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Iris Berben Warum "Altes Land" etwas Besonderes ist

Vera Eckhoff (Iris Berben) trabt heute immer noch gerne mit ihrem stolzen Ostpreußen provokativ über den frisch geharkten Sand
Vera Eckhoff (Iris Berben) trabt heute immer noch gerne mit ihrem stolzen Ostpreußen provokativ über den frisch geharkten Sandweg ihres Nachbarn.
© ZDF / Boris Laewen
Die Suche nach einem Platz im Leben: Was Iris Berben am Zweiteiler "Altes Land" fasziniert hat, erklärt die Schauspielerin im Interview.

Mit der gleichnamigen Verfilmung des Romanbestsellers "Altes Land" (2015) von Schriftstellerin Dörte Hansen (geb. 1964) präsentiert das ZDF am Sonntag (15.11.) und Montag (16.11.) um 20:15 Uhr einen Zweiteiler der Extraklasse. Die liebevoll und erfrischend unkonventionell erzählten Lebensgeschichten mehrerer Frauen aus drei Generationen spielen vornehmlich auf einem Hof im malerischen Obstanbaugebiet Altes Land südlich von Hamburg. Es geht um Liebe, Loyalität, unfassbare Härte, Flüchtlinge und die Suche nach einem Platz im Leben.

Eine Geschichte über Flüchtlinge und die Suche nach einem Platz im Leben

Im Mittelpunkt des Zweiteilers von Regisseurin Sherry Hormann (60, "Nur eine Frau") steht das Schicksal von Vera, die mit ihrer Mutter Hildegard von Kamcke (Birte Schnöink) als Nachkriegsflüchtling aus Ostpreußen im Alten Land landet. Ebendiese Vera wird von drei verschiedenen Schauspielerinnen gespielt: als Kind von Emilia Kowalski, als jüngere Frau von Maria Ehrich (27, "Ku'damm") und in der Gegenwart von Iris Berben (70, "Eddie the Eagle - Alles ist möglich").

Dass der Zweiteiler etwas Besonderes ist, bestätigt auch Iris Berben im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news. "In dem Film geht es um Ausgrenzung, Dazugehörigkeit oder eben fremd bleiben. Flüchtlinge, die damals nach dem Zweiten Weltkrieg kamen und die man nicht aufnehmen wollte. Das hat alles auch viel mit der heutigen Zeit zu tun", erklärt sie. Spannend seien aber natürlich auch die drei Frauengenerationen in ihren unterschiedlichen Welten.

Neben Vera in drei verschiedenen Altersstufen, sind im Film auch weitere interessante Frauenfiguren zu sehen. "Da ist Vera, die ihr Zuhause verteidigt, obwohl man es ihr schon als Kind verwehrt hat. Dann gibt es ihre Mutter Hildegard, die nach den schrecklichen Ereignissen im Krieg sogar radikale Schnitte in Kauf nimmt, um ihr Leben leben zu können. Und dann ist da noch die Tochter Anne [Svenja Liesau] von Veras Schwester Marlene [Nina Kunzendorf], die auch wieder auf der Suche nach sich selbst und einem Platz im Leben ist." Das beschreibe der Film auf eine starke Weise, sagt Berben.

Mit Hunden und Pferden am Set

In einigen Szenen ist Iris Berben hoch zu Ross zu sehen. Das Reiten musste sie nicht extra für den Film lernen und gedoubelt wurde sie auch nicht. "Ja, ich reite, habe früher sogar Italowestern gedreht, und ich mag Pferde, ein Hobby ist es aber nicht", erklärt sie. "Ich bin keine wirklich gute Reiterin und muss es mir jedes Mal neu erarbeiten. Nichtsdestotrotz finde ich es schön, dass ich es noch selber machen kann und darf und dass man mich nicht doubeln muss."

Die Szenen mit den Hunden, mit denen Vera in dem alten Bauernhaus lebt, bedurften ebenfalls keiner großen Überwindung für Iris Berben. "Mit Hunden verstehe ich mich sehr gut, ich hatte ja 17 Jahre lang selber einen Hund. Mit ihnen zu drehen, war nicht fremd für mich. Im Gegenteil", sagt sie.

Nach dem Klischee gefragt, ob es nicht anstrengend ist, mit Tieren und Kindern zu drehen, antwortet sie mit einem Augenzwinkern. "Es ist schon anstrengend. Das weiß man aber vorher. Die Tiere müssen dressiert werden. Mit Pferden ist es am leichtesten. Für Kinder und Hunde nehmen sich alle am Set besonders viel Zeit - und manchmal wünschte ich mir, dass sie das auch mit Schauspielern so machten", lacht Berben.

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