No Body is perfect - Das Nacktexperiment: Das steckt hinter dem neuen Format

Am 13. Januar startet das neue TV-Format "No Body is perfect - Das Nacktexperiment". Paula Lambert, Coach der Sendung, verrät Details.

Paula Lambert hat im TV die Hüllen fallen lassen - für einen bestimmten Zweck.

Ab dem 13. Januar 2020 (20.15 Uhr) startet ein besonderes Experiment in Sat.1: In der Sendung "No Body is perfect - Das Nacktexperiment" stehen vier erfahrene Coaches Kandidaten zur Seite, die sich in ihrer eigenen Haut nicht mehr wohl fühlen. Autorin und TV-Host Paula Lambert (45) will gemeinsam mit Tanzpädagogin Sandra Wurster, Fotografin Silvana Denker und Plus-Size-Model Daniel Schneider die Teilnehmer dazu ermuntern, ihren Körper zu akzeptieren - alle vier Coaches sind nackt, lediglich farbenfrohe Bodypaintings zieren dabei ihre Körper.

"Bei der Show geht es darum, Menschen, die ihren Körper nicht akzeptieren können, ein Gefühl dafür zu geben, dass sie völlig in Ordnung sind, so wie sie sind. Das tun wir, indem wir uns in unserer eigenen Unvollkommenheit zeigen", erklärt Paula Lambert im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news. Der Hintergrund des Experiments ist eine Studie der University of London von 2017. Sie besagt, dass sich die Lebenszufriedenheit und das Selbstwertgefühl eines Menschen steigert, wenn er sich durchschnittliche, nackte Körper anschaut und selbst mehr Zeit mit seinem eigenen nackten Körper verbringt.

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"Für uns mussten sie sich nicht ausziehen"

Vier Tage lang müssen sich die Kandidaten, die beispielsweise mit Lipödem, verändertem Hautbild durch eine Krebserkrankung oder Gewichtszunahme durch Frustration zu kämpfen haben, auf der griechischen Insel Mykonos verschiedenen Herausforderungen stellen. Ziel ist es, dass sie sich am Ende gerne zeigen und am "Naked Beach" alle Hüllen fallen lassen können. "Für uns mussten sie sich nicht ausziehen, das sollten sie nur für sich selber tun. Und das fiel den Männern in jedem Fall leichter als den Frauen", erklärt Lambert. Anfangs sei sie sich nicht sicher gewesen, ob sie in der Kürze der Zeit etwas bei den Kandidaten und Kandidatinnen bewegen könne. "Doch wir waren rund um die Uhr mit ihnen zusammen und es war beeindruckend, wie sie plötzlich anders über sich gesprochen haben. Wir waren total happy."

Dass sie selbst die Hüllen fallen lassen musste, sei anfangs "ein Horror" gewesen für sie, so Lambert. "Da lagen die ganze Zeit Kreuzfahrtschiffe an und ich bin jetzt auf tausenden von Urlauberfotos drauf, die fanden das spektakulär." Doch sie habe sich innerhalb von ein paar Stunden daran gewöhnt. "Mir wurde klar, dass das absolut niemanden interessiert, wie mein Körper aussieht, die achten eher darauf, was ich sage und tue. Ich wusste, was meine Mission war."

Auch ihren Söhnen habe sie erklärt, warum sie das Experiment so wichtig fände und das hätten die beiden auch völlig nachvollziehen können. "Für sie ist die Botschaft auch wichtig, dass man sich nicht selbst bewertet und vergleicht und andere eben auch nicht." Gerade junge Menschen seien durch Social Media nicht mehr gewohnt, von natürlichen Menschen umgeben zu sein.

Für mehr Ehrlichkeit im TV

Die Body-Positivity-Bewegung sei deshalb unterstützenswert: "Die Kernmessage ist für mich: Du hast nicht das Recht, mich zu beurteilen und zu bewerten, bloß weil ich in einer bestimmten Weise aussehe. Ich habe meine Geschichte und ich habe meinen Weg, langfristig gesund zu leben und dazu muss ich mich erst einmal selber verstehen." Sich selbst zu akzeptieren habe nichts damit zu tun, dass man sich jeden Tag abfeiere, "sondern dass man auch akzeptiert, dass es schlechtere Tage gibt. Als ich das verstanden habe, dass ich noch auf dem Weg bin, habe ich aufgehört, in Panik über mein Aussehen zu verfallen", sagt Lambert.

Der Kampfgeist der Teilnehmer habe sie tief beeindruckt. "Wenn das jeder mit so viel Mut und Kraft angehen würde, dann wären wir schon ein Stück weiter in unserer Gesellschaft." Mit dem Nacktexperiment hoffe sie, etwas bewegen zu können. "Wenn es mehr solche Formate und mehr Ehrlichkeit darüber geben würde, wie wir nun mal aussehen, dann wäre das alles nicht so ein riesiger Krampf in unserem Zusammenleben."

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