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Interview Ruth Moschner: "Ich war sowieso nie die Schönste oder Schärfste"

Ruth Moschner
© Bernd Jaworek
Ruth Moschner hat ihren ganz persönlichen Wohlfühlweg bereits gefunden – wie der aussieht und was ihre Tipps für ein gesundes Körpergefühl sind, hat sie uns exklusiv im Interview erzählt 

Ruth Moschner, 42, hat nicht nur eine Begabung, sie hat Hunderte: Sie verzaubert mit ihrer sympathischen Art jede Bühne, auf der sie steht und bringt uns auch in schriftlicher Form mit ihrem neuen Buch "Total Detox – Was Sie schon immer mal loswerden wollten" zum Nachdenken und Schmunzeln. Ruth Moschner widmet sich dem Thema Ernährung, Detoxing und Selbstfürsorge von einer so charmanten und beeindruckenden Art, dass das Thema "Fasten" in einem ganz anderem Licht erscheinen lässt. 

GALA: Wann haben Sie das erste Mal so richtig angefangen, Ihren Blick auf Ihre Ernährung zu hinterfragen? 

Ruth Moschner: Das war mit Anfang 20, als ich von einer Heilpraktikerin den Tipp bekam, auf Kuhmilchprodukte zu verzichten, um meine Neurodermitis loszuwerden. Dadurch habe ich zum ersten Mal selbst erlebt, dass Essen nicht nur was mit Ab- oder Zunehmen zu tun haben muss, sondern auch heilen kann. Und ich habe gelernt, dass das Bauchgefühl immer Recht hat. Denn als Kind ein Glas Milch zu trinken, fand ich immer eklig, habe es aber getan, weil es damals eben noch als super gesund und lebensnotwendig galt. 

Beim Thema Fasten denken die meisten als erstes an „Verlust“ oder „Verzicht“ – war das auch Ihr erster Gedanke, als Sie sich mit dem Thema auseinander gesetzt haben?

Ich stelle mir das immer wie eine Art Frühjahrputz mit dem gleichzeitigen Auffüllen der Schränke mit neuen tollen Dingen vor. Beim Fasten trennt man sich von Altlasten, Giften, unliebsamen Gedanken und Gefühlen und schafft Platz für neue frische Energie. 

Wann ist der perfekte Zeitpunkt für ein Detoxing? Gibt es den überhaupt? Würden Sie sagen, ein starkes, emotionales Umfeld ist dafür unerlässlich? 

Haha, naja, im Idealfall schließt man wirklich einen Pakt, was unter Detox gesagt wird, gilt nicht als tatsächlich so gemeint. Zumindest die drei ersten Tage, wenn die dunkle Seite der Macht zum Vorschein kommt. Sieht man ja auch immer wunderbar am Dschungelcamp, Tag drei ist auch hier der für den Zuschauer unterhaltsamste. Wer wirklich etwas verändern möchte, macht natürlich für mindestens 28 Tage ein Fastenprogramm aus dem Buch, gerne auch länger. Im Idealfall ist es dann draußen nicht mehr ganz so kalt und ungemütlich. Die kürzeren Programme, sowie das Intervallfasten kann man immer mal wieder machen, wenn man Zeit und Muße dafür hat. Auch gerne mal zwischendurch und direkt nach einem ausschweifenden Fest für 24 Stunden. 

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Was sind Ihre Erfahrungen: Fällt ein Detoxing leichter, wenn der Partner sich ebenfalls den neuen Essgewohnheiten anpasst? 

Ja, natürlich hilft das, wenn er nicht gerade mit Torte oder Schnitzel vor einem sitzt. Aber man sollte sich nicht davon beirren lassen, wenn doofe Kommentare oder Kontras kommen.

Hier geht es um Selbstfürsorge und für die sind ganz alleine wir selbst verantwortlich, niemand sonst.

Wir wollen doch niemanden zuhause, der uns nicht beste Gesundheit wünscht und uns nicht dabei unterstützt. 

Sie schreiben, dass Sie das Wort „Problemzone“ früher wie einen Schwamm in sich aufgesogen haben. Ist das heute manchmal auch noch so? Gibt es Tage, an denen Sie sich im Spiegel sehen und denken „Das sah schon mal straffer aus?“

Natürlich gibt es Phasen, in denen ich mich unwohl fühle – wobei ich inzwischen nicht mehr dazu neige, mich dann auch noch strafend vor den Spiegel zu stellen. So ein Unwohlsein hängt oft mit vielen Faktoren zusammen und die schlimmste Problemzone ist leider immer noch der Kopf und die verschobene Selbstwahrnehmung. Ich hole mich dann aber immer schnell wieder auf den Teppich zurück, weil ich weiß, dass mein Körper für mich schon so oft das Unmögliche möglich gemacht hat. Und wenn er sich dann halt mal ab und an hängen lässt, muss man ihm das eben auch mal durchgehen lassen. Und wir wissen doch inzwischen: je mehr Stützfett, desto weniger Falten. Also, zu dünn sollte man auch nicht werden (schmunzelt).    

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Würden Sie sagen, eine gesunde Gelassenheit im Bezug auf Körper und Gewicht kommt erst mit dem Alter? 

Es gibt inzwischen zum Glück ein paar junge Frauen, die tolle Vorbilder sind. Zum einen, weil sie Glück mit der Prägung des Elternhauses hatten, oder weil sie einfach früh eine Gabe entwickelt haben, sich selbst zu akzeptieren. Der Vorteil am Älter-werden ist für mich persönlich, dass sich die Wahrnehmung verschiebt.

Mir fehlte da lange das Selbstbewusstsein und ich war sowohl zu dünn, zu dick, zu wenig Brust, zu viel Dekolleté, zu laut, zu bunt zu leise, gerne auch alles zeitgleich.

Inzwischen geht es mir nicht mehr so oft darum, was ich tun kann, um anderen zu gefallen. Ich möchte vor allem vor mir selbst bestehen. Sollte ich das Glück haben, ein hohes Alter in Gesundheit zu erreichen, dann bitte mit einem glücklichen Gesicht, großem Herzen und einem offenen Lachen. 

Wie schaffen Sie es, als eine Frau, die viel im Rampenlicht steht, sich nicht zu sehr von Ihrem Umfeld, Instagram oder von Schönheitsidealen beeinflussen zu lassen? 

Zuallererst: ich weiß, wie viel man mit gutem Licht und Photoshop tricksen kann. Ach, man darf das doch wirklich alles nicht zu ernst nehmen. Ich war sowieso nie die Schönste oder Schärfste. Außerdem bin ich da völlig neidlos veranlagt, was den Sporttrieb oder die genetische Lottosechs anderer angeht. Wenn der liebe Gott gewollt hätte, dann sähen wir alle gleich aus.  Mal abgesehen davon ziehen blutjunge Fitnessbloggerinnen in paarungswilliger Hohlkreuzpose nicht nur unschuldige Fangirls an. 

Selbstliebe ist das A und O für ein glückliches Leben. Würden Sie sagen, dass erst, wenn man sich selbst liebt, auch jemand anderen lieben kann? 

Puh, Selbstliebe ist sehr hochgegriffen und nur was für Fortgeschrittene. Ich würde mal vorsichtig mit der Selbstfürsorge beginnen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Dazu kommt der Mut, seine Talente zu leben und seine Freiheit zu genießen. Wenn wir das geschafft haben, ist ein Partner wunderbar, aber nicht essentiell, um glücklich zu sein. 

Sie sagen „Dein Körper ist dein Freund“ – wie viel „Ich-Zeit“ gönnen Sie sich in der Woche? Was machen Sie dann am liebsten?

Oh, das ist ganz unterschiedlich, das fängt mit Kochen und Essen an, Sport liebe ich auch, möglich abwechslungsreich, aber ich liebe natürlich auch Kosmetik, Masken, Haarkuren, Sauna, schlechtes Gedankengut wegräumen... Einen festen Zeitplan habe ich da nicht, aber ich versuche zumindest 15-20 Minuten täglich hinzukriegen. 

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Auf was könnten Sie niemals oder nur schwer verzichten? 

Dunkle Schokolade – ein Leben ohne wäre möglich, aber doof 

Welchen Tipp geben Sie Frauen, die immer nur das Negative an ihrem Körper sehen? 

Das neue Buch von Ruth Moschner: Total Detox - Was Sie schon immer mal loswerden wollten. 
Das neue Buch von Ruth Moschner: Total Detox - Was Sie schon immer mal loswerden wollten. 
© Bernd Jaworek

Ich habe durch mein Fernstudium und das Erlernen, was mein Körper alles kann und zu was er fähig ist, erst richtig zu schätzen gelernt. Wir halten viele Dinge für selbstverständlich. Daher ist Dankbarkeit für das, was man hat, ein großes Thema. Wenn man da völlig im Dunklen tappt, einfach mal die beste Freundin fragen. Die kann einem garantiert fünf wunderbare Eigenschaften aufzählen. Im Idealfall schafft man das aber auch selbst. Es kann aber durchaus sein, dass diese Art des Bodyshamings auch von einer Übersäuerung oder einer Verschiebung des Darmmilieus herkommt. Stimmt die Körperchemie nicht mehr, so kann das auch auf die Stimmung drücken, man ist im wahrsten Sinne des Wortes sauer oder von den Fäulnisbakterien im Darm ferngesteuert. Auch hier hilft ganzheitliches Detoxen wunderbar, um aufzuräumen, unsinnige Mitbewohner und Selbstdemontagefuzzis loszuwerden und wieder glücklich zu sein.  

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