Jessica Stockmann: Erstes Interview mit ihren Töchtern

Jessica Stockmann und ihre Töchter sprechen in GALA erstmals über ihr ­Leben zu dritt. Auch über die traurigen Momente, die sie nur noch mehr ­zusammenschweißen

Eine außergewöhnliche ­Familie. Jessica Stockmann posiert mit ihren Töchtern fürs aller­erste Shooting zu dritt.

Das erste Interview zu geben, ist immer aufregend. Auch wenn man ins Rampenlicht möchte: Nisha, 18, und Nicita, 13, ­stehen seit Kurzem wie ihre berühmte Mutter Jessica Stockmann, 51, bei der Hamburger Modelagentur MGM unter Vertrag. Doch schnell verfliegt die Ner­vo­sität, die beiden Mädchen nehmen lässig neben ihrer Mama Platz. Hundedame Nala liegt währenddessen wie die Ruhe selbst in ihrer Tragetasche.

Mit großen Augen schwärmen ­Nisha, Nicita und Jessica Stockmann von diesem ersten Mutter-Töchter-Shooting, das zeigt, wie eng sie mit­einander verbunden sind. Nisha kam als Adoptivkind aus Indien in Jessicas Leben. Zu der Zeit, als deren Ehe mit Tennislegende Michael Stich gerade zerbrach. Nicita stammt aus einer Liaison mit dem Medien-Unternehmer Florian Haffa. Jessica Stockmann hat die Mädels allein großgezogen.

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©Gala

Auf diesen Fotos sieht man die dreifache Girl-Power. ­Erzählen die Bilder ein Stück weit Ihre Geschichte, weil Sie ­immer nur im Trio stark ­waren?

Jessica: Natürlich erzählen diese Bilder ein Stück weit unseren Weg zu dritt. Wir sind zusammengewachsen durch ganz viel Liebe und Glück, aber auch durch viele traurige Momente. Wir drei haben viel zusammen erlebt und waren auch oft durch einschneidende Erlebnisse innerlich zerrissen. Zuletzt durch den Tod der Omi, nicht wahr? (Die Mädchen nicken.) Meine Mutter hat uns alles bedeutet. Für mich war sie die beste Freundin, für die Kinder war sie mehr als eine Oma.

Nisha: Sie war eine zweite Mutter.

Jessica: Das trifft es auf den Punkt. Damals, als ich noch Filme gedreht oder am Theater gespielt habe, war sie rund um die Uhr für meine Töchter da. Vor zwei Jahren ist sie an einer Lungenentzündung nach einer Herzoperation gestorben. Vier Monate hatte sie auf der Intensivstation gelegen. Meine Kinder waren so stark. Selbst Nicita, die ja noch klein war. Die Ärzte rieten uns davon ab, sie zu meiner Mutter zu lassen, aber sie war so tough. Sie bestand darauf, zu ihr zu dürfen und hat es, um ehrlich zu sein, von uns allen am besten verkraftet.

Hat es Ihnen als allein­erziehende Mutter geholfen, starke Kinder zu haben?

Jessica: Die beiden sind verhältnismäßig leicht zu erziehen. Ich habe von Anfang an auf vieles geachtet. Wir ­waren immer sehr familiär. Es gab die feste Komponente von Großeltern ­sowie Onkel und Tanten. Der ganze Familien­ver­bund war da. Ich habe mir auch sehr viel Zeit für meine Kinder genommen. Ich bereise mit ihnen von klein auf die ganze Welt. Nisha sollte schnell wissen, wo ihre Wurzeln sind. Daher fliegen wir einmal im Jahr nach Indien.

Nisha, hast du deine indische Familie kennengelernt?

Nisha: Nein, ich habe von denen nie etwas gehört.

Jessica: Wir fahren jedes Jahr in das Heim und besuchen die Kinder und die Heimleiterin. Das sind sehr glückliche Momente, aber auch furchtbar trau­ri­ge. Nicita lernte auf unserer letzten Reise auf der Straße ein kleines Mädchen kennen, das für eine Rupie – umgerechnet ein Cent – selbst gemachten Schmuck verkaufte. Wir haben etwas Zeit mit ihr verbracht. Dann musste ich Nicita, die das Mädchen sehr mochte, erklären: Schatz, wir können sie nicht mitnehmen, sie lebt bei ihrer Familie. (Jessica schaut Nicita an, die ­Tränen in den Augen hat.) Da musst du gleich ­wieder weinen.

Frau Stockmann, im September sind Sie wegen Ihres Vaters von Frankreich nach Hamburg gezogen. Wie haben Sie sich eingelebt?

Jessica: Es hat ein wenig gedauert.

Nicita: Mir ist es sehr schwer gefallen, weil alles plötzlich so anders war. Eine neue Schule, ich musste neue Freunde finden. In meiner alten Schule hatte ich nur dreimal die Woche 45 Minuten Deutsch-Unterricht, aber jetzt ist alles auf Deutsch. Biologie, Mathe­matik, Physik … Wenn ich vorher mit Mama Deutsch geredet habe, dann ja nicht über Binomische Formeln. Diese ganzen Begriffe kannte ich nicht.

Jessica: Sie kannte auch keinen Reli­gions­unter­richt, weil man den auf einer internationalen Schule nicht hat. Nicita kam mal nach Hause und sagte: "Mama, ich habe die ganze Zeit gedacht, wir reden über Insekten. Es ­waren schon zehn Minuten um, als ich gemerkt habe, dass es gar nicht um ­Insekten gehen kann." Es ging um ­Sekten. Das Wort kannte ­Nicita noch nicht.

Welche Sprache sprechen Sie daheim?

Jessica: Wir beherrschen Deutsch, Englisch, Französisch und ein bisschen Italienisch. Wir sprechen immer die Sprache, die im Raum gesprochen wird. Wenn wir zum Beispiel ein englischsprachiges Au-pair haben, würde ich es als unhöflich betrachten, am Frühstücks- tisch auf Deutsch nach Nutella zu fragen.

Nisha: Mit meiner Schwester spreche ich nur Englisch.

Jessica Stockmann mit ihren Töchtern Nicita und Nisha

Worauf sind Sie bei Ihren Töchtern besonders stolz, Frau Stockmann?

Jessica: Sie sind nicht devot, sondern treten für sich ein. Sie sind offen und mutig. Ich hatte auch großes Glück, dass die Mädchen gute Freunde gefunden haben. Ich glaube, als Eltern kann man Kinder bis zum Alter von zehn Jahren erziehen, danach wird nur noch gefeilt. Wenn Kinder in so eine Clique geraten, wo man als Elternteil denkt: um Gottes Willen! – da hat man wenig Chancen, weil man den Kindern den Umgang nicht verbieten kann. ­Nicita hatte mal so eine Freundin, die ich gruselig fand. Und ihre Eltern noch gruseliger. Ich habe es ihr gesagt, mehr aber nicht. Am Ende hat sie sich alleine gegen diese Freundschaft entschieden. Und bei Nisha er­lebe ich seit zwei Jahren, dass sie einen tollen Freund an ihrer Seite hat. Er behandelt sie gut, er hat tolle Manieren, er liebt sie, trägt sie auf Händen. Mehr kann ich mir für meine Tochter nicht wünschen.

Wo lebt er?

Nisha: In Frankreich, er studiert BWL. Wir führen eine Fernbeziehung.

Jessica: Seine Eltern und ich haben gesagt, wir zahlen den beiden jeweils einen Flug pro Monat, sodass sie sich alle zwei Wochen am Wochenende ­sehen können. Und dann gibt es ja auch noch die Semesterferien. Wenn die ­Liebe groß genug ist, hält das. (Nisha grinst.)

Fernab jeder Genetik: Wo erkennen Sie sich in Ihren Töchtern wieder?

Jessica: Ich erkenne in Nicita das Unordentliche, das ich auch zu Hause habe. Dieses Im-Chaos-Ersticken. Und bei Nisha wiederum, die so wahnsinnig organisiert ist, erkenne ich mich auch, weil ich in meinem Chaos dann doch organisiert bin.

Wie könnt ihr beide eure Mama auf die Palme bringen?

Nisha: Wenn wir Sachen vergessen, die wir erledigen sollen, weil wir ihr nicht zugehört haben.

Nicita: Oh Gott, ja. Und bei mir sind es die Hausaufgaben, die mir sonntagabends um 23 Uhr einfallen.

Jessica: Da werde ich wahnsinnig! (Alle drei lachen.)

Was findet ihr an eurer Mama richtig toll?

Nicita: Sie lässt sich nicht ver­äppeln und traut sich alles zu sagen. Manchmal ist es für mich extrem, wenn sie sich im Restaurant beschwert: "Das kann ja wohl nicht wahr sein, warum dauert das so lange!" (lacht) Ich hoffe aber, dass ich auch mal so mutig werde.

Jessica: Da mache ich mir bei dir keine Sorgen.

Nisha: Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir gleich alt sind. Ich kann Mama alles sagen. Sie versteht mich. Wir sind wie beste Freundinnen. Selbst in der Pubertät war das so. Mama war immer die coolste Mutter von allen. Alle meine Freunde lieben sie. Sie kam auch immer mit, wenn wir ausgegangen sind. Manchmal wollten sich meine Freunde gar nicht mehr mit mir treffen, wenn Mama nicht dabei war.

Sind Sie eine strenge Mutter?

Jessica: Das Schwierigste ist für mich einzuhalten, was ich angedroht habe. Zum Beispiel: Noch einmal – und das Handy ist für drei Tage weg! Wenn es dann weg ist, denke ich meistens: Morgen ist die Kleine in der Schule, es wäre viel besser, wenn sie ihr Handy hätte, damit ich weiß, an welchem Ausgang ich sie abholen soll … Aber das muss ich dann durchhalten.

Nisha: Ich hatte mal zwei Wochen lang nur eine Stunde am Tag mein Handy. Aber Mama wusste nicht, dass ich meine Nachrichten auch am Laptop lesen kann. (schaut lachend zu ihr)

Sind Sie eine gute Köchin?

Nisha und Nicita sind Fans von Bloggern und Influencern. Auch sie wollen bei Insta­gram ins­pirieren, unter "nishastockmann" und "nici.stc"

Jessica: Ich kann unheimlich gut einkaufen.

Nisha: Die hausgemachten Ravioli mit Filetsteak liebe ich! jessica Ja, aber die Ravioli hat der Italiener um die Ecke hausgemacht. Ich sage ja, ich kann gut einkaufen, weil ich eben nicht gut kochen kann.

Nisha, Nicita, nun beginnt ihr zu modeln – könnt ihr euch ­vorstellen, das später hauptberuflich zu machen?

Nisha: Für mich ist das ein Hobby, da ich jetzt im zweiten Semester Archi­tek­tur an der AMD in Hamburg stu­diere. Ich möchte später in Mamas Fußstapfen treten und genau wie sie Immobilen aufkaufen und renovieren, um sie wieder zu verkaufen. Deshalb begleite ich Mama auch oft zur Arbeit, um von ihr zu lernen.

Jessica: Schon als kleines Kind wollte sie nie mit Puppen spielen, sondern hat aus Klötzen und Gegenständen ganze Städte gebaut.

Nisha: Das stimmt. In mein Kinderzimmer kam man meist nie rein, weil ich alles zugebaut hatte. (lacht)

Gefällt dir das Uni-Leben?

Nisha: Inzwischen sehr gut. Ich habe mit 17 das Studium begonnen. Die meisten meiner Kommilitonen sind Mitte 20 oder sogar Anfang 30. Manche sind schon verheiratet und haben Kinder. Anfangs war das für mich gewöhnungsbedürftig.

Jessica: Das ist so, weil man in Frankreich früher mit der ­Schule beginnt und Nisha dazu noch eine Klasse übersprungen hat. Damals fühlte ich mich als Mutter super gebauchpinselt. Doch wenn dein Kind mit 16 entscheiden soll, was es stu­dieren möchte ­– das fand ich schon etwas befremdlich. Ich war auch ein bisschen um Nisha ­besorgt. Die ersten zwei ­Monate hat sie nach der Uni niemanden getroffen. Wenn ich mich so erinnere: In meiner Zeit hat man sich abends ver­abredet und ist um die Häuser gezogen. Nisha sagte dann zu mir: "Mami, ich bin einfach zu jung für die. Ich bin ein Baby. Die nehmen mich nicht ernst."

Und wie ist es jetzt?

Nisha: Sehr gut. Aber natürlich hat man auch andere Interessen. Die anderen finden es zum Beispiel langweilig, in Clubs zu gehen, weil sie das schon jahrelang getan haben. Wir treffen uns also zum Abendessen. (grinst)

Frau Stockmann, Sie haben erst Betriebswirtschaft bis zum Vordiplom studiert und dann auf ein Schauspiel­studium umgesattelt. Dürften Ihre Kinder das auch?

Jessica: Wenn meine Kinder mit 28 immer noch nicht wüssten, was sie einmal werden möchten, würde ich nervös werden. Für mich ist das Wichtigste, dass sie einen Beruf finden, der ihnen Spaß bringt. Nicita fragt mich oft, womit man viel Geld verdienen kann. Ich sage immer: Du kannst auch Frisör oder Maurer werden. Schau dir Marlies Möller an oder Dieter Becken, der aus dem Hamburger Immobilienmarkt nicht mehr wegzudenken ist! Aus denen ist auch was geworden. Außerdem bin ich schon deshalb so entspannt, weil die beiden fließend Französisch, Englisch und Deutsch sprechen. Meine Töchter können in jedem Hotel als Nachtportier anfangen.

Nisha: Na super! (lacht)

Star-Kinder

Gute Gene auf dem Catwalk

Zusammen mit Supermodel Stella Maxwell schwebt dieser hübsche junge Mann bei der London Fashion Week über den Catwalk… Es ist Paris Brosnan, der Sohn des wohl bekanntesten Geheimagenten der Welt. Die Rede ist von Pierce Brosnan, der bis 2002 James Bond verkörperte. Keine Lizenz zum Töten, dafür aber die Lizenz für den Catwalk hat nun Paris, der seit 2018 für die großen Designer läuft.
Die berühmte Bond-Fliege hat Pierce Brosnan bis heute nicht abgelegt und scheint seinen modischen Geschmack an seinen Sohn weitergegeben zu haben.
Ein Prinz auf dem Laufsteg: Nachdem Nikolai von Dänemark seine Militärausbildung abgebrochen hat, avanciert er so langsam aber sicher zum Male Topmodel. Gerade erst konnte man den 19-Jährigen hier bei der Dior-Show in Tokio anschmachten.
Prinz Nikolai von Dänemark gehört nicht nur zum europäischen Hochadel, sondern ab sofort auch zur Model-Elite. Der älteste Sohn von Prinz Nikolai von Dänemark eröffnete im Rahmen der Paris Fashion Week Paris Men die Dior-Show - ein absoluter Ritterschlag in der Modebranche. 

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