistern. Als wir uns kennengelernt haben, half die Schulter des anderen sehr. Für uns Frischlinge war das besonders gut.

Roggan: Wir haben uns immer unterstützt und aufgefangen, wenn es mal nicht so lief, wie man sich das wünscht.

Sie sind inzwischen beide ­Eltern geworden. Was hat sich dadurch verändert?

Yardim: Es ist eine wundervolle ­Reise, die man antritt. Die Suche nach dem Zenit des Glücks ist vorbei. Jetzt weiß ich, wie die Sterne schmecken. So anstrengend es auch ist: Es ist das schönste  aller erträumten Leben.

Roggan: Kinder zu haben ist der größte Schritt zum Erwachsenwerden.

"Jerks" kennt keine Tabus. Gab es bei den Dreharbeiten Momente, in denen Sie sich überwinden mussten?

Yardim: Ständig! Aber die Scham ist bei uns kein Hinderungsgrund. Wir liefern uns aus, wo andere zusammenzucken. Auch bei sexuellen Themen. Und weil das beim Zusehen wehtut, muss man lachen, um sich zu erlösen. Hinterher fühlt man sich leichter.

Roggan: Das Scheitern, das wir ­zeigen – in Beziehungen, in Freundschaften, vor allem an sich selbst – ist so real und nahbar für die Zuschauer. Ich denke, auch das macht den Erfolg der Serie aus.

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