"Das perfekte Geheimnis" | Interview: Sind Geheimnisse bei Frederick Lau sicher?

"Das perfekte Geheimnis" startet im Kino. Mit Dabei: Frederik Lau. Im Interview spricht der Schauspieler Geheimnisse, einen Alltag ohne Handy und warum es ihn nicht stört, gegen Elyas M'Barek auszuteilen.

Frederick Lau in seiner Rolle als Taxifahrer Simon in "Das perfekte Geheimnis"

In "Das perfekte Geheimnis" (dt. Kinostart: 31. Oktober 2019) startet eine Freundesclique bei einem gemeinsamen Dinner ein trügerisches Spiel: Alle legen ihre Smartphones auf den Tisch, und alles, was reinkommt, wird geteilt. Nachrichten werden vorgelesen, Telefonate laut mitgehört. Was als harmloser Spaß beginnt, endet in emotionalem Chaos. Denn im Freundeskreis gibt es mehr unentdeckte Geheimnisse und Lebenslügen als gedacht.

Frederick Lau (30, "Traumfrauen") spielt Taxifahrer Simon und gehört neben Elyas M'Barek (37), Florian David Fitz (44), Jella Haase (27), Karoline Herfurth (35), Wotan Wilke Möhring (52) und Jessica Schwarz (42) zum Hauptcast der Kinokomödie von Regisseur Bora Dagtekin (41).

Der Schauspieler, der jüngst zum dritten Mal Vater geworden ist, erzählt im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news, ob er privat Geheimnisse gut für sich behalten kann und ob er auf sein Handy verzichten könnte. Zudem erklärt er, warum es ihm nichts ausmacht, vor der Kamera gegen Kollege Elyas M'Barek auszuteilen.

Der Film spielte sich vorwiegend in der Kulisse einer Dachgeschosswohnung ab. Wie war die Stimmung am Set, geht man sich da nicht auf die Nerven?

Frederick Lau: Nein, aber wir Schauspieler haben uns noch einmal ganz anders kennengelernt. Wir haben 45 Drehtage praktisch nur an einem Tisch gesessen. Dass der Film an einem Abend spielt, war anfangs komisch, weil man den ganzen Tag im Dunkeln gelebt hat - Ich bin ein Nachtmensch, insofern hat mir das aber Spaß gemacht. Oft ging es auch albern zu und es kam ein bisschen Klassenfahrtstimmung auf.

Sie haben mitten in den Kulissen gerne ein Nickerchen gemacht. Können Sie so wirklich entspannen?

Lau: Dort wo ich mich wohlfühle, kann ich immer gut schlafen. Ich habe dazu gerne eine Geräuschkulisse um mich, also quatschende Leute oder auch Hörbücher. Es hilft, wenn Stimmen gegen meine lauten Gedanken anreden. (lacht)

Die Stimmung am Tisch kocht im Laufe des Films immer mehr hoch. Waren die Dreharbeiten besonders anstrengend, weil Sie immer wieder die Gefühle hervorrufen mussten?

Lau: Bis auf in Ansätzen beim Dreh zu "Victoria" hatte ich bisher keine Erfahrung mit dem Thema Kammerspiel. Es gab Tage, da haben wir 80 Mal die gleiche Szene gespielt. Die Kollegen immer wieder mit den gleichen Emotionen anzuspielen, war tatsächlich anstrengend und erforderte viel Konzentration. Unser Regisseur Bora Dagtekin musste uns wie ein Trainer immer wieder fokussieren und anspornen.

Während des Dinners fallen viele Schimpfwörter am Tisch. Wie ist es für Sie so auszuteilen?

Lau: Besonders in einer Szene mit mir und Elyas wird es fies. Ich kenne ihn schon seit 13 Jahren, wir haben uns auch privat schon angeschrien, insofern ging das in Ordnung. (lacht)

Es ist ein großer Hauptcast. Sticht jemand für Sie besonders heraus?

Lau: Ich war von vielen beeindruckt. Das Schöne am Film ist, dass jede Rolle ihren Moment hat, wo sie noch einmal genauer durchleuchtet und ihr eigenes Zerwürfnis gezeigt wird. Am Tisch habe ich mich oft verloren und bin den anderen an den Lippen gehangen. Das eine oder andere Mal habe ich glatt meinen Einsatz verpasst.

Manche Freunde der Clique teilen auch Geheimnisse. Können Sie Geheimnisse gut für sich behalten?

Lau: Ich bin sehr loyal und kann gut meinen Mund halten. Wenn jemand etwas am Tisch oder im Freundeskreis nicht teilen möchte, bin ich der letzte, der sich da einmischt.

Im Film wird deutlich, was ein Smartphone heute alles zutage bringen kann. Können Sie sich einen Alltag noch ohne Handy vorstellen?

Lau: Es ist heutzutage alles drauf, von Zugfahrkarten, Mails bis Telefonnummern - ich wäre aufgeschmissen, wenn es plötzlich weg wäre. Es ist schade, dass man in diese Abhängigkeit gerutscht ist. Im Urlaub mache ich es gerne bewusst aus und gebe im Umfeld Bescheid, dass ich nicht zu erreichen bin. Aber nach drei Wochen vermisse ich dann, dass niemand Fragen stellt oder mir etwas erzählt.

Ihre Rolle Simon hat einiges zu verbergen vor seinen Freunden und wehrt sich anfangs gegen das gewagte Smartphone-Spiel. Würden Sie mitmachen?

Lau: Simon ist in einen Strudel geraten, aus dem er nicht mehr herauskommt und er hat das Gefühl, nicht mehr zurückrudern zu können. Ich hätte da weniger Probleme und mit guten Freunden würde ich das machen. Aber das Spiel ist in der Realität auch Glückssache, es kann gut sein, dass nichts Spannendes bei rumkommt. Ich habe zig WhatsApp-Gruppen, bei mir würde also viel Quatsch aufpoppen.

Simon ist ein Lebemensch, will berufsmäßig immer etwas Neues ausprobieren. Haben Sie auch Umwege gemacht oder wussten Sie schon immer was Sie wollten?

Lau: Die Schauspielerei ist in jungen Jahren zu mir gekommen, mittlerweile bin ich 20 Jahre dabei. Ich liebe meinen Beruf und es ist schön, seine Passion gefunden zu haben, vor allem so eine vielfältige wie die Schauspielerei. Aber ich mag Lebemenschen, die vieles ausprobieren, es sollte nicht immer nur ums Geld gehen.

Die dritte und letzte "4 Blocks"-Staffel startet im November. Wie fühlt es sich für Sie an, nicht mehr dabei zu sein?

Lau: Ich bin immer noch traurig, die Rolle hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich habe Kida [Ramadan, spielt die Hauptrolle Toni Hamady, Anm. d. Red.] und den Cast am Set besucht und alle freuen sich, dass das Finale bevorsteht. Die Geschichte ist damit auserzählt. Ich bin gespannt auf das Ende und habe extra darauf verzichtet, die Crew nach Details zu fragen. Ich will mich überraschen lassen.

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