Thomas Hengelbrock + Johanna Wokalek: So tickt Deutschlands spannendstes Künstlerpaar

Der Chefdirigent der Elbphilharmonie und die Schauspielerin sind das neue Lieblingspaar der Kulturszene

Thomas Hengelbrock und Johanna Wokalek

Wer bei der spektakulären Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie seitlich vom Orchester oder dahinter saß, hatte beste Sicht auf den eigentlichen Star des Abends: Chefdirigent Thomas Hengelbrock, 58! Mit jedem Taktschwung, mit jedem Lächeln zelebrierte er den Moment, auf den er jahrelang hingearbeitet hatte. Er feierte die großartigen Kompositionen von Beethoven, Mendelssohn, Wagner oder Rihm – und der Funke sprang über: 2000 Gäste waren begeistert.

Hengelbrocks größter Fan saß wenige Meter entfernt im Publikum: seine Frau, die Schauspielerin Johanna Wokalek, 41 ("Barfuß", "Die Päpstin"). Das Paar ist seit fünf Jahren verheiratet, hat einen Sohn und lebt abwechselnd in der Hansestadt und in Wien, wo Wokalek am Burgtheater spielt.

Ulrike von der Groeben

"Wenn was nicht richtig läuft, dann fange ich an zu brüllen"

Ulrike von der Groeben 
Ulrike von der Groeben spricht ganz ehrlich darüber, dass sie auch mal laut werden kann, wenn ihr etwas nicht passt.
©Gala

Direkt nach dem Konzert fielen sie sich in die Arme. "Heute fühle ich mich wie ein Groupie," sprudelte es aus Wokalek heraus. "Ich habe sechs Jahre mit meinem Mann mitgefiebert. Jetzt erleben zu dürfen, dass das Programm, das er zusammengestellt hat, die Menschen so begeistert, und das an diesem besonderen Ort, an dem man meint zu schweben und den Sternen etwas näher zu sein – diesen Moment werde ich mein Leben lang nicht vergessen!"

In der Woche zuvor war sie nicht von der Seite ihres Liebsten gewichen – ob hinter der Bühne oder im Saal. Was ihm die Unterstützung seiner Frau bedeutet und wie er das Jahrhundert-Event erlebte, sagte uns Thomas Hengelbrock wenige Tage nach dem Eröffnungskonzert.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser großartigen Premiere! Ihre Frau Johanna Wokalek hat sich wie ein Groupie gefühlt. Wie wichtig ist es für Sie, sie hinter sich im Publikum zu wissen?

Johanna ist nicht nur meine Frau, sie ist auch meine engste künstlerische Vertraute. Ich bin sehr dankbar, dass sie in diesen Wochen eigene Projekte zurückgestellt hat, um mich zu unterstützen. Sie hat ja eine sehr große Erfahrung mit Film-und Theaterpremieren, und es ist herrlich, nicht nur über Proben und Konzerte zu reden, sondern auch, wenn der ganze Rummel drumherum sich verselbständigt, gemeinsam darüber zu lachen.

Welches Gefühl überwiegt nun bei Ihnen? Erleichterung? Freude?

Natürlich sind wir alle nach dieser mit so großer Spannung erwarteten Eröffnung erleichtert, dass alles so wunderbar gelaufen ist. Aber es war für mich auch beglückend zu erfahren, mit wie viel Freude und Temperament meine Musiker trotz des großen Drucks gespielt haben.

Wie lange haben Sie und Ihre Musiker auf diesen Moment hingearbeitet?

Seit September konnten wir in jedem Monat schon ein paar Tage in der Elbphilharmonie proben, allerdings zumeist für später im Jahr liegende Konzerte. Für das Eröffnungskonzert selbst haben wir erst in der Woche vorher mit den Proben begonnen.

Über welches Kompliment haben Sie sich nach der Premiere am meisten gefreut?

Es war einfach großartig, wie meine Musiker und die Sänger vom Publikum gefeiert wurden. Auf dem Programm stand ja auch spannende zeitgenössische Musik, und viele Zuhörer haben mir gesagt oder geschrieben, dass sie das richtig fanden, auch wenn sie das anfangs etwas sperrig empfunden haben. Das ist ein tolles Kompliment.

Was steht als nächstes an? Nehmen Sie sich eine kleine Auszeit, oder stürzen Sie sich gleich ins nächste Projekt?

Ich arbeite in den nächsten Wochen ohne Pause weiter. Aber das ist für mich wirklich kein Grund zu klagen: Ich habe den schönsten Beruf der Welt!

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