"Dark"-Schauspieler Louis Hofmann über Serienende: "Es sind definitiv Tränen geflossen"

"Es wird ziemlich emotional". Das sind die ersten Worte, die Louis Hofmann über das Staffelfinale von "Dark" verliert. Im GALA-Interview verrät er zudem, warum sich das Ende der besten Netflix-Serie so schmerzhaft für ihn angefühlt hat.

"Dark" hat Louis Hofmann, 23, weltweit bekannt gemacht. Ja genau, den jungen Mann in der gelben Regenjacke. Er spielt die Hauptrolle in der bis dato am besten bewertetsten Netflix-Serie. Nun findet der Hype um das mystische Epos aus komplexen Familiensträngen und Reisen durch verschiedene Zeitebenen ein Ende.

Im GALA-Interview erzählt der gebürtige Bergisch Gladbacher, was die Fans im Finale der Serien-Trilogie erwartet, wieso sich bei ihm in den letzten Wochen ein Gefühl von Apokalypse breitgemacht hat und wie er den letzten Drehtag mit Kollegin Lisa Vicari, 23, erlebt hat. 

"Dark"-Schauspieler Louis Hofmann im GALA-Interview

GALA: Louis, "Dark" ist nun abgedreht. Wie war der letzte Tag am Set?
Louis Hofmann:
Zum letzten Drehtag sind Lisa (Vicari) und ich morgens zusammen hingefahren und uns wurde bewusst: „Hey, das sind jetzt wirklich die letzten zwölf bis dreizehn Stunden von 'Dark'.“ Wir mussten relativ lange warten. Dadurch hat sich alles nur noch mehr und mehr angestaut. Die letzte Szene war dann ein sehr emotionaler und besonderer Moment und hat so gut zum letzten Dreh gepasst.

Louis Hofmann als "Jonas Kahnwald" in der dritten Staffel von "Dark", die am 27. Juni auf Netflix Premiere feiert.

Sind auch Tränen geflossen?

Es sind definitiv auch Tränen geflossen.

Hat das "Dark"-Team zum Abschied noch eine große Party gefeiert?
Ja, einen Tag später war unser Abschlussfest. Da wurde etwas gezeigt, was auch wieder sehr emotional war. Lisa und ich haben die Zeit kurz nach dem Ende der Serie immer mit dem Gefühl von Liebeskummer verglichen. Man liebt sich noch, aber kann sich jetzt nicht mehr sehen.

Das war ein sehr schmerzhaftes Gefühl, aber irgendwann auch total schön. Denn die Erinnerung wird uns nicht genommen.

Enden von großen erfolgreichen Serien sind immer heikel. Entweder, die Fans lieben oder hassen es. Sind Sie zufrieden?
Ich bin schon echt zufrieden mit dem Ende. "Dark" war immer als Trilogie geplant und ich finde es sehr gut, dass es nicht noch länger ausgequetscht wird, um noch mehr Staffeln zu produzieren. Ich habe das Gefühl, dadurch hatten die Produzenten die Möglichkeit, ein sehr rundes Ende zu schreiben. Natürlich bin ich jetzt total gespannt, was die Fans dazu sagen!

Dritte "Dark"-Staffel "wird ziemlich emotinal"

Im Trailer heißt es: "Das Ende ist der Anfang und der Anfang ist das Ende. Die Apokalypse kommt“. Was können Sie uns schon über die dritte Staffel verraten?
Es wird ziemlich emotional. Die dritte Staffel schafft die Gratwanderung zwischen kluger Verkopftheit und epischer Erzählweise. Jonas findet heraus, dass es neben Adam noch andere Figuren gibt, die nach ihrem Verlangen und ihren eigenen Interessen handeln.

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All episodes available June 27 only on Netflix

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2018 haben Sie in einem Interview gesagt, dass Sie der Erwartungsdruck überrollt hat. Wie kommen Sie heute damit klar?
"Dark" ist abgeschlossen, ich muss keine weitere Staffel drehen, hab’s auch schon gesehen, bin zufrieden mit dem Ergebnis und deswegen spüre ich gerade nicht so viel Druck.

Das ist sicherlich ein befreiendes Gefühl. Und wie sieht Ihr restliches Jahr nun aus?
Es sieht momentan so aus, als würde ich dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht mehr arbeiten. Irgendwie finde ich das völlig in Ordnung. Ich habe mich so damit angefreundet und komme mit dieser Zeit auch echt gut klar.

Apropos Corona: Seit dem Ausbruch der Pandemie ist nichts mehr wie vorher. Wie haben Sie die anfängliche Zeit erlebt?
Ich hatte ein bisschen Angst, als noch nicht klar war, was das alles bedeutet, wie groß die Pandemie wird und wie gefährlich dieser Virus ist. In dieser Zeit der Ungewissheit war ich über einen längeren Zeitraum in London und wusste nicht, ob ich jetzt nach Hause muss und wie gefährlich es ist, mit dem Zug zu fahren.

Da hat sich tatsächlich ein Gefühl von Apokalypse bei mir breitgemacht.

Mit immer mehr Informationen ging diese Unsicherheit aber weg.

Ich habe gelesen, dass Sie Ihre Karriere vor der Kamera als 9-jähriger WDR-Tester für Freizeitangebote begonnen haben. Stimmt das und wenn ja, wie kam es dazu?
Ja, das stimmt (lacht)! Eine Freundin meiner Mutter hat bei der Sendung Regie geführt und die haben noch einen Jungen gesucht, der Angebote testet. Dann habe ich das zwei Jahre lang gemacht. Einmal im Monat sind wir zum Beispiel in den Klettergarten gefahren oder haben eine Kanutour unternommen, was ich bewertet habe. Irgendwann wurde mir klar, dass ich ein richtiger Schauspieler werden möchte, also richtige Figuren spielen möchte. Daraufhin habe ich meine Eltern dazu gezwungen, mich bei einer Kinderagentur anzumelden.

Mit "Dark" schaffte Louis Hofmann den internationalen Durchbruch - hier in der ersten Staffel als "Jonas Kahnwald".

Das war also der Startschuss für Ihre Karriere?
Kann man so sagen. Vielleicht wäre ich ansonsten erst viel später zur Schauspielerei gekommen und vielleicht wäre es dann auch viel schwieriger gewesen, den Einstieg zu finden.

Und welcher Schauspieler inspiriert Sie heute am meisten?

Ich bin von diesem einen großen Idol weggekommen und suche mir immer von mehreren Schauspielern Dinge zusammen, die mich faszinieren und inspirieren.

Eddie Redmayne bewundere ich für seine Verletzlichkeit, Leonardo DiCaprio für deine Physis und Kraft, die er in seinen Rollen rüberbringt, Daniel Day Lewis ist ein Virtuose und unfassbarer Schauspieler, wie auch Philip Seymour Hoffman und Joaquin Phoenix.

Verwendete Quellen: eigenes Interview, Instagram

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