Heike Makatsch im GALA-Interview: "Ich bin ein netter Mensch"

Heike Makatsch wird als Star verehrt, gilt aber als sperrig. Wir fragten die Schauspielerin, was sie dazu sagt

Wenn es etwas gibt, das , 46, nicht gern tut, dann ist es Interviews geben. Über den roten Teppich flanieren, okay, das gehört zum Star-Sein dazu. Aber lieber dreht sie einfach Filme. Umso verblüffter ist sie, als sie beim Gespräch mit GALA komplett die Zeit vergisst und so beinahe ihren Anschlusstermin verpasst.

Wann sind Sie heute aufgestanden? Und: Geht es bei Ihnen hektisch zu?

Ja, schon, es gibt schon früh am Morgen immer viel zu tun, ich stehe meistens so um viertel nach sechs auf.

Sie sind Mutter von drei Töchtern. Habe Sie eine Organisationsroutine?

Wir bekommen das alles gut hin. Ich habe ein gutes und funktionierendes familiäres Netzwerk.

Sie haben jetzt Ihren zweiten Einsatz als "Tatort"-Kommissarin, spielen eine alleinerziehende Mutter, die mit Job und Kind jongliert. Haben Sie sich im richtigen Leben die Frage gestellt: Kind oder Karriere?

Diese Frage habe ich mir tatsächlich nie gestellt. Ich habe auch nie besorgt gegrübelt oder gedacht: Wie wird das jetzt wohl alles werden? Ich habe immer gespürt, wo und wie meine Prioritäten liegen. Heute fühle ich mich wirklich sehr privilegiert. Denn das mit Job und Kindern ist ja auch wirklich gut ausgegangen. Ich habe meine beruflichen Entscheidungen immer schon sehr für die Familie getroffen.

Sie haben Ihr Politikstudium abgebrochen und auch Ihre Schneiderlehre. Dann kam plötzlich der Musiksender VIVA auf Sie zu. Wie kam es zu diesen krassen Brüchen?

Von außen betrachtet wirkt das vielleicht ein wenig komisch, und der Übergang von einer Schneiderlehre zu VIVA war auch ein harter Cut. Am Ende des Tages bin ich aber immer zur richtigen Zeit durch die für mich richtigen Türen gegangen, und jeder Schritt, den ich gegangen bin, hat mich geprägt. Auch negative Erfahrungen haben mich weitergebracht.

Ganz ohne abzuheben?

Davon bin ich ziemlich überzeugt. Ich hatte immer schon Freunde um mich herum, die mich auf dem Teppich gehalten haben – und auch meine Eltern haben nie ehrfürchtig vor der Flimmerkiste gestanden, wenn die Tochter darin stattfand. Das war ein organisches Hineinwachsen in diese Branche.

Vom Girlie zur Charakterdarstellerin – klingt traumhaft ...

... aber der Weg war nicht immer so gerade und geschmeidig, wie es im Rückblick vielleicht aussehen mag. Aber irgendwann habe ich dann für mich immer ganz klare Entscheidungen getroffen. Ich habe gelernt "Ja" zu sagen und in den richtigen Momenten auch "Nein". Auch wenn zwischendrin Dürrephasen kamen. Die muss man aushalten. Der einzige Kompass, den ich habe, bin ich selbst.

Halten Sie sich eigentlich für einen freundlichen Menschen?

Wieso fragen Sie das? (lächelt)

Weil man hier und dort hört, Sie seien "etwas schwierig" und "sperrig".

Es ist mir kein vordergründiges Anliegen, immer nur nett zu sein. Und doch denke ich, ich bin ein sehr netter Mensch.

Bestätigen wir gern. Wie ist das eigentlich am Ostermontag: Werden Sie gemeinsam mit der Familie den "Tatort" anschauen?

Ich habe ihn ja schon gesehen, aber vielleicht gucken wir ihn auch noch mal zusammen.

Heike Makatsch ermittelt zum zweiten Mal als "Tatort"-Kommissarin Ellen Berlinger (mit Martin Rascher). Das Erste, Ostermontag, 2. 4., 20.15 Uhr

Themen

Mehr zum Thema

Star-News der Woche