VG-Wort Pixel

Prinz Nikolai Wieso er nach Schulverweisenthüllung vor Gericht Erfolg haben könnte

Alexandra von Frederiksborg und ihr Sohn Prinz Nikolai
Alexandra von Frederiksborg und ihr Sohn Prinz Nikolai
© PPE / imago images
Der Ex-Rektor von Prinz Nikolai enthüllte im Zuge des Missbrauchsskandals von Herlufsholm, dass der Prinz einst der Schule verwiesen wurde. Eine Rechtsexpertin sieht nun das Geheimhaltungsgesetz verletzt.

Am 8. Mai 2022 ließ der ehemalige Rektor von Prinz Nikolai, 22, gegenüber dem norwegischen TV-Sender "TV 2 Øst" eine kleine Bombe platzen: Im Zuge des Missbrauchsskandals rund um das Nobel-Internat Herlufsholm, das auch der Enkel von Königin Margrethe, 82, von 2014 bis 2018 besuchte, plauderte Klaus Eusebius Jakobsen aus, dass der Prinz einst für mehrere Tage der Schule verwiesen worden sei.

Der Hof reagierte darauf mit aller Deutlichkeit und hätte diesen Vorfall lieber weiterhin vertraulich behandelt. Auch für Nikolai dürften die momentanen Schlagzeilen mehr als unangenehm sein. Eine dänische Jura-Professorin hält es laut dem Boulevardmagazin "B.T." nun für wahrscheinlich, dass Nikolai, falls er Klage gegen seinen Ex-Schulleiter einreichen wolle, ziemlich gute Chancen vor Gericht haben würde.

Klagt Prinz Nikolai gegen seinen Ex-Rektor?

Eigentlich wollte Jakobsen gegenüber "TV 2 Øst" die skandalträchtige Elite-Schule, die er von 1993 bis 2016 leitete, verteidigen. 50 ehemalige Schüler:innen von Herlufsholm schilderten am 5. Mai in einer TV-Doku schlimme Szenen systematischer Gewalt und sexuellen Missbrauchs.

Im Zuge dessen wurde der Schulleitung vorgeworfen, die Hand über Schüler:innen aus den oberen Gesellschaftsschichten gehalten zu haben, was Klaus Eusebius als "Mythos" bezeichnete. Dafür hatte er auch ein Beispiel parat und kam auf den Schulverweis des Prinzen wegen unerlaubten Alkoholkonsums zu sprechen – eine eigentlich vertrauliche Angelegenheit zwischen ihm, Nikolai und dessen Eltern Prinz Joachim, 53, und seiner Ex-Frau Alexandra von Frederiksborg, 57. Genau dieser Umstand könnte dem Ex-Rektor jetzt zum Verhängnis werden, wenn Nikolai sich entscheidet, vor Gericht zu ziehen, findet Hanne Marie Motzfeldt.

Expertin sieht Geheimhaltungsgesetz verletzt

Die Professorin für Verwaltungsrecht an der Universität Kopenhagen meint, dass die königliche Familie und Prinz Nikolai einen "guten Fall" hätten, wenn sie eine Klage gegen den ehemaligen Rektor von Herlufsholm einreichen wollen würden.

"Der Rektor hat ein Problem. Ich würde sagen, dass [der Vorfall] unter das Geheimhaltungsgesetz fällt und dieses hier wahrscheinlich verletzt wurde", so Motzfeldt. Die Professorin erklärt auch, dass Prinz Nikolai zwar eine öffentliche Person sei, aber dennoch ein Recht auf Privatsphäre habe."Es ist wichtig, dass die Eltern einen privaten Raum haben, in dem sie mit den Lehrern sprechen können, ohne dass die Öffentlichkeit dabei ist", meint Hanne Marie Motzfeldt und betont: "Dies gilt natürlich auch für die Mitglieder der königlichen Familie". Ob es wirklich zu einem Prozess kommt, bleibt abzuwarten.

Verwendete Quellen: bt.dk, Dana Press, tv2east.dk, ekstrabladet.dk

jse Gala


Mehr zum Thema


Gala entdecken