Jeannine Michaelsen: "Ich habe der Hälfte meiner Mitschüler die Brüste gezeigt"

Jeannine Michaelsen moderiert die neue ProSieben-Musikshow „My Hit. Your Song.“ Wieso die Wahlkölnerin gerne Sängerin wäre, Casting-Shows mit Kindern kritisch findet und auch mal blank zieht, hat sie uns im exklusiven GALA-Interview verraten

Jeannine Michaelsen

Jeannine Michaelsen, 37, macht derbe Witze, ist laut, schlagfertig und startet nun als Sängerin durch. In der neuen ProSieben-Show „My Hit. Your Song.“ stellt sie zu Anfang jeder Sendung neben ihrem Moderations- auch ihr Gesangstalent unter Beweis. Wir haben mit der ausgebildeten Bühnendarstellerin über ihre wiederentdeckte Liebe zur Musik, den Umgang mit öffentlicher Kritik, Kinder in Casting-Shows, Diäten und ihrem peinlichsten Moment gesprochen.

GALA: Normalerweise kennt man Sie als Moderatorin. Bei "My Hit. Your Song." singen Sie jetzt am Anfang jeder Show ein Medley der Hits. Wie kam es dazu?
Jeannine Michaelsen: Als ich letztes Jahr bei „Die beste Show der Welt“ mit Klaas Heufer-Umlauf das Pietro Lombardi- Musical aufführte und zum ersten Mal im Fernsehkontext auf großer Bühne sang, dachte ich mir: „Warum mache ich das eigentlich nicht öfter?“ Im Zuge der Vorbereitungen zu „My Hit. Your Song.“ fragte ich daher, ob ich als Moderatorin die Show mit einem Medley eröffnen könne. Der Sender war ganz offen, fand die Idee super und hat zugestimmt.    

Nina Bott

Nach dem Still-Skandal bekommt sie ein Denkmal

Nina Bott
Nina Bott hat in den letzten Wochen für Aufmerksamkeit gesorgt: Weil sie ihr Baby gestillt hat, ist sie aus einem Café geflogen. Warum die Schauspielerin deswegen jetzt ein außergewöhnliches Denkmal bekommen hat, sehen Sie im Video.

Was einige nicht wissen: Sie sind ausgebildete Bühnendarstellerin. Können Sie sich vorstellen, zu Ihren beruflichen Wurzeln zurückzukehren?
Ich habe mich relativ früh gegen den Beruf der Musical-Darstellerin entschieden, weil die Arbeit mir zu wenig eigene Kreativität beinhaltet. Du spielst jede Woche dieselbe Rolle, singst den gleichen Text, spielst das gleiche Szenario und in das starre Korsett wollte ich mich nicht länger einsperren lassen. Dennoch stehe ich wahnsinnig gerne auf der Bühne. Für mich ist die Kombination aus beidem, also der Fernsehbühne in Verbindung mit Gesang und Tanz, perfekt.

Vielleicht mach ich auch mal eine schöne Tour oder nehme ein Album auf.

Jeannine Michaelsen performt zu Beginn jeder Show ein Medley der Hits. Zu sehen bei „My Hit. Your Song.“ – ab 17. Januar 2019, um 20:15 Uhr auf ProSieben.

Könnten Sie sich denn vorstellen, professionell Musik zu machen?
Ich habe tatsächlich schon Musik gemacht und das mache ich auch immer noch sehr gerne – meistens mit Freunden und schreibe die Texte. Gerade, wenn ich in der Vorbereitung zu einer Show mit den Tänzern trainiere oder mit dem musikalischen Leiter Songs erarbeite, merke ich, dass es kribbelt. Dann denke ich, ich müsste viel mehr Musik machen. Also ja: Ich würde es nicht ausschließen.

Wenn Sie als Teilnehmerin in der Sendung antreten dürften, welchen Hit würden Sie singen wollen und warum?
Am Spannendsten wäre, wenn ich einen richtig rührseligen Song der Band PUR komplett verändere und ihn mit einer Big Band performe. Vielleicht wäre ein Song von DJ Bobo auch super dafür geeignet.

Dürfte Ihre Tochter auch an der Show teilnehmen?
Bei "My Hit. Your Song.“ dürfte sie eventuell teilnehmen. Was ich an der Sendung so toll finde: Es geht um einen Moment, den man kreiert. Die Show besitzt keinen Casting-Show-Effekt, der dich lange an ein Projekt bindet.

Als Mutter finde ich es grundsätzlich kritisch, Kinder an Casting-Shows teilnehmen zu lassen, weil sie dadurch sehr in der Öffentlichkeit stehen.

Ich denke, dass es in diesem Alter nicht das Beste ist, wenn man plötzlich von jedem erkannt wird. Im Alter von 14 oder 15 Jahren wünsche ich mir für mein Kind lieber Privatsphäre und ein normales Teenie-Leben.

Welchen Rat würden Sie ihrer Tochter geben, wenn Sie auch Moderatorin werden und in der Öffentlichkeit stehen möchte?
Das Wichtigste ist, dass man es aus den richtigen Gründen macht. In erster Linie soll der Beruf einem Spaß machen. Die Popularität, die damit einhergeht, sollte dabei keine große Rolle spielen. Der größte Luxus ist nämlich, wenn du mit etwas dein Geld verdienst, was dir Freude bereitet.

 (v.l.n.r.) Sasha; Jeannine Michaelsen; Jason Derulo; Olly Murs für „My Hit. Your Song.“ – ab 17. Januar 2019, um 20:15 Uhr auf ProSieben.

Das Medienmagazin „DWDL“ schrieb, dass Sie als Moderatorin „kein Charisma“ hätten und „sich rückstandslos im Mediengesummse auflösen“ könnten. Wie gehen Sie mit solch harscher Kritik um?
Es kommt auf die Art der Kritik an. Oft empfinde ich sie als Wertschätzung, da sich bestenfalls jemand, mit dem was ich mache, auseinandergesetzt hat. Doch der Artikel hat für mich nichts mit Kritik zu tun.

Das Geschriebene kann man hier als grenzenlose Zerstörungswut bezeichnen.

Die Art der Kritik ist so fernab von wirklicher Kritik, dass ich die Worte nicht ernst nehmen kann. Wenn sich Kritik aber auf etwas bezieht, was ich gemacht habe, ist das total in Ordnung und ich kann sogar daraus lernen. Ich habe nicht den Anspruch, dass alle das, was ich mache, gut finden müssen. Mir ist es lieber, wenn 600 Menschen richtig gut finden, was ich mache und 400 richtig blöd, als wenn es 1000 Menschen egal wäre. Wenn jemand mehr Persönlichkeit und Profil von sich zeigt, desto größer ist die Gefahr, dass andere das nicht mögen. Doch ich bin lieber ich selbst, als mich zu verstellen.

Gibt es Kritik, die Sie verärgert?
Kritik an meinem Äußeren oder Outfit stört mich.

Bei Frauen geht es leider fast immer zuerst um das, was man trägt. Das langweilt mich total.

Manchmal finde ich es sogar witzig, nach einer Sendung zu schauen, wie auf Twitter mein Outfit beurteilt wird. Über Klaas Heufer-Umlaufs Outfit hat sich auf Twitter aber noch nie jemand ausgelassen und das ist das Problem. Dennoch sind mir die Meinungen der anderen diesbezüglich egal. Mir ist es nur wichtig, dass ich mich wohl fühle.

Wieso benutzen Sie unter fast jedem Instagram-Post den Hashtag Avocado? Ist das ein Hinweis auf eine gesunde Ernährungsumstellung?
Ich ernähre mich natürlich wahnsinnig gesund und trinke die ganze Zeit nur Wasser! (lacht) Nein, das ist kein Hinweis auf eine gesunde Ernährungsumstellung. In den sozialen Medien möchte ich nicht teilen, was ich esse oder welchen Sport ich treibe, da es nichts ist, was mit meinem beruflichen Ich zu tun hat oder mich als Person ausmacht. Dennoch freue ich mich total, wenn mir junge Mädchen schreiben, dass sie in mir ein Vorbild sehen oder ich für sie die Idee von einer modernen, selbstbestimmten Frau von heute bin. (lacht)

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Meine erste Avocado.

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Was halten sie von den ganzen Neujahrsvorsätzen und dem Diätwahn, der gerade wieder kursiert?
Ich war ein mopsiger Teenager und dachte, ich müsste eine Diät machen. Irgendwann habe ich aufgehört, Diäten zu machen, weil ich dem Essen jetzt eine andere Bedeutung zumesse. Für mich ist es etwas Geselliges und Soziales, das mit anderen Menschen stattfindet und wobei viel geredet wird. Heute finde ich alles, was mit Verbot zu tun hat, schrecklich. Man bekommt schlechte Laune und das ist es mir am Ende einfach nicht wert. Ich finde, man sollte seinen Körper lieb haben, gut behandeln und dazu gehört nicht nur eine Gesichtsbehandlung, sondern auch ein Stück Schokolade.

In einem früheren Interview haben Sie zugegeben, besonders gut Fettnäpfchen zu finden, ohne danach zu suchen. Was war der peinlichste Moment, der Ihnen jemals passiert ist?
Der aller peinlichste Moment passierte mir während der Generalprobe zu einer Revue-Show, die im Rahmen meiner Ausbildung aufgeführt wurde. Ich war Anfang 20. Im Publikum saßen alle Kommilitonen, die bei der Show mitwirkten. Ich stand auf der Bühne und tanzte. Währenddessen trug ich ein Trägerkleid, darüber einen Pulli und einen Poncho. Letzteren trug ich, da es einen Moment im Song gab, an dem ich den Poncho hochhob, weil auf dem Pullover etwas Wichtiges draufstand. Das Problem: Unter dem Kleid war ich nackt. Im Rahmen der Performance fiel ich auf die Knie. Dabei ist mir wohl das Kleid unter die Brust gerutscht.

In dem Moment, als ich den Poncho ausziehen wollte, habe ich versehentlich Pulli und Poncho hochgehoben und für fünf Sekunden der Hälfte meiner Mitschüler meine Brüste gezeigt. Das war unfassbar peinlich.

Verwendete Quellen: eigene Recherche, Instagram

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