Steven Gätjen: Das sind seine Favoriten auf die Oscars

Kommenden Sonntag heißt es wieder: "And the Oscar goes to..." Doch kann Florian Henckel von Donnersmarck den Oscar nach Deutschland holen?

Steven Gätjen berichtet wieder live von den Oscars

Wenn am 24. Februar die Oscars in Los Angeles vergeben werden, darf auch er nicht fehlen: Steven Gätjen (46). Der Moderator wird ab 23:55 Uhr wieder live für ProSieben vom roten Teppich berichten. Auf welche Stars er sich besonders freut und welche Chancen er dem deutschen Oscar-Beitrag "Werk ohne Autor" von Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck (45) einräumt, erklärt er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Keine Oscar-Nacht ohne Sie bei ProSieben, zählen Sie noch mit? Die wievielte Verleihung ist es mittlerweile für Sie?

Steven Gätjen: Ich freue mich riesig, dass ich wieder dabei bin. Ehrlich gesagt habe ich wirklich noch nie gezählt, aber wenn Sie mich so fragen, sind das meine 17. Academy Awards am roten Teppich, glaube ich.

Wie groß ist die Nervosität am roten Teppich, sind Sie überhaupt noch aufgeregt?

Gätjen: Ja, absolut. Aber es ist ehrlich gesagt einfach eine unfassbare, kindliche Aufregung. Ich fühle mich da pudelwohl, weil es alles zusammenbringt, was ich an meinem Job so liebe: Es ist live, es geht um Film, niemand weiß, wer zu uns kommt, ich muss schnell und spontan sein und man hat keine Zeit, sich lange über seine Fehler zu ärgern - sollte man welche machen. (lacht)

Auf welchen Star freuen Sie sich in diesem Jahr besonders und warum?

Gätjen: So diplomatisch das vielleicht auch klingen mag: auf alle! Die Aufregung bei den Nominierten, der Stolz der Laudatoren, die glänzenden Augen bei den Neulingen, die Lautstärke am Teppich. Aber natürlich gibt es auch ein paar Namen, auf die ich mich besonders freue: Bradley Cooper, Sam Elliott, Glenn Close, Mahershala Ali, und Amy Adams zum Beispiel.

Welcher Film wird Ihrer Meinung nach die meisten Oscars abräumen und warum?

Gätjen: Ich glaube ehrlich gesagt, dass es keinen "Titanic"-, oder "Herr der Ringe"-Film in diesem Jahr geben wird, also Filme die sozusagen einen "Sweep" bei den Statuen machen werden. Es wird sich sehr verteilen. Auch wenn "Roma" und "The Favourite" mit zehn Nominierungen ins Rennen gehen, werden sie nicht in allen Kategorien absahnen. Dafür ist die Konkurrenz einfach zu stark. "A Star Is Born", "Vice", "Bohemian Rhapsody" und auch "Green Book" haben sehr gute Chancen, in den Schauspielkategorien etwas einzusacken.

Und welcher Film ist Ihr persönlicher Favorit?

Gätjen: Ich war skeptisch bei "A Star Is Born", aber der Film hat mich emotional total eingefangen. Genauso wie der von der Kritik angegriffene "Bohemian Rhapsody". "The Favourite" und "Green Book" gehören für mich zu den großen Überraschungen und absoluten Highlights des vergangenen Jahres.

Wie schätzen Sie die Chancen für Florian Henckel von Donnersmarck und seinen Film "Werk ohne Autor" ein?

Gätjen: So sehr ich Florian, Tom und Sebastian schätze und so sehr ich ihnen den Goldjungen gönnen würde, halte ich die Chancen für sehr gering. Die Kategorie ist mit "Roma", "Shoplifters" und "Capernaum" einfach zu stark besetzt. Aber wie großartig, dass er es wieder geschafft hat. Ich freue mich riesig für ihn und sein Team.

Was halten Sie von dem Wirbel um den Oscar-Gastgeber? Warum war es so schwer, einen Moderator für die Verleihung zu finden?

Gätjen: Die Entscheidung der Academy und am Ende auch von Kevin Hart, selbst nicht mehr zu moderieren, war absolut richtig. Jetzt so kurzfristig nach dieser Entscheidung jemanden dafür zu gewinnen, ist fast unmöglich. Wer will da freiwillig einspringen? Der Druck ist enorm. Die Zuschauerzahlen fallen, das Leben des Moderators oder der Moderatorin wird genauestens unter die Lupe genommen, um auch nur den kleinsten Fehler zu entdecken. Das ist ein Spiel mit dem Feuer. Die Entscheidung, diesen Druck auf viele Schultern zu verteilen, ist genau richtig. Jetzt hat die Academy die Möglichkeit, die Verleihung in eine neue Ära zu führen und ich hoffe, sie nutzt die Gelegenheit.

Sie haben in Ihrer Karriere bereits viele Top-Stars getroffen. Wer ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben und warum?

Gätjen: Mir machen Gespräche und Interviews Spaß, in denen ich das Gefühl habe, man unterhält und fordert sich. Das bedeutet nicht, dass ich mich auf eine Stufe mit den Superstars stellen will, sondern es geht mir eher darum, dass man sich mit Respekt begegnet. Ich mache wie gesagt ja auch meinen Job. Will Smith, Tom Cruise, James Cameron, Angelina Jolie, Emily Blunt, Hugh Jackman, Steven Spielberg, Dame Judi Dench, Meryl Streep - das waren alles Begegnungen und Unterhaltungen, die mir immer im Gedächtnis hängen bleiben werden.

Und wen würden Sie unbedingt gerne mal treffen?

Gätjen: Puhhhh, ich hatte das Glück, schon viele zu interviewen und zu treffen. Ich würde mir wünschen, mich mal ausgiebig mit Quentin Tarantino zu unterhalten und mein Filmnerd-Wissen auf die Probe zu stellen. Ich glaube, ich hätte keine Chance, aber einen Versuch wäre es wert.

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