Daniel Boschmann im Interview: "Ich verpacke das, was zig andere vorher in die Wege geleitet haben"

Daniel Boschmann, bekannt aus dem "Sat.1 Frühstücksfernsehen" und "Endlich Feierabend", ist ein Vollblut-Moderator. Mit ihm haben wir offen wie noch nie über den Job des Moderatoren gesprochen und über das ehrliche Feedback seiner Frau 

Daniel Boschmann

Egal ob beim "Sat.1 Frühstücksfernsehen" oder am frühen Abend bei "Endlich Feierabend": Daniel Boschmann verzaubert mit seiner locker-fröhlichen und vor allem witzigen Art den Alltag unzähliger Zuschauer in Deutschland. Fröhlichkeit und Charme versprüht der 38-Jährige ebenfalls scheinbar mühelos und auf Knopfdruck während der Sonntag-Abend-Show "Dancing on Ice". Während die Promis auf Kufen so manches Mal ins Schleudern geraten, führt der gebürtige Hildesheimer zusammen mit seiner Co-Moderatorin Marlene Lufen souverän durch den Abend. Wir haben uns gefragt: Was ist das Geheimrezept des Vollblutmoderators und wie schafft er es – egal ob morgens oder abends – scheinbar nie mit dem falschen Fuß aufgestanden zu sein? 

Daniel Boschmann im GALA-Interview

GALA: Moderation – Ist das schon immer das, was Sie machen wollten?

Daniel Boschmann: Ich wollte das hier schon immer, aber es war ein langer Weg. Ich habe in Mannheim BWL mit Japanisch im Nebenfach studiert. Letzteres habe ich mit viel Leidenschaft betrieben, aber BWL hat mich am Ende eigentlich nur noch gelähmt und unglücklich gemacht. Dann war das irgendwann eigentlich nur noch eine logische Konsequenz, dass man sagt, das will ich eigentlich gar nicht, da mache ich mir nur was vor. Ich habe aber nochmal das Politik-Studium drangehängt in Berlin und Potsdam – das habe ich auch erfolgreich abgebrochen. (lacht) Ich bereue es jedoch absolut nicht.

Gerade jetzt empfinde ich pure Freude für meinen Beruf und dafür, dass ich endlich das machen darf, was ich mir immer erträumt habe.

Zwei Jahre Sat. 1 Frühstücksfernsehen – wie schwer fiel Ihnen das Aufstehen? Sind Sie ein Morgenmensch? 

Ich habe keinen Dimmer. Wenn ich wach bin, bin ich wach. Das hat in meinen früheren WGs zu einigen Krisensitzungen geführt. Ich wollte mich dann halt beim Frühstück gleich unterhalten. Die anderen eher nicht so. Ich habe den Eindruck, dass man den Job beim Frühstücksfernsehen nur dann machen kann, wenn man den Morgen auch feiert. Wir haben keinen einzigen Muffel dabeigehabt. Bei mir ist es so, wenn ich das Gefühl habe, ich verpasse zu viel vom Tag, dann treibt mich mein Körper schon automatisch aus dem Bett. Ich muss mir auch gar keinen Wecker stellen. 

Was gefiel Ihnen beim Frühstücksfernsehen besonders gut? 

Frühstücksfernsehen hat in meinen Augen eine ganz eigene Faszination: Den Tag mit Menschen starten zu dürfen ist schon toll. Vor allem, weil es auch so intim ist. Menschen lassen uns quasi zu sich nach Hause ins Wohnzimmer oder ins Schlafzimmer und uns an ihrer Morgenroutine teilhaben. Während wir schon gestriegelt und gebürstet im Studio stehen, sind die meisten der Zuschauer noch im Schlafanzug oder machen die Kinder gerade fertig.

Das ist ein sehr privater Moment. Wenn man das mal verstanden hat, ist das ein wirklich tolles Gefühl. 

Und wie sehr freuen Sie sich jetzt darüber, dass Sie eine Abend-Show moderieren dürfen? 

Ich freue mich sehr – ich mein, wer kann schon von sich behaupten, dass er beruflich Feierabend machen darf. Die Moderation von „Endlich Feierabend“ ist auch zeitlich gesehen ein bisschen entspannter. Früher musste ich immer um 2:57 Uhr aufstehen – da war kein anderer mit mir wach. Und am Nachmittag, wenn ich Feierabend hatte, konnte ich ja auch nichts mit meinen Freunden unternehmen. Auf die Frage, ob jemand mit mir einen Kaffee trinken gehen möchte, bekam ich immer nur „Ich habe einen Beruf – Danke, Nein“ zu hören. Für das Sozialleben ist das jetzige Format somit natürlich besser. 

Daniel Boschmann moderiert jetzt "Endlich Feierabend" auf Sat.1

Und was machen Sie jetzt am liebsten in Ihrer dazu gewonnen Feierabend-Zeit?

Ich gucke leidenschaftlich gerne Fußball – endlich kann ich also wieder mehr Champions-League schauen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Ich merke schon: Sport liegt Ihnen sehr am Herzen. Mit „Dancing on Ice“ dürfen Sie ja jetzt mehr oder weniger auch ein Sportformat moderieren – wie finden Sie das? 

Ich habe einen Heiden-Spaß dabei! Als Kind und Jugendlicher bin ich selbst auch geskatet. Mit „Dancing on Ice“ ist es somit ein Kreis, der sich dadurch schließt. Denn Kufen oder Rollen – am Ende ist der Unterschied nicht zu groß. Es juckt mir auch immer in den Füßen, wenn alle anderen auf dem Eis sind – dann würde ich am liebsten auch eine Runde auf dem Eis drehen. Meine Produzentenchefin sagt dann aber immer: „Ne, Daniel, wir brauchen dich heile“. Aber vielleicht dürfen Marlene und ich dann bei der letzten oder vorletzten Show eine kleine Runde drehen (lacht). 

Marlene Lufen und Daniel Boschmann

Wie würden Sie die Rolle eines Show-Moderators beschreiben? 

Letztlich kann man sich eine Live-Show wie ein Kaufhaus vorstellen. Zahlreiche Menschen haben dafür gesorgt, dass genügend Sachen da sind und alles reibungslos abläuft. Als Moderator bin ich dann derjenige, der unten an der Kasse an der Einpackstation steht, eine Schleife um das Eingekaufte macht und sagt: „Ich hoffe, Sie hatten ein schönes Gefühl bei uns und beehren Sie uns doch bald wieder.“ Kurzum: Ich verpacke das, was zig andere Menschen vorher in die Wege geleitet haben. 

Wenn Sie mal einen schlechten Tag haben, an was denken Sie, das Sie wieder aufbaut?

Generell bin ich ein sehr fröhlicher Mensch. Das liegt auch vielleicht daran, dass ich mir zweimal die Achillessehne gerissen habe.

Wenn man dann vom Arzt hört, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass man nie wieder normal gehen kann, dann hast du viel Demut gelernt.

Jetzt bin ich gesund und happy, und warum soll ich das nicht auch zeigen? Natürlich ist man nicht immer auf 100 Prozent, aber die paar Prozente richtet dann vielleicht auch manchmal eine Tasse Kaffee bei mir. 

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Montag.

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Guckt Ihre Frau immer alle Shows von Ihnen? Sagt sie Ihnen auch mal unverblümt ins Gesicht, wenn ihr etwas an Ihrer Moderation nicht gefallen hat?

Also es ist jetzt nicht so, dass ich wenn ich nachhause komme, nur Applaus bekomme. Wir reden da schon ganz normal drüber. Aber in einer Beziehung soll das ja auch so sein. Dieses vernebelte „Ach Schatz, das hast du aber toll gemacht“, gibt es bei uns nicht. Meine Frau war schon ein riesiger Fan vom Sat.1 Frühstücksfernsehen, da hatte ich die Rolle als Moderator noch gar nicht. Als ich mich dann dort beworben hatte, und nach dem Casting eine Zusage erhielt, freute sich meine Frau natürlich sehr für mich. Sie sagte aber auch direkt im zweiten Satz: „Daniel, versaue es mir bitte nicht.“ 

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