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Royals Dänischer Königshaus-Koch nach Missbrauchsvorwürfen gefeuert

Prinzessin Mary und Prinz Frederik
© Dana Press
Und wieder belastet ein Skandal das dänische Königshaus: Ex-Mitarbeitende werfen Jens-Peter Skov, der für Prinz Frederiks und Prinzessin Marys Hochzeitsessen zuständig war, sexuelle Belästigung vor. Der Hof reagiert prompt und feuert ihn.

Die Dänen-Royals rund um Prinz Frederik, 54, und Prinzessin Mary, 50, kommen derzeit nicht aus den Negativ-Schlagzeilen heraus: Nach dem bisher ergebnisoffenen Missbrauchsskandal von Herlufsholm, ein Elite-Internat, das ihr Sohn Prinz Christian, 16, derzeit besucht, musste das Königshaus nun die Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Koch Jens-Peter Skov, 64, beenden.

Der Grund: Skov werden angebliche sexuelle Belästigung und psychologische Schikane von mehr als einem Dutzend ehemaligen Mitarbeitenden vorgeworfen. Den Skandal hatte die dänische Zeitung "Ekstra Bladet" am 19. Juni 2022 publik gemacht. Der dänische Hof sah sich nun gezwungen, schnell zu reagieren.

Dänen-Royals entlassen Königshaus-Koch Jens-Peter Skov nach Missbrauchsvorwürfen

Seit Generationen sei der Hof nach Angaben von "Ekstra Bladet" Stammgast des Drei-Sterne-Hotelrestaurants Sallingsund Færgekro, dessen Eigentümer Jens-Peter Skov ist. Der Koch war auch für das Essen bei der Hochzeit des Kronprinzenpaares im Jahr 2004 verantwortlich. Bereits seit 1995 ist er für die Bewirtung von einer Vielzahl an royalen Veranstaltungen zuständig. Damit ist nun Schluss.

"Die Zusammenarbeit mit Sallingsund Færgekro ist beendet", heißt es am 21. Juni 2022 in einer Stellungnahme des Palastes gegenüber "Ekstra Bladet". Die königliche Familie habe keine Kenntnis von den bekannt gewordenen Anschuldigungen gehabt.

Königshaus-Koch Jens-Peter Skov bei einem Kochwettbewerb 2006 in Oslo.
© Dana Press

17 Ex-Mitarbeitende beschuldigen Skov

Es sind Vorwürfe sexueller Belästigung, die bis ins Jahr 1996 zurückgehen. Die Behauptungen reichen von unaufgeforderten Küssen und Umarmungen bis hin zu unter anderem Klapsen auf den Po. Hätte sich jemand gesträubt, wäre psychologische Schikane die Folge gewesen.

"Ekstra Bladet" hatte mit insgesamt 23 ehemaligen Angestellten, Manager:innen, Kellner:innen und Köch:innen Kontakt aufgenommen, die zwischen 1996 und 2021 im Restaurant Sallingsund Færgekro arbeiteten. 17 von ihnen gaben übereinstimmend an, dass sie angebliche sexuelle Belästigung und andere verletzende Verhaltensweisen durch den berühmten Gastronomen erlebt oder miterlebt hätten. Die meisten Personen hätten sich lange Zeit nicht getraut, ihre Geschichten zu erzählen, weil sie Repressalien befürchteten.

Der Royal-Koch erinnert sich nicht an die Vorfälle

Jens-Peter Skov selbst erinnerte sich im Gespräch mit "Ekstra Bladet" nicht an die konkreten Vorfälle, leugnete sie aber auch nicht, sondern führte sie vor allem auf die allgemeine Kultur im Gasthaus zurück: "In einem Haus wie unserem herrscht ein gewisser Ton, der aber nicht unangenehm ist, und ich bedaure zutiefst, wenn jemand denkt, dass dies der Fall war", sagte der Koch, der auch der Meinung sei, dass die ehemaligen Mitarbeitenden einen Teil der Verantwortung dafür übernehmen sollten.

Erst im November 2021 entging Jens-Peter Skov einer Strafverfolgung, ergänzt die Zeitung "Nordjyske". Der Koch wurde nicht angeklagt, nachdem er im September desselben Jahres einen 14-Jährigen in einer Toilettenkabine am Busbahnhof Nykøbing missbraucht haben soll.

Missbrauchsskandal von Herlufsholm schlägt hohe Wellen

Es ist ein erneuter Skandal, der das dänische Königshaus überschattet. In den vergangenen Wochen sah sich das Kronprinzenpaar zu öffentlichen Äußerungen zum Missbrauchsskandal um das Internat Herlufsholm gezwungen. 50 ehemalige Schüler:innen schilderten in einer TV-Doku am 5. Mai Szenen systematischer Gewalt und sexuellen Missbrauchs.

Prinz Christian besucht die Elite-Schule seit 2021. Auch Prinzessin Isabella, 15, soll ab Herbst nach Herlufsholm wechseln. In einer öffentlichen Stellungnahme machten Prinz Frederik und Prinzessin Mary kürzlich ihren Zwiespalt publik. Der öffentliche Druck, der seit Wochen auf dem Paar liegt, hätte sie zum Nachdenken angeregt. Einerseits gehe Christian gerne auf die Schule, andererseits seien die Vorwürfe besorgniserregend. Das Paar werde sich vorerst nicht von dem Internat abwenden, sondern die eingeleitete Studie und die Auswirkungen abwarten, bis sie endgültig eine Entscheidung treffen.

Verwendete Quellen: Dana Press, ekstrabladet.dk, nordjyske.dk

jse Gala


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