Schwedisches Königshaus neu geordnet: Warum Madeleines und Carl Philips Kinder nicht mehr dazugehören

Paukenschlag bei den schwedischen Royals: Die Kinder von Prinzessin Madeleine und Prinz Carl Philip sind nicht länger Mitglieder des Königshauses - und das sind die Gründe.

König Carl Gustaf zeigt sich natürlich in Uniform.

Das schwedische Königshaus hat sich verkleinert: Prinzessin Leonore, fünf, Prinz Nicolas, vier, und Prinzessin Adrienne, eins, die Kinder von Prinzessin Madeleine, 37, und Chris O'Neill, 45, sowie Prinz Alexander, drei, und Prinz Gabriel, zwei, die Kinder von Prinz Carl Philip, 40, und Prinzessin Sofia, 34, werden in Zukunft keine offiziellen Aufgaben als Repräsentanten des Königshauses wahrnehmen und tragen nicht länger den Titel "Königliche Hoheit". Das teilte König Carl Gustaf, 73, am Montag (7. Oktober) offiziell mit.

Schwedische Royals reduzieren ihre Aufgabenträger

In einer Pressekonferenz am gleichen Tag im Stockholmer Schloss stand Reichsmarschall Fredrik Wersäll im Namen des Königs Rede und Antwort für Fragen der Journalisten. So gab Wersäll die Auskunft, dass Gespräche über die Neuordnung des Königshauses bereits seit einigen Jahren in der Königsfamilie geführt würden. Nun sei man schließlich zu dem Ergebnis gekommen, die Anzahl der Mitglieder des Königshauses tatsächlich zu verringern. "Als die Königskinder [Victoria, Madeleine, Carl Philip] geboren wurden, war die Königsfamilie nicht sehr groß. Jetzt haben wir eine Situation mit zehn Personen in der Thronfolge, daher die Entscheidung des Königs für die große Begrenzung", so der Reichsmarschall.

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Kinder von Madeleine & Carl Philip gehören nicht mehr zum Königshaus

Königin Silvia, Prinz Carl Philip, Prinzessin Sofia, Prinzessin Madeleine und Christopher O’Neill
Eine große Veränderung im schwedischen Königshaus: König Carl Gustaf zählt fünf seiner sieben Enkel nicht mehr zum formellen Königshaus. Was das bedeutet, sehen Sie im Video.
©Gala

In die Entscheidung sei die ganze Familie involviert gewesen, und natürlich habe man auch geschaut, wie die anderen europäischen Königshäuser die Frage regeln, heißt es weiter. Der Hofmarschall sagte, er habe nicht persönlich mit Madeleine und Carl Philip gesprochen, aber sein Eindruck sei, dass die Familie mit der neuen Regelung sehr zufrieden sei. Und tatsächlich: Sowohl Prinzessin Madeleine und Prinz Carl Philip äußerten sich positiv über die neue Regel. Und das aus gutem Grund:

Sie gibt nämlich den Kindern mehr persönliche Freiheit in der Gestaltung der Zukunft. Wären sie weiter Mitglieder des Königshauses geblieben und hätten sie die Titel "Königliche Hoheit" behalten , hätten sie erhebliche Einschränkungen in der Berufswahl in Kauf nehmen müssen. Denn ob alle sieben Enkelkinder mit der Wahrnehmung royaler Termine ausgelastet wären - fraglich. Es könnte darüber hinaus noch einen Grund für die Entscheidung des Königs geben.

Große Überraschung aus Schweden

7 wichtige Fragen zu Neuordnung des Königshauses

Die schwedische Königsfamilie


Diskussion um Apanage

Bereits vor einiger Zeit wurde ein Ausschuss eingesetzt, der sich mit der Frage der Verteilung der Apanage, also der finanziellen Zuwendung des Staates für die Königsfamilie, beschäftigen sollte.  Mit der Neuregelung des Königshauses geht nun einher, wie der Reichsmarschall klar bestätigte, dass die Kinder von Prinz Carl Philip und von Prinzessin Madeleine mit keiner Apanage mehr rechnen können. Fredrik Wersäll stellte aber auch klar, dass künftig keine Einsparungen bei der Apanage für das gesamte Königshaus zu erwarten sind: "Die offiziellen Aufträge [der Royals] werden in Zukunft nicht weniger werden und daher kann ich nicht sehen, dass sich insgesamt an der Ökonomie [des Königshauses, Anm. der Red.) etwas ändert."

Prinzessin Victoria, Prinz Carl Philip + Prinzessin Madeleine

Die schwedische Thronfolge

Carl XVI. Gustaf regiert seit dem 15. September 1973 in Schweden. Seit 1980 ist das aktuelle Thronfolgegesetz in Kraft, das besagt, dass nur seine Nachkommen einen Thronanspruch haben. Die übrigen Zweige des Hauses Bernadotte sind damit ausgeschlossen - genauso wie seine vier Schwestern und deren Kinder und Enkel.   Außerdem wurde mit der Neuregelung bestimmt, dass jeweils das erstgeborene Kind, unabhängig vom Geschlecht, den Thron erben soll. Zuvor war in Schweden die Thronfolge noch auf männliche Nachkommen beschränkt gewesen, so dass zunächst nicht König Carl Gustafs Tochter Victoria (geboren 1977) die Kronprinzessin wurde. Ihr zwei Jahre jüngerer Bruder Carl Philip trug diesen Titel bis zur Novellierung.
Kronprinzessin von Schweden ist seit 1980 Prinzessin Victoria Ingrid Alice Désirée als ältestes Kind von König Carl Gustaf. Prinzessin Victoria wurde am 14. Juli 1977 geboren.  Ihre Kinder sind dem Thron am nächsten und werden immer vor ihren Cousinen und Cousins rangieren, unabhängig von ihrem Geschlecht.
23. Februar 2018   Diese Torte kann sich doch sehen lassen: Prinzessin Estelle grinst über beide Ohren, während sie stolz den süßen Traum in die Kamera hält.
Nummer 3  Prinz Oscar Carl Olof ist der Names des am 2. März 2016 geborenen Sohnes von Kronprinzessin Victoria und ihrem Mann Daniel. Prinzesssin Estelles drei Jahre jüngerer Bruder reiht sich hinter ihr ein.  Sollten Victoria und Daniel weitere Kinder bekommen, kämen sie hinter ihm in der Thronfolge, aber vor Prinz Carl Philip und seinen Nachkommen.

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Der neue Staatshaushalt, der Ende September 2019 verabschiedet wurde, sieht vor, dass der königliche Hof- und der königliche Schlossstaat im kommenden Jahr (2020) 146,4 Millionen schwedische Kronen (umgerechnet 13,6 Millionen Euro) bekommen. Das sind 1,7 Millionen (160.000 Euro) mehr als 2019. Von der Zuweisung an den Hofstaat werden nicht nur die Ausgaben der Königsfamilie, sondern auch die Gehälter von rund 200 Angestellten bezahlt. Das Königshaus sendet in der Regel sein Budget an das Finanzministerium und erklärt seinen Bedarf. Die Regierung entscheidet dann, wie viel Geld die Königsfamilie erhält.

Das sind die Reaktionen zum Royal-Hammer

Prinzessin Birgitta, 82, die Schwester des Königs, heißt die Entscheidung laut "Dana Press" gut: "Es ist wichtig, dass im ganzen System klare Regeln aufgestellt werden. Ich sehe es als eine positive und richtige Entscheidung an. Das Volk hat darüber ja schon lange geredet und diskutiert. Das ist gut, dass nun Ordnung in die Sache kommt."

Sten Hedman, schwedischer Königshaus-Experte, sagte zu "Expressen": " Hier geht es auch um die finanzielle Frage, die Königsfamilie hat ja viel Zuwachs bekommen und man hat um mehr Apanage gebeten. Es kann aber auch andere Ursachen haben. Man ist sicher der Meinung, dass Prinzessin Madeleine zusammen mit ihrem Mann die Kinder selbst versorgen kann."

Prinz Carl Philip und Prinzessin Madeleine

Prinz Carl Philip + Prinzessin Madeleine

Sie äußern sich zu der Entscheidung ihres Vaters

Karin Lenmor kommentiert das Geschehen am Hof für eine der größten schwedischen Zeitungen, "Expressen". Sie sagt: " Es war völlig unerwartet, dass der König, der die Entscheidung traf, diesen Schritt machte. Ich vermute, dass zuvor eine Familienberatung auf Schloss Drottningholm stattgefunden hat oder dass dies sogar im Sommer in Solliden diskutiert wurde. Ich denke, es geht um eine Fürsorge von Prinz Carl Philip und Prinzessin Madeleine für ihre Kinder. Sie wollen ihre Kinder von der königlichen Last befreien." Während Prinz Carl Philip und Prinzessin Sofia in der Villa Solbacken in Stockholm leben und regelmäßig Termine für die Krone wahrnehmen, lebte Madeleine zeitweise in London und seit Herbst 2018 in Florida - ein Umstand, der in der schwedischen Öffentlichkeit fortwährend für Kritik und Gesprächsstoff sorgt. Dieser Diskussion ist nun erheblichen Druck genommen worden.

Karin Lenmor ergänzt in ihrer Wortmeldung im "Aftonbladet": "Dies bedeutet, dass Kinder mit ihren Entscheidungen im Leben viel freier sein können, wenn sie erwachsen werden. Sie können wählen, welche Berufe und Berufe sie wollen, obwohl sie einen großen Vorteil darin haben, ihre Prinzen- und Prinzessinnentitel zu behalten." Die Verkleinerung der Aufgabenträger im Königshaus sieht sie als Zeichen des Königs, "mit der Zeit Schritt" zu halten.

Verwendete Quellen: Aftonbladet

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