Jochen Schropp + Jochen Bendel: "In unsere Branche ist jeder austauschbar"

Jochen Schropp und Jochen Bendel über Schattenseiten der Showbranche, Charakterstärke – und den Traum von einer Cocktailbar in Thailand

Sie nennen sich gern "Jochi und Jochi". Klingt fast wie "Hanni und Nanni" und ist es irgendwie auch, denn Jochen Schropp, 38, und Jochen Bendel, 49, verbindet viel mehr als nur der Vorname. Im GALA-Interview wird schnell klar: Die "Promi Big Brother"-Moderatoren teilen denselben Humor, gehen mit Herz und Seele an die Arbeit und wissen beide nur zu gut, dass es mit dem Erfolg schnell wieder vorbei sein kann.

Manche Kandidaten klettern durch "Promi Big Brother" die Karriereleiter rauf, andere fallen runter. Was muss man machen, damit es aufwärts geht?

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©Gala

Jochen Schropp: Man muss authentisch sein. Wenn jemand keine guten Charaktereigenschaften hat, bringt das auch nichts. Es gibt aber Leute wie Claudia Effenberg, die mochte nicht jeder, als sie ins "Promi Big Brother"-Haus gegangen ist. Am Ende belegte sie Platz zwei.

Jochen Bendel: Viele legen sich im Vorfeld eine Strategie zurecht. In den meisten Fällen funktioniert das aber nicht. Die Bombe platzt irgendwann. Die Sache kann also ein echter Karrierebooster sein, die Karriere kann aber auch durch den Fleischwolf gehen. Dessen sind sich die Promis im Vorfeld alle bewusst.

Herr Bendel, Sie waren 2014 Teilnehmer im "Dschungelcamp", einem ganz ähnlichen Format. Wie kam es dazu?

Bendel: Nachdem ich jahrelang immer gesagt habe, dass ich das auf keinen Fall machen werde, hatte ich plötzlich Lust, es auszuprobieren. Ich war in einer tollen Beziehung, war mit meinem Job zufrieden und hatte dementsprechend nichts zu verlieren. Wenn du als Promi an diesen Formaten teilnimmst und nicht stabil bist, wenn du Geldprobleme hast, einen Buckel voller Sorgen und dadurch jetzt dein Leben verändern willst, dann ist das oft ein Problem. Du kannst nur aufblühen und alles von dir zeigen, wenn du frei bist. Und das konnte ich zu dem Zeitpunkt. Es ging mir menschlich gut, deswegen ist es positiv für mich ausgegangen. Und heute bin ich sehr stolz, neben Jochen moderieren zu dürfen.

Schropp: Ich finde es auch schwierig, wenn Prominente des Geldes wegen ins Haus ziehen. Die Gagen hören sich zwar immer immens an, man darf aber nicht vergessen, dass die Steuern noch abgezogen werden und das Management eine Provision bekommt. Am Ende bleibt da manchmal nicht mehr viel übrig. Und wenn man sich dann noch daneben benimmt, bekommt man nie wieder einen Job, und die Karriere ist ein für alle mal futsch.

An welchen Punkt wären Sie bereit, ins Haus einzuziehen?

Schropp: Das ist eine schwierige Frage. Heute sage ich, dass ich es nicht machen würde. Ich glaube einfach, dass mir die Leute, die nicht selbstreflektiert sind, so auf den Zeiger gehen würden, dass ich die Contenance nicht bewahren könnte. Auf der anderen Seite hat meine Karriere auch durch ein Reality-Format begonnen, als ich 2007 beim "Promi Dinner" als relativ unbekannter Schauspieler mitgemacht habe und Vox auf mich aufmerksam wurde. Trotzdem: Momentan kann ich es mir einfach nicht vorstellen. Bevor ich bei so einem Format mitmache, eröffne ich eher eine Cocktailbar am Strand von Thailand und lebe ganz bescheiden.

Vergangenes Jahr war Désirée Nick Ihr Sidekick, jetzt moderieren Sie zusammen mit Jochen Bendel. Das wirkt so, als sei jeder austauschbar.

Schropp: Ich bin sehr dankbar, dass ich die Sendung gemeinsam mit Jochen moderieren darf, da wir uns wunderbar die Bälle zuspielen können. In unserer Branche ist vielleicht jeder austauschbar, jeder hat aber auch ein Alleinstellungsmerkmal.

Bendel: Aber nicht jeder hat so ein Gespür für die Sendung wie du. Du liebst, was du tust. Genau wie ich. Und das merken die Zuschauer.

Empfinden Sie das Leben in der Showbranche generell als schwierig?

Schropp: Ich könnte mir keinen besseren oder unterhaltsameren Job vorstellen, bin aber natürlich auch mal frustriert und von Selbstzweifeln geplagt. Man darf nicht vergessen, dass wir in unserem Job ungefähr 20 bis 30 Bewerbungsgespräche pro Jahr führen. Das ist spannend, aber auch anstrengend. Wenn man den Job dann nicht bekommt, kratzt das am Ego. Wiederum ist es toll, wenn man belohnt wird, für das, was man kann. Macht man aber einen Fehler, dann findet der im Fernsehen statt und wird von Millionen Menschen gesehen, und im schlimmsten Fall wird auch noch darüber geschrieben. Manchmal kann ich darüber dann lachen. Es gab aber auch schon Momente, in denen ich mich tierisch aufgeregt habe.

Bendel: Wir werden jeden Tag aufs Neue beurteilt, bekommen jeden Morgen die Einschaltquoten vom Vortag. Dann hat man schwarz auf weiß vorliegen, ob etwas läuft oder nicht. Alles wird analysiert. Wichtig ist, dass man mit seiner eigenen Leistung zufrieden ist und man das, was man tut, vertreten kann.

Und wenn eine Sendung floppt?

Bendel: Natürlich ärgert einen so was, das gehört aber zu unserem Geschäft dazu. Mit Misserfolgen umgehen zu lernen stärkt tatsächlich den Charakter. Und es ist nicht das Ende der Welt. Das muss man sich immer wieder bewusst machen.

Haben Sie manchmal Existenzängste?

Schropp: Vorsorge ist in unserem Job besonders wichtig. Ich zahle zum Beispiel regelmäßig in einen Fonds ein. Doch nur, weil man vielleicht irgendwann nicht mehr auf dem Bildschirm zu sehen ist, heißt das ja nicht, dass man seinen Beruf nicht weiter ausübt. Es gibt viele TV-Darsteller, die irgendwann lieber auf der Theaterbühne stehen. Fernsehmoderatoren, die Events moderieren oder als Sprecher arbeiten.

Bendel: Außerdem sind wir beide doch irgendwie Spießer. Wir führen ein bodenständiges Leben, haben keinen Privatjet, keinen Rolls-Royce ... Ich mache mir mehr Gedanken um meine Gesundheit und meine Familie.

Gibt es einen Plan B? Vielleicht auch eine Schnapsidee?

Schropp: Schnaps ist immer gut. (lacht) Ich bin Teilhaber eines Cafés in Berlin und könnte mir schon vorstellen, irgendwann in der Gastrobranche zu arbeiten. Jochen wiederum ist ein hervorragender Koch …

Bendel: ... da steige ich dann also einfach mit ein. (grinst) Wenn ich irgendwann mal komplett aus dem Showbusiness aussteigen möchte, kaufe ich mir einen Gnadenhof für Hunde. Es gibt so viele alte und auch kranke Hunde im Tierheim, die schwer vermittelbar sind. Denen würde ich gerne helfen.

Promi Big Brother 2017

Die ersten Fotos aus dem Container

Der Zugang: Vor den Toren Guantanamos! Zumindest wirkt der Gang in den Promiknast nicht weniger entmutigend.
Der Wohnbereich: Beim Eintreten werden die Promis von der Fußmatte "Home Sweet Home" verspottet. Dieser Raum sieht nämlich alles andere als wohnlich aus.
Das Schlafzimmer: Von Betten ist hier keine Spur, nicht einmal Matratzen liegen auf dem Boden.
Das Badezimmer: Schmutzige Wände und jede Menge Kalk schmücken den traumhaften Waschbereich. 

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