Sonja Kirchberger: "Ich hätte als Mutter besser sein können"

Sonja Kirchberger hat einen Neustart gewagt. Mit GALA sprach sie über den Spagat zwischen Job und Familie, Hochzeitspläne und ihr Leben als Gastronomin

Sonja Kirchberger

Sonja Kirchberger ist Vollblut-Frau, Vollblut-Schauspielerin – und Vollblut-Gastronomin. Alles, was die 52-Jährige anpackt, macht sie mit Leidenschaft und Seele.

Als wir sie im edlen "Regent"- Hotel in Berlin zum Interview mit begleitendem Dinner treffen, wählt sie Hummer – und genießt jeden Bissen. Gerade kommt die zweifache Mutter aus Mallorca, wo sie sehr erfolgreich ein Restaurant betreibt. Ihr 14 Jahre jüngerer Freund Daniel, ebenfalls Gastronom, unterstützt sie. Während des Gesprächs strahlt Kirchberger: Endlich sei sie angekommen bei sich. Aber dafür hat sie auch eine Menge riskiert … 

Neustart mit 52, kann man das so sagen?

Ja, ich habe mein Leben total umgekrempelt. Ich wollte raus aus meiner Komfortzone. Ich habe vor allem auch entschleunigt. Ich bin in einem Alter angekommen, da möchte ich mir so nah wie möglich sein und niemandem mehr gefallen müssen.

Mit Ihrem Restaurant "Petit Ca'n Punta Port" auf Mallorca haben Sie sich einen Traum erfüllt. Liegt Ihr Fokus nicht mehr auf der Schauspielerei?

Richtig, das war eine ganz bewusste Entscheidung, weniger ein Plan B. Ich wollte immer in die Gastronomie, seit ich 20 bin. Und als Gastgeberin hast du ja eigentlich jeden Abend Premiere: jeden Tag eine Inszenierung, die perfekt sein muss.

Was hat sich verändert in der Schauspielerei?

Die Branche ist noch schnelllebiger geworden. Man castet häufig nicht mehr nach der gewünschten Besetzung, sondern danach, wer gerade in der Stadt ist, um Kosten zu sparen, und die Gagen werden immer mehr gedrückt.

Seit vier Jahren leben Sie mit Ihrem 14 Jahre jüngeren Freund Daniel glücklich auf Mallorca. Wie hat er sie erobert?

Über guten Humor und gute Gespräche, darüber führt der Weg dann bestenfalls ins Herz.

Wie funktioniert die Beziehung?

Bei mir funktioniert eine Beziehung nur, wenn der Mann, den ich begehre, auch mein bester Freund ist, und das ist er. Wenn wir zusammen sind, genießen wir unsere Zeit sehr intensiv, ganz bewusst und reflektiert.

Ist der Altersunterschied ein Thema?

Nein. Ich bin auch kein Typ, der ständig kontrolliert oder ein Update benötigt, wo der andere gerade ist. Für mich zählt Respekt und gutes Benehmen, und das ist altersunabhängig.

Warum waren Sie nie verheiratet, obwohl Sie immer lange Beziehungen hatten?

Es war einfach nie mein Lebensmodell. Ich habe zu viele hässliche Scheidungen gesehen ...

Und heute?

Sehe ich das ähnlich. (lächelt)

Aber ausschließen würden Sie eine Hochzeit nicht?

Ausschließen kann man eigentlich gar nichts ...

Die Beziehungen zu Ihren langjährigen Partnern, Jochen Nickel und Klaus Eggenfellner, scheiterten. Kennen Sie Verlustängste?

Nein, überhaupt nicht. Meine Trennungen waren immer gegenseitig sehr respektvoll, überlegt und komplett auf Augenhöhe.

Verantwortung ist ein Lebensthema bei Ihnen … 

Ja, ich habe meine Tochter Janina mit knapp 20 bekommen, ab da hatte ich enorme Verantwortung. Und für meinen Sohn Lee Oscar, der heute 18 ist, natürlich auch.

Wie waren Sie als Mutter?

Ich hätte als Mutter besser sein können. Ich habe meine Karriere nie aufgegeben und ich würde es immer wieder so machen. Damals hat mich meine Familie auch viel unterstützt. Heute lebt meine Tochter in Wien und mein Sohn studiert in England. Es wird ruhiger um mich herum, dafür habe ich jetzt aber zwei große Hunde.
(lacht)

Wie denken Sie über das Scheitern?

Ich scheitere ständig und immer wieder. Als mein Restaurant-Team noch nicht stand, bin ich als Tellerwäscherin eingesprungen. Hinzu kamen viele mühsame Kontrollen von den Ämtern. Ich habe ja bei null angefangen und hatte keinerlei Referenzen, anfangs wurde ich schon sehr beäugt.

Kommen auch neugierige Touristen, die nach einem Autogramm der "Venusfalle" fragen?

Das hatte ich nur zweimal in zwei Jahren, das ist in Ordnung.

Haben Sie Angst vor dem Alter?

Ich liebe das Leben. Ich will alt und runzelig werden und schmutzige Witze erzählen, aber ich möchte gesund bleiben. Angst habe ich nur davor, dass der Körper nachlässt oder ich zu früh gehen muss.

Sie haben noch ein drittes Standbein, 2008 ließen Sie sich zur Psychotherapeutin ausbilden.

Ich kenne meine Monster, und die wollte ich bekämpfen. Ich hatte in der Vergangenheit lange Zeit mit Depressionen zu kämpfen, mein Sohn Lee Oscar, der heute 18 ist, wurde viel zu früh geboren, im sechsten Monat, es ging ums blanke Überleben. Diese Zeit hat mich sehr geschwächt, ich brauchte irgendwann professionelle Hilfe, und später habe ich mich entschlossen, alles über das Thema lernen zu wollen. Es hat mir sehr geholfen.

Ihre Zukunftspläne?

Ich habe noch viele Ideen für mein Restaurant. Im Mai drehe ich für die ARD "Die Inselärztin" auf Mauritius. Eigentlich fühle ich mich gerade ein bisschen wie Pippi Langstrumpf: Ich drehe mir die Welt, wie sie mir gefällt.

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