Axel Prahl: Berlin ist ihm zu touristisch

In seiner neuen Komödie von Axel Prahl geht es ums Landleben. Warum er auch privat keine Lust mehr auf Berlin hat, erzählt er im Interview.

Thomas (Axel Prahl) und Jutta (Dagmar Manzel) kümmern sich um Kuh Gloria (Lola)

Schauspieler Axel Prahl (59) ist Teil des beliebtesten "Tatort"-Teams aus Münster. Der nächste Sonntagskrimi mit ihm als Kommissar Frank Thiel heißt "Lakritz" und wird am 3. November im Ersten ausgestrahlt. Wer aber schon vorher mit dem gebürtigen Schleswig-Holsteiner lachen will, hat am heutigen Freitag die Gelegenheit dazu. Denn die TV-Komödie "Gloria, die schönste Kuh meiner Schwester" (27. September, 20:15 Uhr, das Erste) ist nicht minder sehenswert.

Axel Prahl spielt darin Thomas, den Bruder der Brandenburger Bäuerin Jutta (Dagmar Manzel, 61), die mit ihrer Lieblingskuh Gloria (Lola) gerne bei Kuh-Wettbewerben teilnimmt. Nun soll das schöne Tier sogar "Miss Germany" werden. Doch als Thomas erstmals nach dem Tod des gemeinsamen Vaters überraschend zu Besuch kommt, um seinen Erbanspruch geltend zu machen, gerät ihre ohnehin nicht ganz heile Welt gehörig ins Wanken...

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Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erzählt Axel Prahl unter anderem, wie die Dreharbeiten mit der Kuh waren, was er als Kind schon mit Jungbullen erlebt hat und wie es mit dem Genuss von Rindfleisch aussieht.

Was hat Ihnen an dem Projekt besonders gut gefallen, warum haben Sie zugesagt?

Axel Prahl: Da gab es mehrere Gründe, allen voran das sensationelle Drehbuch. Das war so gut geschrieben, dass ich schon beim Lesen Tränen gelacht habe. Darüber hinaus hat das ganze Stück aber auch einen sehr großen Tiefgang. Es wird viel erzählt über das Hofsterben beispielsweise im Brandenburgischen, weil die Generation wegstirbt, die sich noch für Tiere und Landwirtschaft begeistern konnte und diese Knochenarbeit auf sich genommen hatte. Das geht ja um vier Uhr morgens los und manchmal bis tief in die Nacht hinein, wenn beispielsweise eine Kuh kalbt. Da muss man natürlich im Stall sein. Ein weiterer ganz wichtiger Punkt war auch die Aussicht, mal wieder mit Dagmar Manzel zusammen spielen zu können. Wir kannten uns von dem Film "Willenbrock" (2005) und haben uns sehr gemocht und deswegen haben wir uns sehr gefreut, dass wir wieder zusammenarbeiten.

Die Geschichte spielt im Brandenburgischen auf dem Land. Wäre das Landleben etwas für Sie?

Prahl: Ich habe in Berlin gewohnt, mittlerweile habe ich der Stadt aber den Rücken gekehrt. Das wird mit da inzwischen zu laut, zu voll, zu viel und zu touristisch. Deswegen wohne ich jetzt tatsächlich auch im Brandenburgischen und schätze das sehr.

Haben Sie Tiere, vielleicht sogar Kühe?

Prahl: Nein, derzeit hätte ich auch generell keine Zeit für ein Haustier. Was ich sehr schade finde. Denn wenn man die Verantwortung für ein Tier wirklich ernst nimmt, dann sollte man sich besser keines holen, wenn man nicht die Zeit dafür hat.

Wie waren die Dreharbeiten mit der Kuh? War sie dressiert?

Prahl: Da haben wir mit der Lola, wie sie mit richtigem Namen heißt, ganz großes Glück gehabt. Diese Kuh strahlte eine derartige Ruhe aus und machte das alles so großartig, dass wir alle ganz entzückt waren. Es war wirklich irre. Dabei war sie ja keine dressierte Kuh. Sie hatte aber tatsächlich schon mehrfach an solchen Wettbewerben teilgenommen und wusste, was auf sie zukommt. Außerdem musste sie auch optisch die Voraussetzungen für so eine Preis-Kuh erfüllen. Also ein hochliegendes, breites Becken, schlanke Fesseln und einen großen Euter.

Gab es Berührungsängste mit der Kuh, weil die ja doch recht groß und stark sind?

Prahl: Nein, ich bin ja in Schleswig-Holstein mehr oder weniger kleinstädtisch aufgewachsen. Und als ich so zehn Jahre alt war, hatte ich einen Freund, dessen Vater einen kleinen Betrieb mit ein paar Kühen hatte. Damals hatte ich die ersten Kontakte mit Kühen. Wir durften sie zum Beispiel immer aus dem Stall auf die Wiese lassen. Vor allem, wenn die Staken (Jungbullen) nach dem Winter zum ersten Mal wieder rausdurften, war das schon sehr beeindruckend, wie die sich freuten. Die waren kaum in Zaum zu halten.

Wie schaut es mit Kühe-Verspeisen bei Ihnen aus?

Prahl: Meine Großmutter arbeitete beim Schlachter. Damals gab es noch den Fleischer vor Ort, der einmal in der Woche regionale Kühe und Schweine geschlachtet und verarbeitet hatte. Es gab diese Tierquälerei noch nicht, bei der die Tiere kaserniert und dann über ewige Strecken durch die Landschaft gekarrt werden. Das gab es alles noch nicht, insofern bin ich natürlich ein konditionierter Fleischesser und es ist wahnsinnig schwer, das wieder rauszukriegen. Ich bemühe mich aber redlich, hier und da auf Fleisch zu verzichten und auch mal einen vegetarischen Tag einzulegen, aber alles in allem bin ich dann doch schon ein Carnivore.

Ein ernstes Thema im Film ist die Sache mit dem Erben. Wie kann man da Streit vermeiden?

Prahl: Das ist ja leider wohl sehr häufig so und das ist grässlich, finde ich. Mittlerweile bin ich nun auch in dem Alter, dass ich schon den einen oder anderen Todesfall miterlebt, und auch die Erfahrung gemacht habe, was im Nachgang alles für die Hinterbliebenen an Arbeit zu leisten ist. Da kann ich nur jedem empfehlen, tatsächlich ein Testament bei einem Notar aufzusetzen oder aufsetzen zu lassen und Angelegenheiten wie beispielsweise Bankvollmachten über den Tod hinaus für den Ehepartner im Vorfeld zu regeln.

Zum Schluss noch zum "Tatort". Da bleibt alles beim Alten oder ist ein Ende in Sicht?

Prahl: Im November wird der nächste ausgestrahlt und dann drehen wir auch schon wieder.

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