Parfum: Ken Duken als "verbitterter" Vergewaltiger

Ken Duken spielt in der Crime-Serie "Parfum" einen ehemaligen Internatsschüler und Vergewaltiger. Das denkt der Schauspieler über die Rolle.

Schauspieler Ken Duken in der Crime-Serie "Parfum" als Roman Seliger

Es ist eine der besonders fatalen Beziehungen in einer Crime-Serie voller fataler Beziehungen und menschlicher Abgründe: Die Ehe von Roman (Ken Duken) und Elena Seliger (Natalia Belitski) ist gewissermaßen aus einer Vergewaltigung zu Internatszeiten entstanden. Was Schauspieler Ken Duken (39, "Eine andere Liga") von seiner verwirrenden Rolle in der neuen sechsteiligen Serie "Parfum" hält, erklärt er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Die düstere und herausfordernde Serie über eine ehemalige Internatsclique, die ein schreckliches Geheimnis verbindet, wird Samstag/Sonntag/Montag (5.-7.1.) in Doppelfolgen jeweils ab 21:45/22:00/22:15 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Neben Duken brillieren auch Friederike Becht, Wotan Wilke Möhring, August Diehl, Christian Friedel, Trystan Pütter, Juergen Maurer und Marc Hosemann in dem ungewöhnlichen Format.

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Die Serie entstand nach Motiven von Patrick Süskinds Roman "Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders". Hatten Sie das Buch vor den Dreharbeiten gelesen und sollte man es für die Serie gelesen haben?

Ken Duken: Ja, irgendwann in meiner Schulzeit. Ich glaube nicht, dass es zwingend ist, das Buch vorher gelesen zu haben. Wir sind auch eher eine Adaption der Thematik, als eine Adaption des Romans.

Haben Sie die Verfilmung von Tom Tykwer gewesen? Spielt sie eine Rolle für die Crime-Serie?

Duken: Ich habe Toms Film natürlich gesehen und er hat mir auch sehr gefallen. Seine Verfilmung spielt in meinen Augen keine Rolle für die Serie.

Sie spielen einen der Internatsschüler. Konnten Sie auf eigenen Erfahrungen zurückgreifen?

Duken: Ich war im Internat und habe keine positive Erinnerung daran.

Kann man die Serie auch als Plädoyer gegen Internate verstehen?

Duken: Ich glaube das ist für jeden anders. Es geht in unserer Serie um menschliche Abgründe, und die finden Sie überall.

Sie spielen Roman Seliger, dessen Ehe mit Elena Seliger (Natalia Belitski) gewissermaßen aus einer Vergewaltigung zu Internatszeiten entstanden ist. Was haben Sie gedacht, als Sie das im Drehbuch gelesen haben?

Duken: Die Beziehung der beiden ist etwas komplexer - um das vorsichtig auszudrücken.

Was finden Sie an Roman Seliger nachvollziehbar und was verstörend?

Duken: Mein Ansatz ist es, die persönliche Wertung zu meinen Rollen zu verlieren, sonst könnte ich gewisse Figuren nicht spielen, ohne sie zu diskreditieren. Besonders im Fall Roman war es für mich sehr wichtig, die Verzweiflung und Verbitterung nachzuvollziehen, welche ihn zu seinem Handeln zwingt.

Wie erklären Sie sich, dass die beiden trotzdem zusammengekommen und so lange zusammengeblieben sind?

Duken: Co-Abhängigkeit wäre eine greifbare Erklärung.

Liebe und Gewalt, bis zu welchem Grad können die für Ihren Geschmack zusammengehören?

Duken: In diesem Fall und derartig, gehört sie für mich nicht zusammen und ist unverzeihlich, Punkt. Ob sich irgendjemand wiederum im Schlafzimmer den Hintern versohlen lassen will, muss jeder für sich entscheiden.

Es geht in der Serie auch darum, "um jeden Preis geliebt zu werden" - an diesem Wunsch sind im realen Leben schon einige Schauspieler zerbrochen. Was hält Sie persönlich am Boden?

Duken: ...nicht nur Schauspieler, glauben Sie mir. Mich hält meine Familie am Boden.

Einige Folgen der Serie feierten 2018 beim Filmfest München Premiere. Wie haben Sie das erlebt? Und was war das überraschendste Feedback?

Duken: Insgesamt war es ein schöner Moment für mich, besonders alle Beteiligten wiederzusehen... Die Serie hätte ein kaputtes Frauenbild, habe ich ein paar Mal gehört. Damit konnte ich aber nicht viel anfangen. Es steht dem Frauenbild erstens kein gesundes Männerbild gegenüber und zweitens öffnet sich die Sichtweise auf die Charaktere im weiteren Verlauf der Geschichte. Die Serie ist eine überspitze Gesellschaftskritik und punktet nicht mit den meisten Sympathieträgern.

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