Michelle Hunziker im GALA-Interview: Sie hat Angst um ihre Kinder

Moderatorin Michelle Hunziker muss für ihren Ruhm einen hohen Preis zahlen. Offen wie noch nie spricht sie in GALA über ihre Ängste, ihren Alltag – und deutsche Tugenden

Mit ihrer offenen, herzlichen und schlagfertigen Art ist Michelle Hunziker, 40, zu einer der beliebtesten Moderatorinnen Europas geworden. In Italien zählt die Schweizerin sowieso zu den TV-Megastars, und bei uns hatte sie ihren ersten großen Auftritt Ende der Neunziger bei "Wetten, dass..?", damals noch als Ehefrau von Schmusesänger Eros Ramazzotti. Inzwischen gehört sie zur deutschen Showbranche wie Würstchen zu Kartoffelsalat, wird von Fans und Fernsehmachern gefeiert – am 24. und 25. August moderiert sie jetzt das große "Sommer-Hit-Festival" in Timmendorfer Strand (zu sehen im ZDF am 26. August, 20.15 Uhr).

Ein Leben in der Öffentlichkeit. Die Fans wollen Michelle nah sein, alles über die Dreifach-Mama wissen. Shoppen und spazieren gehen, mit Ehemann Tomaso Trussardi, 34, und den gemeinsamen Töchtern Sole, 3, und Celeste, 2, Urlaub machen: All das geht nicht ohne eine Horde von Paparazzi. Vor allem in Italien …

Cathy Hummels

"Ich kämpfe für alle Influencer"

Cathy Hummels
Cathy Hummels hat regelmäßig Kooperationen mit unterschiedlichen Firmen und macht Werbung für Produkte.
©Gala

Warum arbeiten Sie so gerne in Deutschland?

Nach meinem ersten Auftritt bei "Wetten, dass..?" habe ich einen Anruf von Frank Elstner erhalten, der mir sagte, ich solle unbedingt im deutschen Fernsehen arbeiten. Das war der Startschuss. Es bringt mir einfach Spaß, weil ich die Kultur liebe. Ein Teil meiner Familie hat lange in Baden-Baden gewohnt, wodurch ich als Kind viel Zeit dort verbracht habe. Und obwohl ich heute in Italien lebe, habe ich die deutsche Kultur nie vergessen.

Was schätzen Sie so sehr an unserem Land?

Es gibt viele Tugenden, die ich bewundere. Die Deutschen denken viel über das Leben nach. Nicht umsonst kommen so viele bekannte Poeten aus Deutschland. Ich würde zwar nie in einem anderen Land als Italien leben wollen, da mir die Leichtigkeit und die Aufgeschlossenheit fehlen würde, trotzdem trage ich zwei Seelen in mir. Es ist ein Geschenk, in zwei Kulturen leben und arbeiten zu dürfen.

In Italien werden Sie täglich von Fotografen abgelichtet.

Stimmt. In Deutschland gibt es die sogenannte Paparazzi-Kultur nicht, in Italien ist das ganz normal. Unten in meinem Haus in Mailand befindet sich eine Bar, dort sitzen jeden Tag sechs Fotografen und warten darauf, dass Tomaso oder ich vor die Tür gehen. Und dann machen sie Fotos, egal wohin wir gehen. Wie gesagt: Das gehört zur italienischen Kultur im Showbusiness einfach dazu. In Deutschland ist das ganz anders, hier habe ich wesentlich mehr Privatsphäre. Ich war mal zusammen mit den Kindern auf einem Weihnachtsmarkt – und habe da nur einen einzigen Paparazzo gesehen. Ich sehe den Unterschied auch an meinen deutschen Kollegen, die haben eine ganz andere Einstellung zu Social Media und Co. Den deutschen Promis ist ihr Privatleben heilig, den Italienern nicht.

Gibt es Momente, in denen Ihnen das alles zu viel wird?

Eigentlich nicht, denn ich habe nichts zu verstecken. Ich bin eine erwachsene Frau, verheiratet, habe Kinder. Wir sind es gewohnt, Paparazzi im Schlepptau zu haben. Außerdem gehen sie alle sehr respektvoll mit uns um. Und wenn es mal einen Tag gibt, an dem ich nicht fotografiert werden möchte, dann sage ich das, und sie respektieren meinen Wunsch. Ich habe mir in all den Jahren ein sehr gutes Verhältnis zu den Fotografen aufgebaut. Sie kennen mich seit Beginn meiner Karriere – und ich sie.

Wie regeln Sie alltägliche Dinge wie Einkäufe im Supermarkt oder Shoppingtouren?

Wenn ich einkaufen gehen möchte, dann gehe ich einkaufen. Es stört mich nicht, wenn ich dabei fotografiert werde. Meine Familie oder meine Freunde, die mich begleiten, haben manchmal schon eher ein Problem damit. Spontan mal eben kurz einkaufen gehen kann ich aber nicht. Es gibt halt viele Fans, die mich ansprechen, ein Video oder ein Foto machen wollen. Das muss ich einkalkulieren.

Und wie ist es, wenn Sie Ihre Kinder zur Schule bringen?

Wenn ich morgens früh um halb neun aus dem Haus gehe, um die Kinder wegzubringen, schlafen die Paparazzi meistens noch. Das ist eine der wenigen Stunden, in denen uns niemand folgt. Außerdem haben wir mit den Fotografen eine Abmachung getroffen, dass sie keine Fotos vor der Schule machen. Es reicht doch, dass jeder weiß, wo wir wohnen. Ich möchte nicht auch noch, dass jeder weiß, wo meine Kinder zur Schule gehen. Dabei würde ich mich nicht sicher fühlen.

Michelle Hunziker mit ihren Töchtern Celeste und Sole

Haben Sie manchmal Angst um Ihre Kinder?

Absolut! Ich hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit Stalkern zu tun, deswegen habe ich natürlich auch Angst um meine Kinder. Aus diesem Grund habe ich auch immer einen Bodyguard an meiner Seite. Ich bin kein Mensch, der gern seine Unabhängigkeit und Freiheit aufgibt, aber ich empfinde es vor allem zum Schutz meiner Kinder als notwendig. Heutzutage ist es in Italien sehr gefährlich, auf die Straße zu gehen, gerade als Frau. Und wenn man prominent ist, steigt das Risiko natürlich.

Von wem wurden Sie denn gestalkt?

Das waren die unterschiedlichsten Typen. Es gab Leute, die jeden Tag vor dem Haus gewartet haben, mir Briefe geschrieben haben oder im Studio saßen. Bei einigen ist die Fan-Liebe irgendwann in aggressives Verhalten umgeschlagen. Das passiert oft, wenn diese Menschen merken, dass ihre Liebe zu einem Prominenten nicht erwidert wird. Von zwei Stalkern habe ich sogar Morddrohungen erhalten. Sie sind dann ins Gefängnis gekommen.

Wie sind Sie mit diesen Bedrohungen umgegangen?

Ich bin generell kein weinerlicher Mensch oder jemand, der in Selbstmitleid zerfließt. Ich habe das Glück, dass ich mir einen Bodyguard leisten kann – im Gegensatz zu vielen anderen Frauen. Genau deshalb habe ich ja zusammen mit einer Freundin eine Stiftung gegründet, die sich für die Rechte von Frauen einsetzt.

Welche konkrete Hilfe bieten Sie da an?

In Italien gibt es keinerlei Gesetze gegen Stalking oder häusliche Gewalt. Unsere Stiftung heißt "Doppia Difesa" (Doppelte Verteidigung). Wir haben Frauenhäuser gegründet, bieten alltäglich Aktivitäten in Rom, kostenlose psychologische, ärztliche und rechtliche Betreuung für Frauen in Not.

Wie erklären Sie eigentlich Ihren Kindern, dass ständig Paparazzi in der Nähe sind?

Als Aurora klein war, habe ich das Ganze wie ein Spiel aufgezogen. Wir sind lachend vor den Paparazzi weggelaufen und haben uns versteckt. Sie hat gesehen, dass ich keine Angst habe, und dann hat auch sie es als Spaß empfunden. So werde ich das mit Sole und Celeste auch handhaben.

Sie schildern das recht gelassen. Gab es in der Vergangenheit denn auch mal Probleme mit der öffentlichen Aufmerksamkeit?

Meine älteste Tochter Aurora hat als Jugendliche ein bisschen rebelliert. Da habe ich ihr versucht zu erklären, dass sie ein sehr privilegiertes Leben führt und auch sehr viele Vorteile dadurch hat, dass ihre Eltern berühmt sind. Und zu Beginn der Schulzeit war es für Auri nicht immer einfach, die richtigen Freunde zu finden. Sie wusste ja oft nicht, warum die Kinder eigentlich mit ihr befreundet sein wollen. Dennoch hat sie es toll gemeistert. Und mit den Fotografen gab es nie Probleme.

Ist Ihr Mann Tomaso auch schon immer so locker damit umgegangen?

Tomaso hat mich sehr überrascht. Er ist der einzige Mann, den ich kennengelernt habe, der total locker mit der Situation umgegangen ist. Das ist eine der vielen positiven Seiten an ihm. Als ich ihn kennengelernt habe, hatte ich die Befürchtung, dass er wegrennt, sobald er merkt, wie viel Trouble herrscht. Da hatte ich wirklich Bedenken. Aber er hat von Anfang an gesagt: "Mich interessiert nicht, was in der Öffentlichkeit passiert. Ich liebe dich so, wie du bist, und ich nehme das ganze Paket."

Anfangs haben wir über "Wetten, dass..?" gesprochen. Mal angenommen, es gäbe eine Wiederauflage – wären Sie mit von der Partie?

Ich wäre absolut wieder dabei! Ich liebe Sendungen, die pure Unterhaltung bieten, eine Art Leichtigkeit – und "Wetten, dass..?" bietet all das. Das Beste wäre meiner Meinung nach eine große Comeback-Sendung mit der ganzen Mannschaft, zum Beispiel auf Mallorca, eine Art Special. Aber natürlich würde ich auch wieder eine ganze Staffel mitmoderieren ...

Mit Thomas Gottschalk?

Mit wem sonst!           

Familie Hunziker-Trussardi

Die schönsten Fotos ihrer Familie

27. Juni 2020  Huuui! Mit sichtlich größter Freude wagt Michelle Hunziker von ihrer Jacht aus den Sprung ins kühle Meer, und Tochter Aurora hat diesen tollen Moment auf Kamera festgehalten.
Dass Aurora Ramazzotti den Familienausflug auf der Jacht ebenso genießt wie Mama Michelle ist hier ganz deutlich zu sehen.
21. Juni 2020  Endlich wieder Planschen! Nach einer gefühlten Ewigkeit in häuslicher Quarantäne genießt Familie Hunziker-Trussardi den Ausflug ans Meer. Freudig springt Michelle Hunziker mit ihren Töchtern Celeste und Sole an der ligurischen Riviera in die Wellen.
21. Juni 2020  So sieht ein perfekter Morgen im Hause Hunziker aus: Alle "Welpen", die menschlichen wie auch die tierischen im Bett zusammen kuschelnd. So richtig gemütlich!

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