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Prinzessin Mary Private Einblicke in ihr Familienleben: "Wir erziehen unsere Kinder mit Liebe und Geborgenheit"

Prinz Frederik, Prinzessin Mary mit ihren Kindern Prinz Vincent, Prinzessin Isabella, Prinz Christian und Prinzessin Josephine
Prinzessin Mary und Prinz Frederik mit ihren Kindern Prinz Vincent, Prinzessin Isabella, Prinz Christian und Prinzessin Josephine
© Dana Press
So offen hat man Prinzessin Mary noch nie über ihr Leben, die Liebe und die Familie sprechen hören: Anlässlich ihres 50. Geburtstages berichtet die Frau von Prinz Frederik in einem neuen Bildband und in Interviews vollkommen offen über ihren ungewöhnlich wirkenden Lifestyle als Mitglied des dänischen Königshauses. Auch die Erziehung ihrer Kinder und das Loslassen kam dabei ausführlich zur Sprache

Am 5. Februar 2022 erreicht Prinzessin Mary, 49, einen Meilenstein in ihrem Leben: Die Frau des dänischen Thronfolgers Prinz Frederik, 53, feiert Geburtstag. Keinen gewöhnlichen, denn sie wird 50 Jahre alt. Man hat den Eindruck, dass die Royal mit einer gewissen Leichtigkeit an diesen Tag herangeht. Sie scheint ihre Mitte gefunden zu haben. Die Vergangenheit hat es gut mit ihr gemeint. Seit dem 14. Mai 2004 ist sie glücklich verheiratet mit einem der bis dahin begehrtesten Junggesellen Europas. Aus der Ehe hervorgegangen sind vier Kinder, die sie mit Stolz erfüllen – und für die sie eine ganz "normale" Mutter zu sein erhofft, die trotz ihrer besonderen Aufgabe als Gattin des künftigen dänischen Königs Freud und Leid aller liebenden Eltern teilt.  

Prinzessin Mary: Eigene Kindheit legte Grundstein für ihren Erziehungsstil

Eines war Mary von Anfang an klar, wie sie bereits in dem Buch "Kronprinsesse Mary af Danmark" verdeutlicht: "Ich möchte zu hundert Prozent Mutter sein. Ich will nicht, dass meine Kinder von Kindermädchen erzogen werden. Sicherlich nicht." Die Biografie erschien im Jahr 2005, kurz vor der Geburt ihres Sohnes Prinz Christian, 16, der nach seinem Vater einmal den Thron besteigen wird. 

Ein inniger Wunsch, der neben dem Bedürfnis nach vielen eigenen Kindern sicherlich aus ihrer eigenen Kindheit herrührt. Mary wuchs als Kind des schottischen Ehepaars John Dalgleish und Henrietta Clark Donaldson mit drei weiteren Geschwistern in Australien auf. Mit dem Vater als Professor für angewandte Mathematik und der Mutter als Assistentin des Vizekanzlers der Universität von Tasmanien lebte sie ein bürgerliches Leben mit dem Fokus auf der Familie. "Die Familie ist der Ort, an dem ich mich am meisten zu Hause und am meisten ich selbst fühle", zitiert die dänische Zeitschrift "Her & Nu" die Prinzessin aus dem zu ihrem Ehrentag erscheinenden Bildband "Mary H.K.H.". 

Marys Kinder müssen sich ihrer Stellung bewusst sein

Ihr Erziehungskonzept basiert auf den Werten ihres Elternhauses und den Anforderungen des Königshauses. "Ich gehe davon aus, dass Kinder durch Liebe und Geborgenheit stark werden. Das Aufwachsen in einer königlichen Familie bedeutet auch, dass die Kinder aufgrund der Öffentlichkeit, die ihre Person umgibt, einige Überlegungen anstellen müssen", fasst die 49-Jährige das heimische Grundprinzip zusammen. 

Das Heranwachsen im königlichen Umfeld ist sicher nicht immer einfach für Prinz Christian, 16, Prinzessin Isabella, 14, Prinzessin Josephine und Prinz Vincent, beide 11,  – doch ihre Eltern schärfen beständig das Bewusstsein für die besondere Stellung, die mit Verpflichtungen, aber auch Privilegien einhergeht. "Wir sind uns dessen sehr bewusst – auch darüber, wie wichtig es ist, stolz darauf zu sein, wer man ist, zu welcher Familie man gehört und was diese Familie für das dänische Volk sein will."

Selbstbewusstsein und Einfühlungsvermögen

Eine königliche Abstammung alleine genüge aber natürlich nicht, um im Leben erfolgreich sein zu können, erklärte Prinzessin Mary bereits 2016 in einem Interview mit der Zeitschrift "Eurowoman": "Genauso wichtig ist es aber auch, sich stets anzustrengen. In der Schule, bei den Freunden, in der Gemeinschaft und so weiter muss man sein Bestes geben. Daran erinnere ich mich noch aus meiner eigenen Kindheit."

Ihr Hauptziel: die Kinder zu selbstbewussten Menschen erziehen, die gleichzeitig anderen Menschen Empathie entgegenbringen. "Ich denke, es ist wichtig, dass Kinder sich selbst gut genug kennen, um zu dem stehen zu können, was sie sind, und dass sie das Einfühlungsvermögen haben, sich in andere Menschen hineinzuversetzen."

"Man hat sie nur leihweise"

Schon damals wurde sie wehmütig beim Gedanken daran, dass ihre Kinder eines Tages das Zuhause verlassen würden. "Auch wenn ich manchmal selbst die Pausentaste drücken möchte, kann man die Zeit nicht anhalten." Wie schwer ihr es fallen würde, das erste Kind loszulassen, wurde Mary allerdings erst nach einer entsprechenden Entscheidung ihres ältesten Sohnes Prinz Christian bewusst. Der 16-Jährige ist im August 2021 ins Internat Herlufsholm in Næstved gezogen, wo er seine gymnasiale Schulbildung abschließen wird.

Nun trennen Eltern und Sohn rund 90 Kilometer. Kein einfacher Schritt. "Als die Entscheidung getroffen wurde, sagte ich mir, dass ich erst darüber nachdenken sollte, wenn er ins Internat geht", erinnert sich Mary in einem Interview mit der dänischen Zeitschrift "Billed Bladet". Sie gibt zu, dass es für sie hart war, als der Abschied näher rückte: "Bis zu seinem ersten Schultag hatte ich das Gefühl, dass es schwer war", gesteht sie. "Aber so ist das nun mal mit Kindern. Man hat sie nur leihweise."

Respekt vor Medien, aber Raum für Fehler

Der künftige Thronfolger emanzipiert sich also vom Elternhaus – und muss nun unter Beweis stellen, dass er verantwortungsvoll mit seiner besonderen Stellung umgehen kann. Das betrifft vor allem die Auseinandersetzung mit Social Media und der Presse. Eine Herausforderung für junge Erwachsene, wie Mary weiß, doch besonders für ihren Nachwuchs: "Wenn man zwei Kinder im Teenageralter im Haus hat, denken man ein wenig über die Zeit nach, in der wir leben, in der jeder, überall und auf jede erdenkliche Weise fotografieren oder filmen kann", sagt sie. "Sie sind stärker exponiert und es ist wichtig, dass sie sich dessen bewusst sind. Und das sind sie auch, denn sie sind mit dem Medienbild aufgewachsen, das wir heute haben", erklärt sie in dem Interview. 

Mary, Frederik und Kinder

Trotzdem verlangt die Prinzessin keine Perfektion: "Die Teenagerjahre sind sehr einschneidend, und sie sind auch verletzliche Jahre. Es sind auch die Jahre, in denen wir lernen und Fehler machen. Und es ist in Ordnung, Fehler zu machen, solange man aus ihnen lernt," fügt Mary hinzu. "Und so hoffe ich, dass sie weiterhin die Freiheit und den Raum haben, diese Fehler zu machen, und dass sie die suchenden und forschenden Teenagerjahre gut überstehen können."

Verwendete Quellen: Karin Palshøj, Gitte Redder: "Kronprinsesse Mary af Danmark",  Politikens Forlag: "Mary H.K.H", herognu.dk, eurowoman.dk, billedbladet.dk

Gala


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