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Schweden-Royals Empörung! Kritische Bemerkung über das Königshaus zensiert?

Königin Silvia, Prinzessin Victoria und Köning Carl Gustaf
Königin Silvia, Prinzessin Victoria und Köning Carl Gustaf
© Dana Press
Große Aufruhr in Schweden! Journalistin Hana Al-Khamri behauptet, dass der schwedische Rundfunk im letzten Moment eine kritische Frage über König Carl Gustaf aus dem Radioprogramm gestrichen habe. Sogar von Zensur sei die Rede.

Es war nur eine Frage über den schwedischen König Carl Gustaf, 76, die Journalistin Hana Al-Khamri während einer Radiosendung am 11. August 2022 stellte. Doch kurz vor der Ausstrahlung soll die Stelle – entgegen vorheriger Absprache – von einem Redakteur gestrichen worden sein. Das behauptet nun Al-Khamri – und äußert sich auf Instagram überrascht von diesem Programmeingriff. Schwedische Medien bezeichnen das Vorgehen als "besorgniserregend".

Schweden-Royals: Wurde die kritische Königsfrage einer Journalistin absichtlich zensiert?

Jeden Tag um Punkt 13 Uhr wird auf dem schwedischen Radiosender "Sveriges Radio P1" den ganzen Sommer hindurch eine Folge der Sendung "Sommar" ausgestrahlt. Die als "Sommerredner:innen" bezeichneten Referent:innen werden vom Sender ausgewählt und eingeladen und sind für den jeweiligen Tag verantwortlich. Sie stellen sich vor, sprechen über frei gewählte Themen und spielen von ihnen ausgesuchte Musik ab. Am 11. August sollte die in Saudi-Arabien aufgewachsene Autorin, Dozentin und Journalistin Hana Al-Khamri eineinhalb Stunden lang das Wort haben – mit Folgen …

"Im letzten Moment strich der schwedische Rundfunk gegen meinen Willen die folgende Frage aus der Sendung: 'Wie kommt es, dass sowohl der schwedische König Carl XVI. Gustaf als auch der saudische König Salman bin Saud gegen die Einführung der weiblichen Erbfolge waren?'", schreibt Hana Al-Khamri am 19. August 2022 in einem langen Statement auf Instagram. Sie will sich erklären, will den angeblichen Eingriff des schwedischen Rundfunks (SR) öffentlich machen.

Hana Al-Khamri habe gegen Zensur protestiert – ohne Erfolg

Nach Al-Khamris Angaben hätte der SR "schon früh Einwände gegen diese Formulierung" gehabt. Zuerst soll "Sveriges Radio" – wenn auch unter Einwänden und unter Einbezug des hauseigenen Chefjuristen – Al-Khamri die Zusage gegeben haben, die Frage zu senden. Dann schien dem zuständigen Redakteur im letzten Moment das Eisen zu heiß: Nur anderthalb Tage vor der Ausstrahlung der Radiosendung sei der Journalistin angeblich mitgeteilt worden, dass die Stelle herausgeschnitten wurde, wie sie auf Instagram weiter schreibt. Hana Al-Khamri habe protestiert, doch die Sendung lief ohne ihre Königsfrage.

Die Journalistin zeige sich "von der Entscheidung des Publizisten überrascht" und verstünde nicht, warum der Sender so besorgt sei. Für sie, die in einer Diktatur aufgewachsen sei, in der ihre "Artikel über heikle Themen aufgrund der staatlichen Zensur abgelehnt wurden" sei "diese Art der Intervention von enormer Bedeutung". Tatsächlich sei gut dokumentiert, dass Prinzessin Victorias, 45, Vater gegen eine weibliche Thronfolge war, erklärte Al-Khamri und liefert einschlägige Quellen.

Carl Gustaf wollte Prinz Carl Philip als Thronfolger

Wäre es nach Carl Gustaf gegangen, dann würde das Königshaus heute tatsächlich ganz anders aussehen. Prinz Carl Philip, 43, – und danach dessen ältester Sohn Prinz Alexander, 6, – würden ihm auf den Thron folgen. Victoria wäre lediglich eine Prinzessin und in Schweden würde an jedem 13. Mai der "Carl Philip Tag" gefeiert werden.

Dass es nicht so kam, ist der kognatischen Thronfolge zu verdanken, die 1980 in Schweden eingeführt wurde, erinnert die schwedische Zeitung "Expressen". Nun würde das älteste Kind, unabhängig vom Geschlecht, die Thronfolge erben. Carl Gustaf war damals gegen die Gesetzesänderung und wollte, dass sein Sohn Carl Philip ihm auf den Thron folgt. Das erklärte er nur wenige Tage nach der Geburt Carl Philips 1979 gegenüber "Vestmanlands Läns Tidning".

"Sveriges Radio" kritisiert Al-Khamris Äußerung – andere Medien zeigen sich besorgt

Marie Jeanette Löfgren, Chefredakteurin von "Sveriges Radio", nimmt Carl Philip in Schutz und erklärt gegenüber "Expressen", dass Hana Al-Khamris Vergleich nicht ganz zutreffend sei: "Der König sagte in Interviews, dass er einen Mann auf dem Thron bevorzuge, aber nichts gegen eine Frau hätte." In Saudi-Arabien regiere man das Land mit nahezu uneingeschränkter Macht, wobei die weibliche Nachfolge nie zur Debatte stand. Dort habe der Monarch praktisch unbegrenzte Macht, im Gegensatz zu Schweden, "wo der König keine Macht hat".

Das Online-Portal "Dagens Arena" stuft die Entscheidung des Senders dennoch als "besorgniserregend" ein: "Dies ist eine so klassische Zensur", heißt es. Al-Khamri hofft derweil, "Antworten darauf zu bekommen, ob der SR das Richtige getan oder einen publizistischen Fehler gemacht hat", wie sie abschließend auf Instagram schreibt.

Verwendete Quelle: Dana Press, instagram.com, expressen.se, vlt.se

jse Gala

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