Johannes Oerding: Darum ist Ina Müller die größte Kritikerin

Auf seinem neuen Album singt Johannes Oerding ein Duett mit Ina Müller. "Das war sehr aufregend", sagt der Sänger im Interview.

Johannes Oerding veröffentlicht am heutigen 8. November sein neues Album "Konturen"

Johannes Oerding (37) veröffentlicht am heutigen Freitag sein Album "Konturen", sein mittlerweile sechster Langspieler. Darauf ist auch seine Freundin Ina Müller (54, "Ich bin die") zu hören. Wie er die Zusammenarbeit mit ihr erlebt hat, ob er noch einmal an der Show "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" teilnehmen würde und wie viele Hüte er mittlerweile besitzt, verrät der Sänger im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Im Song "Unter einen Hut" beschreiben Sie sich selbst als "das erwachsene Kind, das immer 14 bleibt". Wieso war das so ein prägendes Alter für Sie?

Johannes Oerding: Mit 14 beginnt für viele Jungs die Pubertät. Das ist oft auch das erste Mal, dass man in den Spiegel guckt und sein eigenes Gesicht sieht. Ich glaube, dass da ein erwachsenes Gesicht entsteht. Wenn ich heute in den Spiegel gucke, sehe ich immer noch einen 14-Jährigen. Ich sehe mich nicht so alt wie ich bin. Darauf weisen einen dann immer andere Leute hin: "Nein, du siehst schon auch aus wie 37." Das ist eine verkehrte Wahrnehmung, aber die gefällt mir auch. Manchmal ticke ich auch inhaltlich wie ein Jugendlicher, der einfach nur Spaß haben will.

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Den Song "Ich hab dich nicht mehr zu verlieren" singen Sie zusammen mit ihrer Freundin Ina Müller. Wie war es denn, zusammen im Studio zu stehen?

Oerding: Das war sehr aufregend. Wir haben noch nie auf gleicher Höhe im Studio zusammen gesungen. Bisher saß ich oder sie nur daneben. Wir haben uns bewusst auch zwei Mikros gegenüber aufgestellt und gleichzeitig den Song eingesungen, um die Magie dieser Zweisamkeit zu fühlen. Ich bin total stolz auf diese Nummer. Eigentlich war das überhaupt nicht als Duett geplant. Inhaltlich geht es ja auch in eine ganz andere Richtung, es ist ein Song über eine Trennung - aber uns geht's gut, wir sind glücklich.

Sie haben auch einmal gesagt, dass Ina Müller Ihre größte Kritikerin ist. Woran liegt das?

Oerding: Sie ist sehr nah an mir dran und sieht sofort die Schwachpunkte. Außerdem ist sie eine sehr ehrliche Person, die Dinge genau beschreiben kann. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Für mich ist meine Musik sehr persönlich und gewissermaßen das Einzige, was ich habe. Wenn das dann kritisiert wird, ist das gleichzeitig auch so, als würde man persönlich angegriffen werden. Ich kann nicht so auf Distanz gehen, wie das vielleicht andere Künstler können. Ich musste in den letzten Jahren auch lernen, dass mir die Leute, die mich kritisieren, nichts Böses wollen. Sie wollen nur, dass ich besser werde.

Sie haben angekündigt, dass Sie jetzt nach Ihrer Teilnahme an "Sing meinen Song" erst einmal zwei oder zweieinhalb Jahre auf Tour gehen wollen. Warum so lange?

Oerding: So verstehe ich den Job. Das ist die Stellenbeschreibung für Musiker: Songs schreiben, üben und damit in die Welt hinausgehen. Wir sind wie Gaukler - Reisende, die unterwegs sind, um die Menschen zu unterhalten. Das ist die Essenz des Berufs und Gott sei Dank auch die, die mir am meisten Spaß macht. Es gab auch diverse Anfragen für weitere Fernsehauftritte. Ich weiß aber, dass ich mich auch da hundertprozentig hineinknien würde. Dann hätte ich weniger Zeit, live unterwegs zu sein. Ich würde aber nichts auf dieser Welt gegen das Touren eintauschen. Ich habe letztens gelesen: "Wenn du deinen Traumjob gefunden hast, dann ist alles andere ein Albtraum."

So ist es auch bei mir: Live-Spielen war schon immer mein Traum. Deshalb ist auch alles andere nicht so geil. Ich gehe nicht gern ins Studio, ich gebe auch nicht gerne Interviews. Dabei denke ich aber auch an das große Ganze: Ich will natürlich, dass die Leute mitkriegen, dass es neue Geschichten gibt. Aber wenn ich's mir aussuchen könnte, würde ich am liebsten nur auf der Bühne stehen.

Sie haben in der letzten Zeit auch viel mit Peter Maffay gearbeitet, waren zusammen mit ihm auf seiner "MTV Unplugged"-Tour unterwegs und haben Songs mit ihm geschrieben. Wie war diese Zusammenarbeit?

Oerding: Es war großartig. Für einen jungen Künstler wie mich ist es immer eine schöne Wertschätzung, wenn die großen deutschen Künstler einen auf dem Schirm haben. Wenn sie dann auch noch fragen, ob man mit ihnen auf Tour gehen oder Songs zusammen schreiben will, jagt wirklich ein Kompliment das nächste. Ich habe so viel davon mitgenommen, man kann von jedem Künstler so viel lernen. Peter ist ein sehr jovialer Mensch - im positiven Sinne. Er hat mir die Bühne bereitet und hat gesagt: "Komm, jetzt setzt du dich mal in die Mitte, ich geh ein Stück auf die Seite." Das ist eine große Geste. Künstler stehen oft selber gerne im Mittelpunkt, aber das hat Peter Maffay nicht nötig.

Würden Sie bei "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" noch einmal mitmachen?

Oerding: Ich würde es immer wieder machen. Meine Welt ist da total aufgegangen. Wir saßen am Lagerfeuer, spielten Songs zusammen, quatschten viel, tranken ein Bierchen dazu - das ist auch mein Lifestyle. Die Frage ist, ob sich das irgendwann abnutzt. Die Jungfräulichkeit ist das Schöne an dieser Sendung. Alle sind gleich aufgeregt, niemand weiß, was passiert. Deswegen würde ich bewusst darauf verzichten, wieder mitzumachen: einfach, um nicht enttäuscht zu werden. Aber ich würde vielen Leuten empfehlen, es zu machen.

Sind Sie und Ihre Musikerkollegen nach "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert" auch richtig befreundet?

Oerding: Wir haben noch viel Kontakt, mit dem einen mehr, mit dem anderen weniger. Wir haben eine WhatsApp-Gruppe, in die wir ständig Sachen posten. Wir besuchen uns gegenseitig auf Tour, haben auch erst kürzlich ein gemeinsames Konzert in Berlin gespielt. Alle kommen auch auf meine Tour, jeder von ihnen wird mindestens einmal mit mir auf der Bühne stehen. So viel wie in diesem Jahr habe ich noch nie mit anderen Künstlern gemacht. Mit Milow, Jeanette und Paddy habe ich gleich mehrere Konzerte gespielt. Das ist schon eine gute Gemeinschaft.

2017 haben Sie erzählt, dass Sie über 30 Hüte besitzen. Ist das immer noch so?

Oerding: Mittlerweile sind es über 50.

Haben Sie auch einen besonderen Aufbewahrungsort?

Oerding: Leider nicht. Ich habe kein Hutzimmer oder so etwas. Aber ich habe ein sehr großes Regal, in dem alle stehen. Ich trage meistens ja auch nur die zwei oder drei aktuellen Hüte. So ein Hut nutzt sich ja auch ab. Ich trage sie ja auch auf der Bühne. Irgendwann werden es dann Sammlerstücke, die dürfen dann auch verstauben. Weggeworfen wird da nichts. Jeder Hut hat auch eine eigene Phase, eine eigene Form, eine eigene Jahreszeit. Das sehe ich an dem Hut. Vielleicht haben die auch irgendwann noch einmal eine Aufgabe oder einen Nutzen.

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