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Prinzessin Victoria Die Thronfolgerin wird in einer Annonce übel attackiert

Prinzessin Victoria
© Dana Press
Mit ein bisschen Glück gehört Prinzessin Victoria von Schweden nicht zu ihren Lesern: Vor einigen Tagen wurden die Thronfolgerin und König Carl Gustaf auf einer ganzseitigen Annonce einer schwedischen Tageszeitung böse angegriffen.

Prinzessin Victoria, 43, und König Carl Gustaf, 74, sind Ziel einer offenbar anti-monarchistischen Kampagne geworden. In einer ganzseitigen Annonce in der schwedischen Tageszeitung "Dagens Nyheter" stehen zwei dunkelhaarige Comicfiguren, eine Prinzessin und ein König, vor einem traumhaften Märchenschloss und sehen den Leser mit großen Kulleraugen an. Über der Zeichnung liest man in großen Buchstaben: "Denken Sie nicht auch, dass Prinzessinnen und Könige besser in ein Märchenbuch passen würden als in eine Verfassung?"

Prinzessin Victoria: Angriff kommt von Monarchie-Gegnern

Nicht wenige Leser der schwedischen Zeitung werden sich bei Erscheinen der Ausgabe am Morgen des 27. Dezembers 2020 an ihrem Kaffee verschluckt haben. Da die Zeitung in Stockholm herausgegeben wird, kann auch kein Zweifel daran bestehen, wer gemeint und dargestellt sein soll, nämlich die in Schweden eigentlich sehr beliebte Victoria und ihr Vater.

Die Macher präsentieren derweil sich selber und ihr Werk auf Social Media. Noch am Tag des Erscheinens wurde ein Foto der Anzeige von Twitter-Userin Jessica Schedvin gepostet, die sich in ihrer Kurzbio als "Chefredakteurin von Makthavare in Elternzeit und Lehrerin für Schwedisch und Schwedisch als Zweitsprache" beschreibt. Sie kommentierte das Bild mit den Worten: "Diese Anzeige können Sie heute im DN sehen. Ich habe daran mitgearbeitet, und ich bin darauf super-duper-stolz!" Darunter setzte sie noch ein kleines Krönchen.

Der Inhalt der Anzeige überrascht nicht, wenn man feststellt, dass sie von der "Republikanska föreningen" (dt.: "Republikanische Vereinigung") finanziert wurde, einer politisch unabhängigen Initiative, die die Abschaffung der schwedischen Monarchie und die Schaffung einer republikanischen Regierungsform nach finnischem Vorbild fordert.

Kritik an Victorias Rede zur Stockholm Pride 2020

Bereits Victorias Rede anlässlich der Eröffnung der virtuellen Stockholm Pride 2020 stieß der Gruppierung sauer auf: "In erster Linie beschreibt Monarchie doch die Idee, dass es einen Unterschied zwischen Mensch und Mensch gibt", echauffierte sich Generalsekretär Magnus Simonsson damals in einem Artikel und kann nicht nachvollziehen, dass ausgerechnet die LGBTQ-Community vom Mitglied eines Königshauses unterstützt werden möchte: "Die Werte der Stockholm Pride müssen sich völlig von denen der Monarchie unterscheiden. Stolz sollte eine Manifestation für den gleichen Wert aller Menschen sein", wird er von der schwedischen Illu "Svensk Damtidning" zitiert.

"Stockholm Pride sollte Nein zu dem Vorschlag sagen, dass Victoria Bernadotte teilnehmen sollte, da die Werte des königlichen Hauses den Zielen und dem Zweck der Pride-Bewegung zuwiderlaufen", wetterte Simonsson weiter.

User ergreifen Partei für Victoria und den König

Für Schedvin, die sich noch so stolz über die Zeitungsanzeige äußert, ging der Schuss allerdings nach hinten los. "Nachdem der König uns gesagt hat, dass der Kaiser im Umgang mit Corona nackt ist, werde ich für immer dankbar sein, dass er dort sitzt, wo er ist. Denkende Menschen mit Verantwortungsbewusstsein in einer Machtposition sind im heutigen Schweden eine gefährdete Spezies", sprach sich eine Userin für den König und dessen offener Kritik am schwedischen Sonderweg während der Coronakrise aus.

Eine weitere Internetnutzerin zeigte sich ebenfalls beeindruckt von Carl Gustafs tadelnden Worten: "Genau. Der König verdient eine verdammt hohe Gehaltserhöhung, nachdem er das Land mit mehreren sachlich korrekten Aussagen erschüttert hat, die jeder hören musste. Habe großen Respekt vor dem Herrn". Die Schweden scheinen also bis heute hinter der Monarchie zu stehen und diejenigen, die sie repräsentieren. Bleibt nur zu hoffen, dass auch Victoria sich ab und zu mal durch Twitter scrollt und nicht nur die Zeitung liest ...

Verwendete Quelle: DANA Press, Dagens Nyheter, Svensk Damtidning, twitter.com

Dana Press, ama Gala


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