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Prinzessin Mette-Marit + Co. Drastische Schritte gegen Geschenke

Prinzessin Mette-Marit
© Dana Press
Der norwegische Hof hat erklärt, dass keine Geschenke kommerzieller Anbieter mehr angenommen werden. Außerdem wurde eine Präsenteliste veröffentlicht. Ist Prinzessin Mette-Marit der Grund dafür?

Die Kritik ist nicht neu: Prinzessin Mette-Marit und ihre teuren Geschenke sind schon öfter in die Schlagzeilen geraten. 2010 schenkte ihr das Modehaus Valentino beispielsweise eine Luxushandtasche im Wert von 10.000 Kronen (ca. 1.030 Euro), die sogar mit ihren Initialen "MM" verziert war. Zu übersehen war das Präsent also nicht.

2013 bestätigte der Hof - nach wiederholten kritischen Berichten in den Medien-, dass Mette-Marit tatsächlich Designerkleider erhalten hatte. "Einiges wird zum vollen Preis gekauft, anderes sind Geschenke, auf anderes bekommt sie Rabatt und vieles kauft sie im Ausverkauf", hieß damals die Erklärung gegenüber der Boulevardzeitung "VG".

Neue Regelung

Jetzt also soll damit Schluss sein, mit geschenkte Luxustaschen genauso wie mit Designerkleidern. Die neue Politik des Hofes: Solche Präsente an die Mitglieder der königlichen Familie werden nicht mehr angenommen. "Dann senden wir sie zurück, das haben wir bereits getan", erklärte Hofchefin Gry Mölleskog dem Sender "NRK". Ausgenommen davon sind allerdings obligatorische Geschenke, die bei einem Staatsbesuch oder bei einem offiziellen Besuch der Brauch sind und zwischen Gast und Gastgeber ausgetauscht werden.

Die Untertanen, als Privatleute, dürfen weiterhin ihre oft sehr liebevollen Geschenke überreichen und müssen dabei nicht mit Ablehnung oder Rücksendung rechnen. Die Königsfamilie wird genauso wenig die Begrüßungsblumen bei Terminen ablehnen. Dennoch werden in Zukunft alle Geschenke ab einem bestimmten Wert veröffentlicht.

Ob die Kritik, dass Mette-Marit für internationale Modehäuser Werbung mache, diese Entscheidung beeinflusst habe, dazu wollte sich Hofchefin Gry Mölleskog nicht äußern. Alle Argumente seien einbezogen worden und man sei vor dem Hintergrund der Diskussionen und da sich die Gesellschaft geändert habe, zu diesem Punkt gekommen.

Yachtferien waren der Streitpunkt

Das hübsche Schmetterlingsarmband, das Prinzessin Mette-Marit in Akershus am Mittwoch überreicht bekam, wird sich demnächst vielleicht auch auf der Geschenkeliste wiederfinden.
Das hübsche Schmetterlingsarmband, das Prinzessin Mette-Marit in Akershus am Mittwoch überreicht bekam, wird sich demnächst vielleicht auch auf der Geschenkeliste wiederfinden.
© Dana Press

Während König Harald und Königin Sonja für ihren recht bescheidenen und bodenständigen Haushalt bekannt sind, missfällt der Lebensstil vor allem der Kronprinzenfamilie den Norwegern immer wieder. Im vergangenen Jahr erregte ein Luxus-Yachturlaub, den Prinz Haakon gemeinsam mit Ehefrau Mette-Marit und den Kindern verbrachte, die Gemüter. Zunächst reagierte weder der Hof, noch das Kronprinzenpaar.

Erst später hieß es dazu, das Paar habe die Jacht nicht gechartert, demnach also nicht die angenommene Chartergebühr von über 210.000 Euro pro Woche selbst aufgebracht. Jetzt stellte Hofinformationschefin Marianne Hagen klar: "Das [der Yachturlaub, d. Redaktion] war ein Besuch, kein Geschenk." Daher stünden die Ferien nicht auf der veröffentlichten Liste.

Geschenke für die Royals

Auch in anderen Königshäusern bemüht man sich um Transparenz und veröffentlicht alljährlich die erhaltenen Präsente. So konnte man Anfang des Jahres beispielsweise lesen, dass im britischen Königshaus die meisten Geschenke an Prinz George und Prinzessin Charlotte gingen. Stellvertreten angenommen von Prinz William, Herzogin Catherine und anderen Mitgliedern des Hauses Windsor.

Auf der vom norwegischen Hof nun herausgegebenen Liste finden sich die persönliche Präsente ab einem Wert von 1000 Norwegischen Kronen. Das entspricht etwa 100 Euro. Darunter ist ein "Designter Schmetterling an zwei Ketten aus Silber und Email" an Kronprinzessin Mette-Marit von Mona Havnaas. Oder drei Bücher, die das Kronprinzenpaar vom ""Norwegian American Chamber" zum Anlass des 100-jährigen Bestehens überreicht bekamen. Die beiden erhielten während des offiziellen Besuches in Vietnam ein Schmuckkästchen, sechs Bücher, ein Werbeposter von "Football for All" und ein gesticktes Blumenbild.

König Harald und Königin Sonja konnten sich unter anderem über 22 Kilo Datteln und 24 Flaschen Wein vom algerischen Präsidenten freuen, viele Bücher, eine Windjacke für den König von Sig Hansen sowie 150 Orchideen von der thailändischen Botschaft.

Einiges bleibt privat

Nicht veröffentlicht werden weiterhin Privatgeschenke innerhalb der Familie oder des Freundeskreises. Entsprechend gibt es keine Auskunft darüber, wer die Kronprinzenfamilie zum Yachturlaub eingeladen hat.

Karen Diehn mit Material von Danapress Gala

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