Taufe in Schweden: Eine ausgeschlafene Prinzessin

Prinzessin Leonore verschlief den größten Teil ihrer Taufe und verpasste dadurch ihr königliches Fest. Besonders Prinzessin Estelle, die große Cousine, zeigte sich so vergnügt wie immer und war einer der Hingucker

Die Eltern zeigen sich mit dem Täufling den vielen Schaulustigen, die bei strahlendem Sonnenschein gewartet haben. Noch schlummert Leonore im Arm ihrer Mutter.

Prinzessin Leonore verschläft fast den gesamten Taufgottesdienst.

Passend zum Anlass zeigte sich Stockholm von seiner schönsten Seite: Die Sonne strahlte über Schloss Drottningholm, als Prinzessin Leonore am Sonntag (8. Juni) getauft wurde. Die drei Monate alte Tochter von Prinzessin Madeleine und Ehemann Chris O'Neill trug an ihrem großen Tag ein historisches Taufkleid aus dem Besitz der königlichen Familie, in dem schon viele ihrer Vorfahren getauft wurden. Obwohl sich alle Augen auf sie richteten, verschlief die Kleine, nach kurzem Weinen am Anfang, fast den kompletten Taufgottesdienst. Sie ließ sich selbst dann nicht beim Schlummern stören, als Mama Madeleine sie an Erzbischof Anders Wejryd übergab und dieser ihr das Taufwasser auf den Kopf träufelte.

Als es zum Empfang ins Schloss und in den sogenannten "Ehrenstrahlsalon" ging, wachte Leonore dann ganz auf. Dort thronte sie in einer goldverzierten Wiege auf einem hölzernen Podest und erlebte das Defilee der Gäste. Fast jeder warf schnell einen Blick auf die kleine Herzogin von Gotland in ihrer prächtigen Wiege. Passend zum Titel gab es Geschenke aus dem Herzogtum: Leonore kann sich, wenn sie alt genug ist, auf kleine Stühle aus gotländischem Holz setzen. Und ein Gotland-Pony reiten, das sie - überreicht mit einem Foto als Platzhalter für den Vierbeiner - ebenfalls als Taufgeschenk bekam.

Glücklicher Restaurant-Besitzer

Privater Schnappschuss mit Prinzessin Victoria

Prinzessin Victoria
Damit hatte dieser Bootsclub-Besitzer sicher nicht gerechnet: Plötzlich stehen Kronprinzessin Victoria von Schweden und Prinz Daniel mit ihren Kindern in seinem Restaurant.
©Gala

Estelle, auf einem eigenen Ministuhl, hat schon das Gottesdienstprogramm angeschaut und möchte nun ihr Bilderbuch.

Während Leonore auf dem Arm ihrer Mutter in der Kirche ihr Schläfchen hielt, zeigte sich ihre große Cousine Estelle ganz fidel - auch wenn sie ab und zu gähnen musste. Mit der obligatorischen Schleife im Haar und in einem weißen Kleid saß die Zweijährige neben ihre Mutter Victoria auf einem Ministuhl. Zunächst blätterte sie konzentriert das Gottesdienstprogramm durch, ehe ihr ihre Mutter ein "Professor Gullstrom"-Bilderbuch als Alternative zum Angucken gab. Immer wieder blickte Estelle in der Kirche umher, entdeckte bekannte Gesichter und strahlte in deren Richtung. Dass man aber während eines Gottesdienstes nicht herumrennt, schien sie schon genau zu wissen. So blieb sie bei Mama Victoria, die gemeinsam mit den anderen sechs Paten auf der linken Altarseite und gegenüber von Ehemann Daniel saß. Immer wieder sah man, wie Victoria ihrer Ältesten etwas erzählte. Irgendwann wurde es Estelle wohl doch zu langweilig und sie begann, auf ihrem Stuhl munter herumzuturnen.

Taufe in Schweden

Leonores großer Tag

Sofia Hellqvist, die Freundin von Prinz Carl Philip, sitzt in der Kirche zwei Reihen hinter den Taufpaten.
Die sechs Paten (von rechts): Prinzessin Victoria, Tatjana d'Abo (Chris O'Neills Schwester), Alice Bamford (eine Freundin von Chris), Patrick Sommerlath (Prinzessin Madeleines Cousin), Graf Ernst Abensperg und Traun (Chris' Schwager) und Louise Gottlieb (Madeleines Freundin).
Chris O'Neill streichelt zärtlich seine Tochter, die von Mutter Madeleine während des Gottesdienstes immer wieder sanft geschaukelt wird. Das Taufkleid von Leonore wurde 1906 zum ersten Mal getregen, von Prinz Gustaf Adolf. Auch Prinzessin Victoria, Prinz Carl Philip, Prinzessin Madeleine und zuletzt Prinzessin Estelle trugen dieses Modell aus cremefarbenem Seidensatin.
Chris O'Neill liest ein Gebet, das mit den Worten "Danke für unser Kind" beginnt.

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Auch durch das süße Prinzessinnen-Duo war die Taufe ein richtig königliches Fest. Von Skeppsholmen aus klang der donnernde Salut zu Ehren von Leonore, und König Carl Gustaf verlieh seiner zweiten Enkelin, die nun auch ein eigenes Wappen hat, den Seraphinenorden. Vor der Kirche herrschte großer Andrang und die Schaulustigen wurden für ihr Warten auf die königliche Familie belohnt. Prinzessin Madeleine ging mit ihrer Tochter auf dem Arm herum, um sich für die vielen Glückwünsche zu bedanken. Dabei konnten viele Untertanen ihre jüngste Prinzessin, die erst vor wenigen Tagen überhaupt zum ersten Mal nach Schweden gekommen war, aus der Nähe sehen. Für all diejenigen, die nicht zum Schloss gekommen waren, übertrug das schwedische Fernsehen die Feier mehrere Stunden live.

Obwohl natürlich die royale Traditionen beachtet werden mussten, setzten Prinzessin Madeleine und ihr Mann Chris bei der Taufe ihrer Tochter eigene Akzente. So hatten sie sich für die kleinere Schlosskapelle von Drottningholm entschieden und nicht für die des Königlichen Schlosses im Zentrum der Hauptstadt. Eine gute Wahl, denn sie empfingen eine relativ kleine Taufgesellschaft. Neben Freunden, Bekannten und natürlich der Familie waren unter den 160 Gästen zwar Mitglieder des diplomatischen Corps und der Regierung. Vertreter anderer Königsfamilien, beispielsweise aus Norwegen oder Dänemark, waren dagegen nicht eingeladen worden. Auch unter Leonores sechs Paten war kein Mitglied einer anderen königlichen Familie. Wie erwartet wurde, entschieden sich die Eltern aber für Prinzessin Victoria als erste Patin.

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Daniel + Victoria

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In Schweden erinnert man sich natürlich noch an die Taufe von Prinzessin Estelle 2012 - und nicht nur dort vergleicht man nun. Dabei ist klar, dass die Taufe von Estelle eine Nummer größer ausfallen musste, immerhin wird sie einmal Schwedens Königin sein. Wenn aber der royale Täufling auf Platz vier, fünf oder sechs der Thronfolge rangiert, fällt die Feier üblicherweise anders aus als bei einem künftigen Kronprinzen oder einer künftigen Kronprinzessin. Zwar taufen Königs ihre dritt- und viertgeborenen Enkelkinder nicht in einer kleinen Dorfkirche, ohne Fotografen, Kameras und große Gästeschar. Aber wie man schon bei den dänischen, norwegischen und niederländischen Zweit- und Drittgeborenen gesehen hat: Alles fällt ein bisschen kleiner, und - soweit es bei königlichen Taufen überhaupt geht - privater aus. Insofern war die Taufe von Prinzessin Leonore königlich und doch familiär, ganz so, wie zu erwarten war.

Beim offiziellen Taufbild mit den Großeltern ist Prinzessin Leonore immerhin genauso wach wie beim Empfang im Schloss. Wahrscheinlich hatte die Kleine auch in der Kirche genug geschlafen.

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