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Prinzessin Madeleine & Co. Schwedische Royals stellen sich neu im Königshaus auf

Die schwedische Königsfamilie
Die schwedische Königsfamilie
© JonasEkströmer/TT/dana press TT Image / dana press
König Carl Gustaf hat entschieden, dass die Kinder seiner Tochter Prinzessin Madeleine und seines Sohnes Prinz Carl nicht länger Mitglieder des Königshauses sind. GALA gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Entscheidung des Königs.

1. Welche neue Regel hat König Carl Gustaf in seinem Statement bekanntgeben?

In dem am 7. Oktober 2019 auf der Website des Königshauses veröffentlichten Kommuniqués heißt es:
"Seine Majestät der König hat Veränderungen im Königlichen Haus beschlossen. Der Hintergrund dieser Veränderungen ist, dass damit eindeutig diejenigen Personen festgelegt werden, von denen innerhalb der Königlichen Familie erwartet wird, dass sie offizielle Aufträge erfüllen, die dem Staatsoberhaupt auferlegt sind oder die dem Staatschefsamt zuzuordnen sind."
Das heißt im Klartext: König Carl Gustaf hat eine Neuregelung darüber vorgenommen, welche Mitglieder der Familie Bernadotte das Königshaus offiziell repräsentieren müssen und welche nicht.

2. Welche Familienmitglieder sind von der Änderung betroffen?

In erster Linie sind betroffen: Prinz Alexander, drei, und Prinz Gabriel, zwei, die Söhne von Prinz Carl Philip, 40, und Prinzessin Sofia, 34, sowie Prinzessin Leonore, fünf, Prinz Nicolas, vier, und Prinzessin Adrienne, eins. Sie sind die Kinder von Prinzessin Madeleine, 37, und Christopher O'Neill. In zweiter Linie trifft die neue Regel die Nachkommen der fünf Kinder, denn sie werden ebenfalls nicht zum Königshaus gehören.

Weiterhin gibt der Hof bekannt, dass Prinz Carl Philip, Prinzessin Sofia und Prinzessin Madeleine weiterhin ihr Wirken innerhalb der Stiftungen und Unternehmungen fortsetzen, die sie entweder selbst gegründet haben und die sie sich für ihr Engagement ausgesucht haben. "Darüber hinaus führen sie offizielle Aufträge nur in dem Umfang aus, wie der Königs es entscheidet", heißt es im Statement. 

3. Was ändert sich konkret für die Kinder von Madeleine und Carl Philip?

Der Beschluss des Königs bedeutet, dass Gabriel, Alexander, Leonore, Nicolas und Adrienne nicht länger dem Königshaus angehören und somit keine Pflichten im Namen der schwedischen Krone wahrnehmen müssen. Sie werden ab sofort als Privatpersonen betrachtet. Die offizielle Homepage des schwedischen Königshauses wurde bereits aktualisiert und die Namen und die einzelnen Biografien der Kinder entfernt.

Außerdem wurde ihnen das Prädikat "Königliche Hoheit" aberkannt. Die Kinder bleiben aber Mitglieder der Königsfamilie und dürfen ihre Titel Prinz/Prinzessin sowie Herzog/Herzogin behalten. Diese Titel sind aber als Ehrentitel zu verstehen und können eines Tages von Alexander, Gabriel, Leonore, Nicolas und Adrienne weder an ihre eigenen Kinder vererbt werden, noch an ihre Ehepartnern übergeben. 

Aktuell tragen die fünf Kinder folgende Titel:

  • Prinz Alexander, Herzog von Södermanland, 
  • Prinz Gabriel, Herzog von Dalarna,
  • Prinzessin Leonore, Herzogin von Gotland,
  • Prinz Nicolas, Herzog von Aangermanland und
  • Prinzessin Adrienne, Herzogin von Bleking

Dies Änderung von König Carl Gustaf bedeutet für die Kinder, dass sie nun mehr Freiheit haben, ihr eigenes Leben zu gestalten, zum Beispiel hinsichtlich ihrer späteren Berufswahl. Allerdings werden sie als Erwachsene keine Apanage, also finanzielle Zuwendung vom Staat, erhalten. 

4. Ändert sich die jetzt schwedische Thronfolge?

Der König hat das Recht, die Zusammenstellung des Königshauses zu bestimmen, nicht aber die der Thronfolge. Diese ist in der Verfassung Schwedens festgelegt. Die Thronfolge bleibt demnach unberührt von der Neuordnung. Die Kinder von Madeleine und Carl Philip sind deshalb weiterhin verpflichtet, dem Ansehen des Königshaus keinen Schaden zuzufügen.

5. Was ist der Grund für die Entscheidung von König Carl Gustaf?

Auf einer Pressekonferenz im Stockholmer Schloss am Tag der Verkündung gab Reichsmarschall Fredrik Wersäll die Hintergründe für die Neuordnung bekannt. "Wir haben lange gesehen, dass das Kronprinzessin-Paar [Prinzessin Victoria und Prinz Daniel] eine größere Verantwortung übernimmt. Dies bedeutet, dass die Verantwortung für den Prinzen [Carl Philip] und die Prinzessin [Madeleine] gelockert werden kann, sagte Wersäll laut "Afton Bladet".

Zu der Frage, warum König Carl Gustaf die über Jahre zu Debatte stehende Entscheidung ausgerechnet jetzt getroffen habe, sagte Wersäll:  "Als die Königskinder [Victoria, Madeleine, Carl Philip] geboren wurden, war die Königsfamilie nicht sehr groß. Jetzt haben wir eine Situation mit zehn Personen in der Thronfolge, daher die Entscheidung des Königs für die große Begrenzung." In der schwedischen Presse wird in diesem Zusammenhang auch das Stichwort Apanage angeführt.

Das Königshaus wird 2020 mit 13,6 Millionen Euro aus der Staatskasse unterstützt. Das ist immer wieder ein Thema in der Öffentlichkeit. Derzeit beschäftigt sich die Regierung laut "Afton Bladet" mit Richtlinien für eine Untersuchung, die sich mit der Verwendung und Transparenz der Apanage beschäftigen soll. Von der Zuweisung an den Hofstaat werden nicht nur die Ausgaben der Königsfamilie, sondern auch die Gehälter der Angestellten bezahlt. Die politische Kommentatorin der Zeitung "Dagens Nyheter", Ewa Steinberg, mutmaßt, dass der König Kritikern entgegenkommen will.

6. Wie haben Prinz Carl Philip und Prinzessin Madeleine reagiert?

Auf Instagram veröffentlichten sowohl Prinz Carl Philip als auch Prinzessin Madeleine einige Stunden nach der Verkündung Stellungnahmen. Madeleine schrieb: "Diese Änderung ist seit Langem geplant. Chris und ich finden es gut, dass unsere Kinder in Zukunft eine größere Chance haben, ihr eigenes Leben als Individuum zu gestalten." Prinz Carl Philip teilt die Auffassung seiner Schwester und äußerte sich, auch im Namen seiner Ehefrau Prinzessin Sofia, auf Instagram mit den Worten: "Wir sehen das es positiv, dass Alexander und Gabriel im Leben freie Entscheidungen haben werden."

7. Wie beurteilen die Schweden die Verkleinerung des Königshauses?

Mit seiner Entscheidung ruft König Carl Gustaf bei Medien, Hofberichterstattern und Bürgern große Zustimmung hervor. "Zum einen kann das steuerfinanzierte Königshaus nicht so groß sein wie es ist (...)", schreibt Kolumnistin Lena Mellin im "Afton Bladet". Zum anderen müssen die "fünf Enkelkinder, die keine königlichen Höhen mehr sind, (...) etwas zu tun haben, wofür sie bezahlt werden."  

Karin Lenmor kommentiert das Geschehen am Hof für eine der größten schwedischen Zeitungen, "Expressen". Sie schreibt zur neuen Regel: "Dies bedeutet, dass Kinder mit ihren Entscheidungen im Leben viel freier sein können, wenn sie erwachsen werden. Sie können wählen, welche Berufe und Berufe sie wollen, obwohl sie einen großen Vorteil darin haben, ihre Prinzen- und Prinzessinnentitel zu behalten." Die Verkleinerung der Aufgabenträger im Königshaus sieht sie als Zeichen des Königs, "mit der Zeit Schritt" zu halten.

Prinzessin Birgitta, 82, die Schwester des Königs, heißt die Entscheidung laut "Dana Press" gut: "Es ist wichtig, dass im ganzen System klare Regeln aufgestellt werden. Ich sehe es als eine positive und richtige Entscheidung an. Das Volk hat darüber ja schon lange geredet und diskutiert. Das ist gut, dass nun Ordnung in die Sache kommt."

Auf dem offiziellen Instagram-Account des Königshauses loben die Schweden ihren König unter einem Post zu der Neuerung als "weise", "klug" und "vernünftig". 

Verwendete Quellen: Dana Press, Afton Bladet, Expressen, Instagram 

jre Gala

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