Lea van Acken: So denkt sie über Social Media

Was "Abikalypse"-Star Lea van Acken von Social Media hält und ob sie zu ihren "Fack ju Göhte"-Kollegen Kontakt hat, verrät sie im Interview.

Lea van Acken bei der Premiere von "Abikalypse" in Berlin

Schauspielerin Lea van Acken (20) steht noch am Anfang ihrer Karriere. Zu ihren bisherigen Projekten zählen etwa "Kreuzweg" (2014) und "Das Tagebuch der Anne Frank" (2016). Ab 25. Juli ist sie in der Coming-of-Age-Komödie "Abikalypse" in den deutschen Kinos zu sehen, in der sie erneut mit "Fack ju Göhte 3"-Co-Star Lucas Reiber (25) vor der Kamera stand. Der Film handelt von den vier Außenseitern Musti (Reza Brojerdi), Yannick (Jerry Hoffmann), Hannah (van Acken) und Tom (Reiber), die nach dem bestandenen Abitur ihren Mitschülern leichtsinnig die krasseste Party des Jahres versprechen. Ob das gut geht?

Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news spricht Lea van Acken unter anderem über ihre Schulzeit, die noch gar nicht so lange zurückliegt, ihr Verhältnis zu Social Media, Handyauszeiten und mit wem sie gerne mal vor der Kamera stehen würde.

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Sie haben letztes Jahr Abitur gemacht. Wie hat sich Ihre Abi-Party von der in "Abikalypse" unterschieden?

Lea van Acken: Meine Abi-Party war ganz anders, weniger wild, aber ich glaube, diese Konflikte, mit denen sich unsere Charaktere auseinandersetzen, kennt jeder und mit denen konnte ich mich ganz gut identifizieren.

Denken Sie gerne an Ihre Schulzeit zurück?

Lea van Acken: Ja, ich hatte ganz viele tolle Leute um mich und tolle Lehrer. Ich erinnere mich gerne an Fächer wie Wirtschaft, Politik, Philosophie und Englisch, die auf Meinungsbildung ausgelegt waren, wir haben viel diskutiert und unsere verschiedenen Ansichten miteinander geteilt. Das waren meine Lieblingsschulmomente.

Haben Sie überlegt nach dem Abitur zu studieren und nicht als Schauspielerin zu arbeiten?

Lea van Acken: Das habe ich tatsächlich schon mal überlegt, dass ich das interessant fände. Derzeit ist es schön, meinen Beruf ausüben zu können. Aber wer weiß, wenn es mich irgendwann reizt, dann mache ich das einfach noch.

Waren Sie in der Schule eher eigenbrötlerisch mit einem kleinen Freundeskreis wie Ihre Figur Hannah in "Abikalypse" oder stets in großen Gruppen unterwegs?

Lea van Acken: Ich merke, dass ich immer mehr dahinkomme, einen wirklich engen Kreis zu haben. Ich habe viele tolle Freunde, mit denen ich nicht die ganze Zeit in Kontakt stehe. Ich glaube aber, dass es gut ist, wenn man ein paar enge Bezugspersonen hat. Aber ich unterscheide mich von Hannah, die sich noch mehr abschirmt, teilweise aus Ängsten heraus. Ich genieße es, Menschen um mich zu haben, ebenso wie meinen festen Kern, auf den ich mich verlassen kann.

Social Media spielt im Film eine große Rolle. Sie selbst haben zum Beispiel einen Instagram-Account. Wie wichtig sind Ihnen soziale Medien?

Lea van Acken: Ich sehe es hauptsächlich als Arbeit, als gute Plattform, um zum Beispiel neue Projekte anzukündigen und ein bisschen was dazu zu erzählen. Ich merke aber auch, dass wir eine gewisse Verantwortung haben, nicht so viel Bullshit in die Welt hinauszutragen. Man kann sich gut darüber austauschen und sich gegenseitig informieren, aber es ist mir persönlich nicht wichtig. Ich weiß, wer ich bin, kenne meine Werte und meinen engen Kreis, das ist mir wichtiger als irgendein Like. Ich sehe, dass da teilweise krankhafte Tendenzen entstehen. Man kann nicht oft genug sagen: Leute, das macht euch im Kern nicht aus. Ihr dürft das bespielen, aber euer Selbstwert sollte nicht darüber definiert sein, wie viele Follower ihr habt und ob eure Bilder geliked werden. Das ist eine Masse an Menschen, die einen eigentlich gar nicht kennt. Nehmt euch das nicht so zu Herzen und legt nicht so viel Fokus darauf. Überlegt euch lieber, was euch wirklich ausmacht und was ihr in die Welt geben wollt.

Die Kehrseite von Social Media sind Mobbing und Hasskommentare. Haben Sie schon negative Erfahrungen im Netz gemacht?

Lea van Acken: Ich bin bisher verschont geblieben. Im Fall der Fälle hoffe ich, dass ich weiß, dass es mich als Mensch nicht ausmacht und die Leute, die mich kennen, wissen wie ich bin. Es gibt ein schönes Buch, das heißt "Die vier Versprechen". Eines der vier Versprechen ist, was man sich und der Welt geben soll: Sei untadelig mit deinem Wort, was so viel bedeutet wie, verbreite kein Gift in der Welt. Hasskommentare und Mobbing sind Gift. Selbst wenn man dagegen immun ist und sagt, es definiert mich nicht, kommt das Gift, das die Leute dir entgegenspritzen, immer irgendwie an. Und dann hoffe ich, dass man ein gutes Umfeld hat, das einen auffängt.

Der Hass - nicht nur im Netz - hält sich hartnäckig.

Lea van Acken: Das finde ich schade. Ich habe das Gefühl, in der heutigen Zeit, mit den Problemen, denen wir gegenüberstehen, sollte das kein Thema mehr sein. Genauso wie Rassismus, darüber sollten wir hinweg sein. Wir sollten uns auf die wirklich wichtigen Dinge fokussieren.

Interagieren Sie mit Ihren Fans, lesen Sie Nachrichten oder Kommentare?

Lea van Acken: Kommentare lese ich schon viel. Aber ich habe selten die Zeit, um die Privatnachrichten zu checken, außer von den Leuten, die ich kenne und denen ich folge. Ich möchte nicht so wahnsinnig viel Zeit am Handy verbringen.

Nehmen Sie sich gezielt Auszeiten vom Handy?

Lea van Acken: Ja, zum Beispiel abends. Ich schlafe besser, wenn ich mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen das Handy schon ausgemacht habe. Da bin ich ziemlich streng. Und auch morgens, erst nach meiner Morgenroutine mache ich das Handy an. Wenn ich als Erstes das Handy anmache, bin ich den ganzen Tag hibbelig. Das merke ich voll, das ist echt extrem. Genauso ist es, wenn ich meine Eltern auf dem Land besuche. Ich habe immer wieder Phasen, wo ich bewusst das Handy weglege, beim Spazierengehen oder beim Sport. Bei der Arbeit habe ich es oft bei mir, je nachdem was gedreht wird, bleibt es aber auch mal den ganzen Tag im Trailer.

Sie standen in "Abikalypse" nicht zum ersten Mal mit Lucas Reiber vor der Kamera. Ist das einfacher, wenn man intime Szenen drehen muss?

Lea van Acken: Ja, vor allem da wir schon länger befreundet sind. Das ist schon cool. Da hat man gleich eine gute Ebene. Gerade bei intimeren Szenen hat man nicht das Gefühl, man muss sich erst besser kennenlernen, das fällt einem leichter. Aber der ganze Cast hatte eine tolle Energie und wir hatten viel Spaß zusammen.

Haben Sie noch Kontakt zu anderen Ihrer "Fack ju Göhte"-Co-Stars, außer Lucas Reiber?

Lea van Acken: Mit Jella [Haase, Anmerk. d. Red.] immer mal wieder, wir haben ein paar gemeinsame Freunde. Im Großen und Ganzen ist der Kontakt aber nicht so intensiv. Das hat man öfter in der Branche, dass man eine gewisse Zeit sehr eng ist und danach macht jeder wieder sein Ding. Für mich ist es etwas Besonderes, dass sich der "Abikalypse"-Cast immer noch so regelmäßig sieht und wir so wahnsinnig viel Kontakt haben. Ich habe das Gefühl, ich habe Herzensmenschen dazugewonnen.

Dazu gehört auch eine WhatsApp-Gruppe, oder?

Lea van Acken: Nicht nur eine! Wir haben alle möglichen WhatsApp-Gruppen. Mit dem Cast habe ich in letzter Zeit am häufigsten geschrieben, da kann sogar meine beste Freundin nicht mithalten.

Haben Sie Traumrollen, die Sie noch spielen wollen?

Lea van Acken: Ich würde gerne einen Liebesfilm drehen, wie "La La Land" oder "Ein Herz und eine Krone", der am Ende einen anderen Touch hat. Ich hätte auch Lust auf einen Actionfilm oder eine Psychogeschichte, zum Beispiel ein Mädchen mit einer Persönlichkeitsstörung. Ich kann mir alles vorstellen.

Und wen hätten Sie vor der Kamera gerne mal an Ihrer Seite?

Lea van Acken: Mit Natalie Portman würde ich total gerne mal drehen oder Leonardo DiCaprio. Meine Mutter wäre happy, wenn ich mit Quentin Tarantino und Christoph Waltz einen Film machen würde. Jessica Chastain finde ich auch ganz toll. Aber eigentlich will ich mich gar nicht festlegen.

Was sind Ihre nächsten Projekte?

Lea van Acken: Ich arbeite nochmal mit Adolfo [J. Kolmerer, Anmerk. d. Red.], an seinem Serienprojekt. Ab September drehe ich einen Kino-Genre-Film, der geht in Richtung Liebe und Thriller, etwas Historisches. Da freue ich mich sehr darauf.

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