Tommy Haas im GALA-Interview: "Tennis wird mir sehr fehlen."

Tommy Haas spielt seine letzte Saison. GALA besuchte den Tennisstar bei seinen Eltern in Bayern. Beim Interview zum Abschied war auch Tochter Valentina mit dabei

Tommy Haas

Neben der Tür des Bauernhauses in Hausham am bayrischen Schliersee hängt ein bemaltes Namensschild aus Ton. Darauf zu sehen: eine fünfköpfige Familie auf dem Tennisplatz. "Familie Haas" steht in Schreibschrift darunter. Seit Ende der Achtzigerjahre leben die Eltern von Tommy Haas hier, es ist der Rückzugsort des Tennisstars. Als wir ihn besuchen, erholt er sich gerade an dem idyllischen Ort. Der 39-Jährige, über ein Jahrzehnt unsere Nummer eins im Tennis, spielt in diesem Jahr seine Abschieds-Saison. Ab 23. Juli steht er das letzte Mal in seiner Geburtsstadt Hamburg bei den German Open am Rothenbaum auf dem Platz.


Während seine Verlobte, Schauspielerin Sara Foster, 35, mit Tochter Josephine, 1, zu Hause in Los Angeles geblieben ist, begleitet die sechsjährige Valentina ihren Papa. Mitten im Interview tapst sie aus dem Haus und setzt sich neben ihn. "Is this going to be on TV?", fragt sie ("Kommt das im Fernsehen?"). Als Haas ihr erklärt, dass wir für ein Magazin schreiben, hört sie interessiert zu.

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Herr Haas, Sie feiern gerade einen Abschied in Etappen. Blutet Ihnen das Herz?

Ich will das gar nicht Abschied nennen. Für mich ist es ein Highlight. Ich bin stolz darauf, dass ich es geschafft habe, nach 15 Operationen noch einmal fit zu werden. Ich bin wegen meiner Verletzungen schon oft in ein Loch gefallen. Es ist ein Bonus, wenn ich jetzt ohne eine Verletzung aufhöre – das perfekte Ende für meine Karriere. Aber natürlich fällt es jedem Profi-Athleten schwer, Tschüs zu sagen.

Was werden Sie vermissen?

Ich bin immer noch so ehrgeizig wie vor zehn Jahren. Sonst bräuchte ich mich nicht so zu quälen, um meinen Körper in Form zu bringen. Ich brauche diesen Wettkampf. Es ist immer ein berauschendes Gefühl, da rauszugehen. Natürlich erlebt man auch mit der Familie wunderschöne Momente. Aber allein die Frage: Gewinne ich heute oder verliere ich; ein enges Match für sich zu entscheiden; den letzten Punkt zu machen – dieses Kribbeln fühlt sich an wie eine Droge. Tennis wird mir sehr fehlen.

Als Jugendlicher sind Sie nach Amerika auf die Tennisakademie gegangen. Ist Ihnen der Umzug damals schwergefallen?

Es war eine ganz neue Welt, ich musste eine fremde Sprache lernen, neue Menschen kennenlernen und erst mal Vertrauen fassen. Aber ich habe dicke Freundschaften geschlossen. Natürlich war es Drill, aber ich habe immer geliebt, was ich mache. Ich hatte mit 13 Jahren quasi schon einen Beruf und habe sechsmal die Woche zielstrebig auf etwas hingearbeitet. Das machen normale Jugendliche ja nicht.

Geht man in diesem Alter nicht lieber auf Partys?

Rückblickend kann ich nicht sagen, dass ich etwas verpasst habe. Ich bin kein Party-Typ – was ist an Party bitte so toll? Ich mag auch keinen Alkohol. Das erste Mal habe ich mit 24 probiert, etwas zu trinken.

Gibt es dazu eine Geschichte?

Ich habe damals in New York gegen Lleyton Hewitt verloren. Es war ein Katastrophenmatch. Ich war so genervt, dass ich zu meinem besten Freund gesagt habe: "Du bist heute Abend in Charge." Er ist in der New Yorker Society aufgewachsen und kam in jeden Club rein. Ich war schon betrunken, bevor es überhaupt richtig losging. Am nächsten Tag bin ich nach Florida geflogen – das war ein Höllentrip. Ich brauchte zwei, drei Tage, bis ich mich wieder normal gefühlt habe. (Valentina setzt sich zu uns)

Vaterstolz: Haas beim GALA-Interview mit Valentina.

Beim Turnier in Halle hat Valentina geweint, als Sie verloren haben.

Tommy Haas (an seine Tochter gewandt): Du hast geweint, weil du gewusst hast, dass es das letzte Mal in Halle für den Papa war, oder? (Valentina nickt)

Valentina, kannst du Deutsch?

Valentina: Ja. (grinst)

Tommy Haas: Es ist mir wichtig, dass sie zweisprachig aufwächst. Ich habe mit Valentina auch schon Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg angehört. Sie versteht viel und macht das mittlerweile sehr gut. Meine Frau kann kein Deutsch, aber ich spreche eigentlich nur Deutsch mit ihr.

Valentina: Sie spricht sehr ... (überlegt und lacht verschmitzt) ... hässliches Deutsch.

Tommy Haas: Mama spricht dafür sehr gut Englisch. Aber ihr Deutsch hört sich ein bisschen Japanisch an. (Die beiden scherzen miteinander, dann verabschiedet sich Valentina mit einem "Bis später") 

Spielt Valentina auch Tennis?

Ein bisschen. Und auch ganz okay. Ich bin kein Vater, der sagt: Du musst. Valentina macht das aus Spaß. Ich wollte gar nicht, dass es in die Profi-Richtung geht. Es sei denn, sie wäre so begeistert, dass ich sie vom Tennisplatz zerren müsste – so wie es bei mir der Fall war.

Valentina begleitet Sie gerade auf Ihrer Abschiedstour.

Sie wollte schon länger, dass ich aufhöre. Aber ich glaube, wenn sie älter ist und Fotos sieht, kann sie sagen: Ich bin froh, dass ich dabei sein konnte. Sie hat gerade Schulferien, und ich habe zu ihr gesagt: "Komm einfach rüber, jede Woche, die wir hier sind, Deutsch sprechen und Zeit mit meiner Familie verbringen, ist goldwert." Meine Schwestern wohnen auch hier in der Nähe. Meine Mutter holt gerade meine Nichte ab, damit die Mädchen spielen können. In den zukünftigen Sommerferien möchte ich zwei bis drei Monate mit der Familie hier in Bayern verbringen.

Wie wird Ihr Alltag nach der Profikarriere aussehen?

Ich habe ja jetzt schon diese Nebenrolle als Turnierdirektor in Indian Wells, einem der besten Turniere der US-Tour. Nach dieser Saison steige ich dann intensiver ein. Ich bin dort sehr gerne, man hat ein bisschen mehr Ruhe als in Los Angeles. Die Autofahrt dauert nur zwei Stunden, ich kann also viel zu Hause arbeiten. Nach über zwanzig Jahren auf Reisen will ich nicht mehr so lange von meiner Familie getrennt sein. Das tat schon immer ein bisschen weh. Außerdem finde ich es sehr wichtig, die jungen Jahre meiner Kinder mitzuerleben, denn irgendwann wollen sie ihr eigenes Ding machen.

Haben Sie jetzt auch endlich Zeit zum Heiraten?

Das ist ab und zu mal im Gespräch. Jedes Mal, wenn wir es machen wollten, kamen Kinder, deshalb haben wir es immer verschoben. Irgendwann wird es eine große Party geben. Wir sind keine Heiratstypen. Für uns beide und unsere Familie wird sich nichts ändern, wenn wir verheiratet sind.

Fühlt sich Ihre Frau, die ja Amerikanerin ist, hier in Hausham auch wohl?

Ja, schon. Hier ist es nur ein bisschen anders für sie. Meine Frau ist in Los Angeles aufgewachsen. Ich finde es allerdings wichtig, auch mal aus Hollywood herauszukommen. Mein Schwiegervater ist dort in der Musikszene ein ganz Großer, er kennt Gott und die Welt. Es ist nicht unnormal, dass man mit Stars an einem Tisch sitzt. (Anm. d. Red.: David Foster produzierte unter anderem Céline Dion, Mariah Carey, Whitney Houston, Toni Braxton, Madonna und Barbra Streisand.) Aber hier haben wir die Berge, die frische Luft, die Kühe. Ich gehe gerne Ski fahren und wandern. Das kann man natürlich auch in den Staaten, aber dort hast du nicht die deutsche Kultur. Das fehlt mir oft in Los Angeles. Hier sind meine Wurzeln. Und es ist mir wichtig, dass meine Tochter das mitbekommt.

Was haben Sie sich für die Zukunft vorgenommen?

Ich möchte das Leben genießen, ein bisschen mehr Golf spielen, und ich muss versuchen, meinen Körper fit zu halten. Gerade nach so einer Karriere baut man langsam ab. Als Familie möchten wir gerne Europa erkunden. Ich habe vieles noch nicht gesehen. Ich war noch nie auf Capri, an der Amalfiküste, in der Toskana. Es gibt so viele Plätze, die ich noch nicht kenne!

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