Christiana Pedersoli: "Mein Vater Bud Spencer hatte keinen Plan"

Bud Spencer stand fast sein Leben lang vor der Kamera. Doch wie sah sein Leben abseits des Rampenlichts aus? Seine Tochter verrät es.

Cristiana Pedersoli schreibt in "MEIN PAPA BUD: Erinnerungen an meinen Vater" über das Leben und den Familienalltag mit Bud Spencer

Kaum ein Kinofan kennt Bud Spencer (1929-2016, "Vier Fäuste für ein Halleluja") und seine Filme, die er zumeist mit Terence Hill (80) gedreht hat, nicht. Was jedoch vermutlich nur wenige wissen: Spencer, bürgerlich Carlo Pedersoli, war nicht nur Schauspieler, sondern auch ehemaliger Olympia-Schwimmer, Jurist, Komponist, Modedesigner und vieles mehr. Seine Tochter Cristiana Pedersoli (57) erinnert sich in ihrem neuen Buch "Mein Papa Bud" an die zahlreichen Facetten des Western-Helden. Mit der Nachrichtenagentur spot on news hat sie darüber gesprochen, welche Einstellung ihr Vater zum Leben hatte und was sie alles von ihm lernen konnte.

Frau Pedersoli, Ihr Vater hat im Laufe seiner Karriere über 60 Filme gedreht. Haben Sie ihn als Kind oft vermisst?

Cristiana Pedersoli: Ich habe ihn sehr vermisst, wenn er arbeiten war. Er war ein cooler und liebevoller Vater, mit dem wir sehr viel Spaß haben konnten. Man muss aber auch sagen, dass er immer Wert daraufgelegt hat, dass wir Kinder ihn ein paar Tage oder auch mal einen ganzen Monat am Set besuchen durften. Wir waren mit ihm überall auf der Welt.

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War es jemals eine Last für Sie, die Tochter eines großen Leinwandstars zu sein?

Pedersoli: Dieses Gefühl hatte ich wirklich nie. Viel eher war es ein Vergnügen für mich. Ich war immer stolz auf meinen Vater und bin es noch. Vielleicht hatte es mein Bruder da etwas schwerer, weil er ja der männliche Nachfahre ist.

Würden Sie sagen, Ihr Vater hat das Scheinwerferlicht in seinem Leben gebraucht?

Pedersoli: Auf keinen Fall. Alles, was er gemacht hat, hat er für sich selbst gemacht. Nicht für die Aufmerksamkeit und nicht für den Erfolg. Mein Vater war ein sehr strebsamer und neugieriger Mensch, der immer sehr vieles machen wollte und sich in den Dingen, die er tat, stets verbessern wollte.

Woher nahm er die ganze Energie?

Pedersoli: Im letzten Abschnitt seines Lebens habe ich ihn einmal dasselbe gefragt und er meinte zu mir: "Weißt du, ich habe so viele Dinge in meinem Leben gemacht. Ich weiß zwar nicht, wie ich das alles geschafft habe, aber ich würde gern noch mehr machen wollen." Er hatte wirklich jede Menge Energie, seine ganz eigene.

Glauben Sie, Bud Spencer hatte einen Plan im Leben?

Pedersoli: Darüber habe ich schon häufig nachgedacht. Ich denke, es gab keinen Plan. Seine Philosophie war eher, dass er das Leben liebte und das Leben liebte ihn. Er nahm die Dinge so, wie sie kamen.

Konnten Sie sich von Ihrem Vater etwas abgucken?

Pedersoli: Ich habe versucht von ihm zu lernen, in schlechten Dingen immer auch etwas Positives zu erkennen. Auch ich nehme das Leben so, wie es ist. Mein Vater war stets authentisch, freundlich und frei. Darin eifere ich ihm nach.

Sie sind Mutter zweier Kinder. Erkennen Sie in ihnen Charakterzüge Ihres Vaters wieder?

Pedersoli: Manche Eigenschaften von ihm stecken wirklich in Nicolò und Sofia. Mein Sohn ist ein sehr zielstrebiger und arbeitstüchtiger Mensch, genau wie mein Vater. Und meine Tochter hat eine etwas verrücktere Seite an sich, ist gleichzeitig aber auch sensibel und tiefgründig. Das Verrückte teile ich mit ihr. Selbst meine Mutter sagt hin und wieder zu mir: "Du bist genau wie dein Vater." Und das meint sie nicht im positiven Sinne. Meine Mutter und ich sind sehr verschieden. Während sie eher eine zurückhaltende und ernste Person ist, komme ich nach meinem Vater und bin ein wenig durchgeknallt.

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