König Carl Gustaf verkleinert Köngishaus: Was die Queen anders machte als ihr schwedischer Amtskollege

König Gustaf hat die Kinder von Prinzessin Madeleine und Prinz Carl Philip aus dem Königshaus ausgeschlossen. Queen Elizabeth ging zuletzt einen anderen Weg in der Aufstellung des Königshauses.

König Carl Gustaf, Queen Elizabeth

Das schwedische Königshaus ist von König Carl Gustaf neu geordnet worden. Künftig zählt es statt fünfzehn nur noch zehn Mitglieder. Mit seiner Entscheidung hat Carl Gustaf gleichzeitig fünf seiner sieben Enkeln den Titel Königliche Hoheit aberkannt. Auch seine Kollegen im Vereinigten Königreich, Dänemark und Norwegen haben eine Verschlankung des Königshauses hinter sich - inklusive einer besonderen Entscheidung von Queen Elizabeth

Großbritannien: Die Queen macht's anders als Carl Gustaf

Im Vereinigten Königreich gibt es keine strikte Regel, die besagt, wer zum Königshaus gehört und wer nicht. Nimmt man an, dass seine Mitglieder diejenigen Personen sind, die das Prädikat Königliche Hoheit tragen, so legte König George V., der Großvater von Queen Elizabeth, 1917 mit der Gründung des Hauses Windsor die Ordnung für das heutige Königshaus fest. Er verfügte, dass "die Kinder eines Souveräns des Vereinigten Königreichs und die Kinder der Söhne eines solchen Souveräns und der älteste lebende Sohn des ältesten Sohns des Prinzen von Wales zu jeder Zeit den Titel halten und sich daran erfreuen". Der Grund: 1917 gab es in ganz Europa Revolutionen, und viele Monarchien brachen zusammen. George V. wollte also eine schlankere Monarchie, um ihren Erhalt zu sichern.

Royal-Beobachter behaupten

Prinz Charles will nach dem Tod der Queen das Königshaus verkleinern

Prinz Charles


Nach seinem Dekret sind also heute alle vier Kinder der Queen (Charles, Anne, Andrew, Edward) sowie die Kinder von Charles und Andrew (Prinz Harry, Prinz William, Prinzessin Eugenie und Prinzessin Beatrice) sowie der älteste männliche Enkel von Charles (Prinz George) Königliche Hoheiten. Die Kinder von Prinz Edward sind keine Königlichen Hoheiten, weil Edward darauf verzichtete. Gleiches gilt für Archie Mountbatten-Windsor, den Sohn von Prinz Harry und Herzogin Meghan. Außerdem tragen die Cousins und die Cousine der Queen mitsamt Ehepartnern das Prädikat Königliche Hoheit.

2012 verfügte die Queen, dass alle Kinder des ältesten Sohnes des Prinzen von Wales, also alle Kinder von Prinz William, Königliche Hoheiten sind. Davon profitieren Prinzessin Charlotte und Prinz Louis, die mit ihrem Bruder Prinz George gleichzogen.

Queen Elizabeth samt zahlreicher Mitglieder der königlichen Familie

Bei seiner Entscheidung, dass künftig nicht alle seiner Enkel Königliche Hoheiten sind, hat sich Carl Gustaf eher an seinen skandinavischen Kollegen orientiert. 

Norwegen: König Harald greift durch

Als Prinz Sverre Magnus am 3. Dezember 2005 als zweites Kind von Prinz Haakon und Prinzessin Mette-Marit auf die Welt kam, ordnete König Harald V. das Königshaus gleich neu. Zwar wurde Sverre Magnus der Verfassung gemäß im Staatsrat angekündigt, um seinen Platz in der Thronfolge Norwegens zu sichern. Doch der König überraschte damals mit der Entscheidung, dass sein Enkel weder eine Königliche Hoheit noch Teil des Königshauses wird wie seine ältere Schwester Ingrid Alexandra (geboren am 21. Januar 2004). Im Grunde hatte also Norwegens König Harald einen noch härteren Einschnitt vorgenommen als König Carl Gustaf von Schweden. Prinz Oscar, der jüngere Brüder von Prinzessin Estelle, darf seinen Titel behalten und gehört weiter zum Königshaus.

Prinzessin Märtha Louise, Schwester von Prinz Haakon, schied schon Anfang 2002 aus dem Königshaus aus und gab den Titel Königliche Hoheit auf. Dadurch erhielt sie die Freiheit, abseits von royalen Pflichten arbeiten zu können und ihr eigenes Geld zu verdienen. Wichtig war dies auch im Hinblick auf ihre Hochzeit mit dem umstrittenen Schriftsteller Ari Behn im Mai 2002, der kein Mitglied des Königshaus werden sollte und wollte. Die gemeinsamen Kinder (Maud Angelica, Emma Tallulah und Leah Isadora) tragen keine Königlichen Titel, sind aber in der Thronfolge.

Die norwegische Königsfamilie: Prinzessin Ingrid Alexandra, Prinzessin Mette-Marit, Prinz Sverre Magnus, Emma Tallulah Behn, Prinz Haakon, Königin Sonja, König Harald, Leah Isadora Behn, Prinzessin Martha Louise, Maud Angelica Behn und Prinzessin Astrid, die Schwester des Königs. Zum Königshaus gehören nur der König und die Königin, Haakon und Mette-Marit sowie Ingrid Alexandra. 

Dänemark: Königin Margrethe setzt auf wenige Mitglieder im Königshaus

Königin Margrethe stellte bereits vor ein paar Jahren die Weichen für ein schlankeres Königshaus. Geraume Zeit vor dem 18. Geburtstag ihres ältesten Enkelkindes Prinz Nikolai (geboren am 28. August 1999) ließ sie offiziell mitteilen, dass von den acht ihrer Enkelkinder niemand eine staatliche Apanage erwarte bis auf Prinz Christian. Prinz Christian (geboren am 15. Oktober 2005) ist der Sohn von Prinz Frederik und damit Nummer zwei der dänischen Thronfolge, und wird systematisch auf seine künftige Aufgabe, eines Tages Kronprinz und dann König zu werden, vorbereitet.

Darüber hinaus war das dänische Königshaus bereits in der Zuteilung der Titelfrage anders aufgestellt. Nur die Kinder von Frederik (Prinz Christina, Prinzessin Isabella, Prinz Vincent und Prinzessin Josephine) tragen die Anrede Königliche Hoheit, jedoch nicht die Kinder von Prinz Joachim (Prinz Henrik und Prinzessin Athena), Margrethes zweitem Sohn. Damit ist von Haus aus das Königshaus bereits besser organisiert gewesen. 

Das dänische Königshaus: Prinzessin Mary Prinz Frederik, Königin Margrethe und Prinz Christian (hintere Reihe), Prinzessin Isabella, Prinz Vincent und Prinzessin Josephine (vordere Reihe).

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