Jason Mraz: Wie er während Corona die Nerven behält

Jason Mraz meldet sich mit neuer Musik zurück. Wie man die Nerven in der Corona-Krise nicht verliert, verrät der US-Sänger im Interview.

Jason Mraz meldet sich mit "Look For The Good" zurück.

Jason Mraz (42) ist zurück. Der US-amerikanische Singer-Songwriter hat zwei Grammys zu Hause und sich mit Hits wie "I'm Yours" (2008) und "I Won't Give Up" (2012) in die Herzen seiner Fans gesungen. Fast zwei Jahre sind seit seinem letzten Album "Know" (2018) vergangen. Ab 19. Juni liefert er Nachschub.

Das Album "Look For The Good" widmet Jason Mraz seiner Liebe zum Reggae und liefert ganz nebenbei den perfekten Soundtrack für laue Sommernächte. In Songs wie "Time Out" oder "Make Love" besingt er die schönen Seiten des Lebens. Das Album sprüht nur so vor Optimismus und hat eine klare Botschaft: Auch in schweren Zeiten soll man positiv bleiben und das Gute sehen. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erklärt Jason Mraz, wie es um sein persönliches Glück steht und warum die Corona-Krise auch positive Seiten hat.

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©Gala

Ihr Album "Look for the Good" macht gute Laune. Wie steht es mit Ihnen - sind Sie glücklich?

Jason Mraz: Gute Frage. Ich dachte, ich wäre inzwischen glücklich. Aber ich arbeite immer noch daran. Es braucht Übung. Musik ist eine großartige Übung, die mich durch schwierige Zeiten bringt und meine Erfahrung von einer traurigen in eine kraftvollere verwandelt.

Der Titel passt perfekt in die aktuelle Zeit. Reiner Zufall oder wurde der Titel nochmal geändert?

Mraz: Dieses Jahr ist nicht anders als letztes Jahr. Es gibt einfach mehr Leute, die sauer sind und endlich etwas unternehmen.

In dem Song "Time Out" singen Sie davon, zu entspannen und eine Auszeit zu nehmen. Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?

Mraz: Ich liebe es einfach dazusitzen und zu lesen. Ich liebe auch Yoga Asanas, das es mir ermöglicht, mich mental auszuklinken und stattdessen den Fokus voll und ganz auf meinen Körper zu legen.

Fällt es Ihnen immer leicht, das Gute zu sehen - ob in Menschen oder in Situationen?

Mraz: Es ist nicht einfach. Es braucht Übung. Ich brauche Gedächtnisstützen. Das ist vor allem der Grund, warum ich das Lied "Look For The Good" geschrieben habe. Um mich selbst daran zu erinnern, nach dem Guten zu suchen.

Hat es jemals eine Situation gegeben, in der Sie den Mut verloren haben?

Mraz: Ja. Ich bin früher Motorrad gefahren. Bis ich eines Tages entschied, dass es eine dumme Idee ist.

Sie scheinen ein Optimist zu sein. Wie schaffen Sie das? Gerade in diesen stürmischen Zeiten?

Mraz: Da ich ein Pessimist bin, muss ich ein echter Optimist sein. Andernfalls würde ich es nicht aus dem Bett schaffen.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation in den USA?

Mraz: Amerika wird aufgeklärt und setzt sich gerade mit seiner schlimmen Vergangenheit auseinander. Einige Menschen wollen sich nicht damit befassen, aber wenn wir wirklich das Land der Freiheit sind, müssen wir Änderungen vornehmen und die Gleichstellung weiter vorantreiben. Amerika lernt gerade, was noch alles möglich ist.

Und die Corona-Krise? Sehen Sie darin etwas Gutes?

Mraz: Wenn ich in dieser Krise nach dem Guten suche, dann komme ich zu dem Schluss, dass es die Menschheit zum Umdenken anregt. Darüber, wie wir funktionieren, wie wir arbeiten, konsumieren und miteinander umgehen. Achtsamkeit ist wichtig.

Wie verliert man in der Corona-Krise nicht die Nerven?

Mraz: Hilf jemandem. Melde dich freiwillig, um jemandem oder einer Sache zu helfen. Hör' für einen Moment auf, dir Sorgen um dich selbst zu machen.

Was machen Sie als erstes, wenn die Krise vorbei ist?

Mraz: Ich werde eine Band zusammenstellen, Musik spielen und eine große Party schmeißen.

Auf dem Album ist auch ein Gospelchor zu hören. Sind Sie sehr spirituell?

Mraz: Ja. Ich frage mich ständig, warum ich hier bin und was meine Bestimmung ist. Aber ich bin nicht religiös. Ich hätte lieber meine eigene Religion, in der ich Mutter Natur anbete.

Das klingt, als würde die Natur bzw. der Umweltschutz eine große Rolle in Ihrem Leben spielen?

Mraz: Ja. Essen, Wasser und ein Dach über dem Kopf sind grundlegende menschliche Bedürfnisse. Die Erde gibt uns all diese Dinge. Wir sind Dummköpfe, die Erde zu ignorieren und die Art von Schaden zu verursachen, die uns aus dem Gleichgewicht und in die Not stürzt. Wir brauchen sie. Wir können nicht alle auf dem Mars leben.

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