Prinzessin Sofia + Prinz Carl Philip: Jetzt wird es ernst

Nach der Traumhochzeit Mitte Juni muss Prinzessin Sofia von Schweden beweisen, dass sie die Rolle der Prinzessin auch im Alltag beherrscht

Sofia (l.) + Charl Philip von Schweden

Am Victoriatag wirkte Sofia unsicher

Die Schultern leicht nach vorne gebeugt, setzt sie die Beine unterm schlichten schwarzen Rock vorsichtig eins vor das andere. Beim Geburtstag ihrer neuen Schwägerin, Kronprinzessin Victoria, den die schwedische Königsfamilie wie jedes Jahr auf der Insel Öland feiert, wirkt Sofia, 30, als fürchte sie, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Es ist ihr erster Auftritt als Prinzessin, und immer wieder geht ihr Blick Hilfe suchend zu Ehemann Carl Philip, 36. So als würde sie fragen: "Mache ich auch alles richtig?"

Was für ein Gegensatz zu der lebenslustigen und vor Selbstvertrauen strotzenden Sofia bei ihrer Traumhochzeit Mitte Juni in Stockholm! Getragen von der Liebe ihres Prinzen, schienen der Tochter eines Arbeitsamts-Beraters und einer Angestellten geradezu Flügel zu wachsen. Vor allen Gästen, darunter zahlreiche gekrönte Häupter, ergriff sie mutig das Wort und kündigte einen selbst geschriebenen Song an, in dem sie Carl Philip ihre Liebe beteuerte.

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©Gala

Vorschusslorbereeren für Sofia

Vorschusslorbeeren hatte Sofia viele bekommen. Ihre erfolgreiche Wandlung vom Reality-TV-Sternchen, deren Bikini-Fotos zunächst für Häme gesorgt hatten, zur seriösen Prinzessin brachte ihr Bewunderung ein. "Sofia ist sehr beliebt in Schweden", so Margareta Gotthardsson, Adelsexpertin der schwedischen Zeitschrift "Dam Tidning" zu GALA. "Sie hat allen gezeigt, wie sehr sie sich bemüht, wie echt ihre Liebe für Carl Philip ist und wie gut sie ihm tut."

Sie hat viele Helfer

Doch jetzt nach der Traumhochzeit und den schönen Flitterwochen in der Südsee beginnt der Ernst des Lebens. Sofia merkt: Sie muss nun beweisen, dass sie auch im Alltag der neuen Rolle als Prinzessin gewachsen ist – eine Aufgabe, die auch andere bürgerliche Frauen vor ihr als große Herausforderung empfanden. "Niemand überreichte mir ein Prinzessinnen-Handbuch", erinnerte sich kürzlich Monacos Fürstin Charlène an ihre Anfangsprobleme. Sofia steht immerhin ein gutes Team von Profis zur Seite. In Modefragen lässt sie sich von der schwedischen Fashion-Expertin Camilla Åstrand sowie von Prinzessin Victorias Stylistin Tina Törnqvist beraten. Gräfin Alice Trolle-Wachtmeister, die schon seit den Siebzigerjahren für den schwedischen Hof arbeitet, unterwies Sofia in schwedischer Geschichte, Politik und dem höfischen Protokoll. Ihre Mentorin, die Geschäftsfrau Barbro Ehnbom, hilft der Neu-Prinzessin, sich in der höheren Gesellschaft zurechtzufinden.

Ihre neue Familie unterstützt sie

Die besten Ratgeberinnen findet Sofia jedoch in ihrer neuen Familie, insbesondere unter den Bernadotte-Frauen. Schwiegermutter Königin Silvia, 71, weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, als Bürgerliche in eine Königsfamilie einzuheiraten. Sofias Schwägerinnen Victoria, 38, und Madeleine, 33, wuchsen zwar als Prinzessinnen auf, beide erlebten aber auch Zeiten, in denen sie mit ihrer Rolle haderten. So entwickelte Victoria als Teenager eine schwere Essstörung. Erst nach einem längeren Studienaufenthalt in Amerika, wo sie keiner kannte, fand sie die Kraft, ihr royales Schicksal zu akzeptieren.

Schweden sind kritisch gegenüber der Königsfamilie

Wie kritisch die Schweden auf ihre Königsfamilie blicken, musste Prinzessin Madeleine, einstiger Liebling des Volkes, schmerzhaft erleben. Dass sie mit ihrem Ehemann Chris O’Neill, 41, und Tochter Leonore, 1, zunächst in den Vereinigten Staaten leben wollte, kam bei ihren Landsleuten gar nicht gut an. Sympathiepunkte sammelte sie zuletzt, als sie hochschwanger zur Hochzeit von Carl Philip und Sofia kam und nur zwei Tage später Sohn Nicolas zur Welt brachte. Beim Victoriatag Mitte Juli auf Öland wirkten Madeleine und Chris fröhlich und gelöst wie lange nicht.

Immer wieder müssen sich die Bernadottes die Zuneigung der Bürger hart erarbeiten. In kaum einer anderen Monarchie gibt es eine so starke republikanische Bewegung wie in Schweden. Die größte Sorge der Königsfamilie: von der Bevölkerung lediglich als Kostenfaktor wahrgenommen zu werden. Rund eine Million Euro bekommt König Carl Gustaf, 69, pro Jahr für die Wahrnehmung seiner offiziellen Termine. Von diesem Budget werden auch die Einsätze bezahlt, die Prinzessin Madeleine und Prinz Carl Philip für die Krone absolvieren, ab jetzt auch die von Prinzessin Sofia.

Leben finanzieren sie größtenteils aus Privatvermögen

Den größten Teil seines Lebensunterhalts bestreitet das junge Ehepaar jedoch aus dem Privatvermögen des Königs, der auch die Hauptkosten für ihre Hochzeit am 13. Juni übernahm. Der Hof betont immer wieder: Weder Carl Philips kostspieliges Hobby, das Rennfahren, noch die aufwendige Renovierung von Carl Philips und Sofias künftigem Heim, der "Villa Solbacken" im Stockholmer Nobelviertel Djurgården, gehen zulasten der schwedischen Steuerzahler.

Die nächste Bewährungsprobe im August

Bevor das Paar umziehen kann, steht eine wichtige Reise an. "Der erste offizielle Termin für Prinz Carl Philip und Prinzessin Sofia ist der Besuch in Värmland im August", so Hofsprecherin Ulrika Näsholm zu GALA. Die Erwartungen an den zweitägigen Antrittsbesuch in dem westschwedischen Herzogtum sind hoch, denn Sofia trägt seit ihrer Hochzeit den Titel "Herzogin von Värmland". Klar, dass man sie hier ganz genau mustern wird. Es wird für die frisch gebackene Prinzessin die nächste Bewährungsprobe.

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