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Sasha Warum er jetzt den Bösewicht spielt

Sasha: Warum er jetzt den Bösewicht spielt
© Hannes Magerstaedt / Getty Images
In dem Animationsfilm "Die Biene Maja – Das geheime Königreich" leiht Sänger Sasha erstmalig einer Figur seine Stimme. Mit dem Krachkäfer Bombulus übernimmt er die Rolle des Bösewichts. 

Am 5. Mai 2022 kommt der neueste Kinofilm von Biene Maja in die Kinos. Sasha spricht den Gegenspieler von der kleinen Biene. Seine Figur versucht eine Ameisenprinzessin zu entführen, um damit die Ameisen aus ihrem Zuhause zu verjagen, da er dieses für sich beanspruchen möchte. Wie Sasha zu dieser Rolle gekommen ist und was ihn daran bewegt sowie begeistert, verrät er im GALA-Interview. 

Sasha wird Synchronsprecher – eine neue und besondere Rolle 

GALA: Wie sind Sie dazu gekommen, Synchronsprecher zu werden?

Sasha: Ich habe tatsächlich sehr lange darauf gewartet, endlich mal eine Rolle als Synchronsprecher übernehmen zu können. Ich habe zwar Angebote bekommen, aber bei denen hat es zeitlich leider nie gepasst. Ich habe mich tatsächlich auch immer gefragt: "Warum fragt mich denn niemand?" (lacht). Dann kam der Anruf für "Die Biene Maja – Das geheime Königreich" und ich habe direkt zugesagt. Ich wusste gar nicht genau, welche Rolle mich erwarten wird. Die Euphorie über die Möglichkeit war in dem Moment einfach größer. Am Ende hatte ich doppelt Glück, denn ich spreche Bombulus, den Gegenspieler von Biene Maja, und diese Rolle hätte ich mir nicht besser ausdenken können. Ich wollte nämlich nicht den Papa oder Helden spielen, sondern gerne mal den Bösewicht testen. Damit gehe ich dann sozusagen auch ein bisschen gegen meine eigene Natur. Es war wirklich fast so, als hätten sie die Rolle für mich gebaut, weil sie einfach wirklich gut passt.

Wieso hat Ihnen diese Rolle so zugesagt?

Ich bin ein großer Fan von Animationsfilmen und ich liebe Kinderfilme. Daher war es schon lange ein kleiner Traum von mir, mal eine Synchronrolle für einen Animationsfilm zu übernehmen. Mit Biene Maja bin ich praktisch aufgewachsen, was die Freude über meine Rolle noch größer gemacht hat.

Bombulus, der Krachkäfer, gefällt mir so gut, weil er nicht nur der Endgegner in dem Film ist, sondern auch eine Figur, die eine Wandlung erlebt und Einsicht zeigt. Außerdem singt er auch noch als einziger Charakter im Film und das hätte wirklich nicht besser zu mir passen können. Bombulus wird als der Starke eingeführt und hat doch auch diese sehr musikalische Ader, wodurch er nahbarer wird und nicht mehr ganz so böse wirkt, obwohl er den Streit mit den Ameisen anzettelt. Mit dieser Rolle spreche ich jemanden, der etwas Schräges an sich hat und der Gegenspieler der guten Figuren ist. Ich habe hier und da ja auch schon mal was gespielt, aber würde mich jetzt nicht unbedingt als Schauspieler bezeichnen, aber bereits da habe ich mir vorgenommen, dass ich beim nächsten Mal den Bösen spielen möchte.

Wie war die Arbeit im Synchronstudio?

Am Anfang habe ich gar nicht so viel über die Zeit im Studio nachgedacht, weil ich mich einfach nur auf meine Freude über die Rolle konzentriert habe. Und dann stehe ich plötzlich vor dem Mikrofon und denke mir: "Was habe ich gemacht?" Ich habe einfach gehofft, dass ich mich nicht komplett blöd anstelle und alles meinetwegen ewig dauert. Aber der Synchronregisseur hat mich wirklich toll durchgeführt und unterstützt.

Hat Ihnen Ihre Expertise als Musiker da etwas geholfen?

Als Musiker denkt ich immer in Takten und beim Sprechen wird einfach von drei runtergezählt und es geht direkt los. Da musste ich mich erst mal reinfinden, aber das hat zum Glück gut funktioniert. Wir waren tatsächlich schneller fertig als gedacht und da war ich auch ein wenig stolz auf mich. Es hätte natürlich auch schiefgehen können. Manchmal werden auch nur sehr kurze Sequenzen oder Laute aufgenommen, sodass eine einzelne Aufzeichnung sehr schnell gehen kann. Die kurzen Aufnahmen werden am Ende zusammengeschnitten und ergeben dann das große Ganze.

Wie wird in der Sprecherkabine gearbeitet?

Früher stand man noch gemeinsam in Sprecherkabinen, aber mittlerweile macht das jeder für sich. Man sieht immer diese Szenen, wo alle Schauspieler:innen um ein großes Mikro stehen und miteinander spielen, aber das ist heute nicht mehr so. Am Ende werden die Sequenzen zusammengeschnitten und es muss nicht mehr synchron aufgenommen werden. Das ist zwar schade, aber am Ende auch zielführender, denn wenn sich einer verdaddelt, muss alles neu gemacht werden.

Was waren die großen Herausforderungen bei Ihrer Sprecherrolle?

Eigentlich gab es keine allzu großen Herausforderungen. Am Anfang musste ich erst einmal eine passende Stimme für die Rolle des Bombulus entwickeln. Damit habe ich mich viel auseinandergesetzt, aber auch das ging letztlich relativ schnell. Mir war es wichtig, dass die Stimme nicht zu sehr nach meiner eigenen klingt. Sie sollte ein bisschen tiefer, rauer und auch jünger sein. Das hatte ich im Sinn, weil die Figur groß und stark ist und die Stimme entsprechend zu der Rolle passen sollte. Die größte Herausforderung war dann tatsächlich, diese Stimme auf die Gesangsstimme zu übertragen, weil sie ebenfalls anders klingen sollte und somit auch anders als meine eigentliche Singstimme. Der Moment, in dem ich raus aus der Sprecherstimme und rein in den Gesang gegangen bin, war dann zunächst ungewohnt und schwierig.   

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?

Sehr intensiv. Ich habe einen Monat lang in einem Käfer Hotel geschlafen und mich mit einem Fernglas und einer Lupe ins Gras gelegt, um Kraftkäfer zu studieren (lacht). Nein, es war vor allem das Vertrauen auf meinen Instinkt. Ich habe natürlich das Buch gelesen und mich über die Käfer informiert, aber sonst musste ich mich nicht groß vorbereiten. Ich habe mir überlegt, wie Bombulus klingen soll. Es hätte natürlich auch sein können, dass der Regisseur sich so denkt: "Was soll der Quatsch?" Solche Gedanken habe ich mir vorher gemacht, aber ansonsten passte das einfach gut zu mir. Ich bin da relativ selbstbewusst reingegangen, weil ich das notwendige Taktgefühl habe, lesen kann und die Motivation besitze, weil es schon immer ein großer Traum von mir war. Das war also eher positive Nervosität. Das passte auch gut zur Rolle ­­– Bombulus strotzt vor Selbstbewusstsein und hinterfragt sich letztlich doch mehr, als man erwarten würde.

Es ist auch total spannend, hinter die Kulissen in einem Synchronstudio zu schauen. Wie nehmen Sie diese Arbeit wahr?

Total, mittlerweile sieht man immer mehr Ausschnitte durch z.B. Making-ofs. Ich finde es sollte aber auch immer etwas von diesem Mysterium behalten. Wenn wir zu viel aufdecken, nehmen wir dem Ganzen etwas die Magie. Wenn alle sehen, wie ich diese Rolle spreche, wird sie viel intensiver mit mir verbunden. So vergisst man das jetzt ein bisschen und sieht nur noch die Figur in dem Film.

Wie war es, den Film und das fertige Produkt zu sehen?

Ich hatte schon Filmprojekte, da war es mir peinlich, das Endergebnis zu sehen, aber bei diesem Film hatte ich das gar nicht. Ich sitze mit hundert anderen Leuten in einem Kinosaal und alle sehen, was ich gemacht habe und wenn ich mit meiner Leistung nicht zufrieden bin, ist mir das unangenehm, aber bei diesem Projekt hat alles gepasst und ich habe mich nicht geschämt.

Im Film geht es um Vertrauen, Freundschaft und Verantwortungsbewusstsein. Haben Sie dieses Projekt auch aufgrund der darin vertretenen Werte angenommen?

Ich kann diesen Film wirklich nur von ganzem Herzen empfehlen. Ich habe ihn mit meinem Sohn und meiner Frau gesehen und vielen weiteren Kindern, die sehr begeistert waren. Aber es ist auch etwas für Erwachsene dabei. Der Film ist spannend, humorvoll und wirklich schön zu schauen. Am Ende zeigt der Film, dass es wichtig ist, aufeinander zuzugehen und miteinander zu sprechen.

Gala


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