Jo Weil: "Verbotene Liebe" gehört weiter zu ihm

Auf "Verbotene Liebe" wird er noch häufig angesprochen, jetzt ist Jo Weil aber in große Fußstapfen getreten, wie er im Interview verrät.

"Bodyguard - Das Musical": Patricia Meeden und Jo Weil auf der Bühne

Die Vereinigten Bühnen Wien zeigen seit September die Produktion "Bodyguard - Das Musical", basierend auf dem Kino-Blockbuster aus den 90ern. (63) und (1963-2012) sorgten damals für Gänsehautmomente auf der Leinwand. Auf der Bühne übernimmt diese Aufgabe unter anderem der deutsche Schauspieler, Moderator und Serienstar (41), der die Rolle des Bodyguards " " spielt. Im Interview mit spot on news erklärt er, wie er Wien findet und wie viel Platz "Verbotene Liebe" in seinem Leben noch hat.

Mit "Bodyguard - das Musical" sind Sie quasi in die Fußstapfen von Kevin Costner getreten. Wie ist es, in so eine berühmte Rolle zu schlüpfen?

Jo Weil: Ich empfinde das als große Ehre! In meiner Jugend habe ich "Bodyguard" mit meinen Freunden im Kino gesehen und wir alle wollten so cool wie Kevin Costner sein. Nun darf ich diese Rolle - knapp 25 Jahre später - selbst interpretieren. Das freut mich sehr! Natürlich ist es immer schwierig, wenn man sich an Kultfiguren wie Rachel Marron und Frank Farmer heranwagt. So ziemlich jeder kennt den Film und hat somit auch ein eigenes Bild davon, wie unsere Vorstellung dann aussehen sollte. Trotzdem versuche ich natürlich, der Figur auch meinen eigenen Stempel aufzudrücken. Wenn es mir gelingt, dass die Zuschauer das Liebgewonnene wiedererkennen und trotzdem auch meine eigene Farbe mögen, kann ich, glaube ich, zufrieden sein.

Wie sind die Reaktionen in Wien bisher?

Jo Weil: Großartig! Wir spielen nun seit knapp einem Monat so gut wie jeden Abend vor einem ausverkauften Haus und es gab noch keine Vorstellung, die nicht mit begeisterten Standing Ovations vom Publikum gefeiert wurde. Es ist immer wieder ein unglaubliches Gefühl, wenn ich am Ende der Show in über tausend glückliche Gesichter blicke! Ein echter Ansporn für jede noch kommende Show! Und der Vorverkauf hat Rekordzahlen - wir können hier in Wien also wirklich glücklich sein!

Der Film war in den 90er Jahren ein Publikumserfolg. Was verbinden Sie mit dem Streifen?

Jo Weil: Ich habe ihn, wie bereits erwähnt, als Teenie selbst im Kino gesehen und war begeistert davon! Diese spannende Mischung aus Thriller, Lovestory und vor allem ungewöhnlichen Happy/Nicht-Happy-End hat mich schon immer gefesselt! Allerdings verbinde ich mit der Musical-Version noch viel mehr! Vor einigen Jahren habe ich die Show das erste Mal am Londoner West End gesehen und war sofort hin und weg! Es hat mich schwer beeindruckt, wie gut es dem Creative Team gelungen ist, das Kinogefühl auf die Bühne zu bringen! Wenn sich allabendlich im Wiener Ronacher der Vorhang hebt, bin ich also nicht nur Schauspieler, sondern zugleich auch ein Riesen-Fan dieser Show!

Welcher Song von Whitney Houston löst bei Ihnen die größten Gefühle aus?

Jo Weil: Da gibt es einige! Mit "One Moment in Time" verbinde ich allerdings besonders viel, da ich ihn kurz vor meiner ersten Audition für "Bodyguard" noch einmal angehört habe. Genauso dann vor meinem Recall, nach der finalen Zusage der Rolle und beim Probenbeginn. Als ich dann in der Premiere auf der Bühne stand und dieser Song angestimmt wurde, habe ich am ganzen Körper Gänsehaut bekommen und war verdammt stolz auf mich! Das war mein "One Moment in Time" und ist es seitdem übrigens auch jeden Abend aufs Neue.

Sie singen im Musical kaum. Was ist die größte Herausforderung in der Rolle des Frank Farmer?

Jo Weil: Frank ist eine sehr steife Figur. Er zeigt wenige Regungen, vieles läuft bei ihm innerlich ab. Da die kleinen Momente zu finden, in denen die Zuschauer trotzdem in seine Seele blicken können und verstehen, warum er so ist, wie er ist, war gar nicht so einfach. Aber die Arbeit mit unserem Regisseur hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und hat, wie ich finde, zu einem wirklich schönen Ergebnis geführt.

Streben Sie jetzt eine neue Karriere als Musical-Star an?

Jo Weil: Ich plane nie in die Zukunft, weil das in diesem Beruf einfach nicht möglich ist. Hätte man mich vor einem Jahr gefragt, ob ich in absehbarer Zeit einmal die männliche Hauptrolle in einem Musical spielen würde, hätte ich das vermutlich für sehr unwahrscheinlich gehalten. In meinem Job ergeben sich einfach manchmal Situationen, die man nicht planen kann. Insofern bin ich, neben vielen anderen, unserem Intendanten Christian Struppeck, unserem Regisseur Frank Thompson und unserem Caster Dominik Penner sehr dankbar, dass sie bei diesem Projekt ihr Vertrauen in mich gesetzt haben. Aktuell genieße ich es, dass ich jeden Abend auf der Bühne stehe und trotzdem irgendwie schaffe, nebenbei auch noch zu drehen und moderieren. Gerade stehe ich z.B. parallel zu den Vorstellungen auch noch für eine Episodenhauptrolle der "Rosenheim-Cops" vor der Kamera. Diese Mischung ist perfekt und so darf es gerne bleiben. Und die Arbeit beim Musical macht mir riesig viel Spaß! Ich hoffe also, dass es nicht meine letzte Produktion in diese Richtung bleiben wird. Ich habe auf jeden Fall gerade sicherheitshalber wieder angefangen Gesangsunterricht zu nehmen.

Wie gefällt Ihnen das Leben in Wien und was vermissen Sie an Köln?

Jo Weil: Wien ist wunderschön und ich kann mir aktuell überhaupt nicht vorstellen, dass ich hier irgendwann wieder weg soll. Diese Stadt ist nicht umsonst gerade erst wieder zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt worden. Hier stimmt einfach alles - die Menschen, die Historie, das Großstadtgefühl - für jeden Geschmack ist etwas dabei. Ich habe mein Herz an Wien verloren und wer weiß, vielleicht bleibe ich ja auch etwas länger hier. Nach über 20 Jahren in Köln vermisse ich dort natürlich vieles - allem voran aber meine Freunde! Dass ich die nicht mehr jeden Tag sehen kann, setzt mir ehrlich gesagt schon zu!

Berühmt gemacht hat Sie Ihre Rolle des Oliver in "Verbotene Liebe". Passiert es Ihnen heute noch, dass Sie auf der Straße darauf angesprochen werden?

Jo Weil: Sogar häufig! Ich habe diese Rolle ja viele Jahre gespielt und sie war beim Publikum sehr beliebt. Insofern freut es mich, dass sie in den Köpfen der Menschen geblieben ist. Besonders schön ist es natürlich, wenn mir Fans aus der "VL"-Zeit weiter folgen und mich auch bei anderen Projekten gerne sehen und unterstützen. Es passiert wirklich oft, dass mich nach der Vorstellung Zuschauer um ein Autogramm oder Foto bitten, die mir erzählen, dass sie mich schon seit "Verbotene Liebe" toll finden und seither meine Karriere verfolgen - das macht mich sehr stolz!

Haben Sie noch Kontakt zu Kollegen aus der Serie?

Jo Weil: Zu einigen ja! Manche gehören zu meinem engsten Freundeskreis und ich bin sehr dankbar dafür, dass mir die Serie diese besonderen Menschen in mein Leben gebracht hat.

Auch bei "Alles was zählt" und "Rote Rosen" waren Sie zu sehen. Würden Sie gerne wieder in einer Serie mitspielen?

Jo Weil: Klar! Ich liebe das Drehen für eine Serie! Man hat Zeit, seine Rolle immer weiter auszubauen und weiterzuentwickeln - das macht schon sehr viel Spaß! Aber ich liebe auch die Abwechslung - also gefällt es mir gut, wenn ich ständig wieder in neuen Projekten sein kann. Ich bin in meinem Job einfach offen für das, was kommt. Wenn bald mal wieder eine Serie anklingelt und die Rolle mir gefällt, werde ich bestimmt nicht nein sagen.

An der RTL-Show "Dance Dance Dance" haben Sie ebenfalls teilgenommen. Welche Show oder Serie im deutschen Fernsehen würde Sie noch reizen?

Jo Weil: Oh, da gibt es noch so einiges! Ich würde sehr gerne noch bei "Let's Dance" mitmachen, auch sämtliche Abenteuer-Shows reizen mich! Ich würde gerne im TV moderieren und auf jeden Fall noch einen "Pilcher" und ein "Traumschiff" drehen! Hier in Österreich würde ich mich besonders über Rollen bei den "Vorstadtweibern" und "Soko Kitz und Donau" freuen! Und wenn dann endlich ein Angebot von "The Walking Dead" oder "Vikings" kommen sollte, wäre ich ehrlich gesagt auch nicht traurig! (lacht)

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