Prinzessin Mary + Prinz Frederik: Hier winkt die Zukunft

Beim 40. Thronjubiläum von Königin Margrethe feierten die Dänen nicht nur ihre Monarchin, sondern auch die nächste Generation. Und Kronprinzessin Mary und Kronprinz Frederik bewiesen, dass die dänische Monarchie bei ihnen in guten Händen ist

Dänische Königsfamilie

Als Königin Margrethe am Sonntag mit ihrer Familie auf den Balkon von Schloss Amalienborg trat,

dürfte sie der Jubel der vielen, die unten standen und kleine Danebrogs schwenkten (so heißt die dänische Fahne), kaum überrascht haben. Die 71-Jährige ist eine äußerst beliebte Regentin, und ihr 40. Thronjubiläum am vergangenen Wochenende zelebrierte sie zu Recht mit großem Pomp. Ganz anders war die Situation vor vierzig Jahren. Damals stand sie - in Schwarz gekleidet - mit ihrem Ehemann Prinz Henrik und den beiden Söhnen Balkon, doch sie fühlte sich eher traurig und ängstlich. Wenige Stunden zuvor war ihr Vater König Frederik IX. mit 72 Jahren gestorben, und die junge Margrethe wusste, dass sie vor der größten Herausforderung ihres Lebens stand. Dass ihr, der ersten Frau auf dem dänischen Thron seit über 500 Jahren, das Volk schon damals zujubelte, wunderte sie sehr, wie sie später einmal zugab. Mittlerweile hat Margrethe für das Fortleben der über tausendjährigen dänischen Monarchie viel getan. Sprachen sich bei ihrer Inthronisierung 1972 nur 42 Prozent der Dänen für die Krone aus, so sind es heute satte 80. Sie blicke mit großer Zuversicht in die Zukunft, verkündete sie nun anlässlich ihres Jubiläums. Erstmals sprach die Königin Kronprinz Frederik, 43, öffentlich ein dickes Lob aus: "Ich habe einen Sohn, an dem ich größte Freude habe", sagte sie der Zeitung "Politiken". Sie habe vollstes Vertrauen, dass er eines Tages ein guter König werde. Ebenso wichtig ihre Botschaft, auch mit Kronprinzessin Mary, 39, verstehe sie sich blendend. Stolz erzählte sie, dass ihre Schwiegertochter sie oft um Rat frage.

Ein Kuss für "Daisy": Prinz Henrik küsst seine Frau herzlich auf die Wange. Die beiden sind seit 45 Jahren verheiratet und wirken verliebt wie lange nicht.

Thronjubiläum

Alles Gute, Königin Margrethe!

Vor vierzig Jahren wurde Königin Margrethe nach dem Tod ihres Vaters, König Frederik IX, zur Königin von Dänemark. Ihr Thronjubi
Die Monarchin besucht am Morgen das Grab ihrer Eltern in Roskilde.
Zurück in der dänischen Hauptstadt lässt sich Königin Margrethe in einer vergoldeten Kutsche aus dem 19. Jahrhundert von Schloss
Anschließend zeigen sich Königin Margrethe und Prinz Henrik auf dem Rathausbalkon und begrüßen die jubelnde Menge.

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Mary, gebürtige Australierin, bewies bei den dreitägigen Feierlichkeiten am Wochenende, dass sie das Vertrauen Margrethes verdient und bereits jetzt das Zeug zur Königin hat. Sonst der Superstar der dänischen Königsfamilie, hielt sich Mary dezent im Hintergrund, um ihrer Schwiegermutter bloß nicht die Show zu stehlen. Während die Königinnen Silvia von Schweden und Sonja von Norwegen - beide gute Freundinnen von Margrethe - in grellem Pink kamen, zeigte Mary dunkle, gedeckte Farben, übrigens alles "recycelte" Kleider, die sie schon bei anderen Anlässen getragen hatte. Auch Kronprinz Frederik, der mit Mary für die Königin am Sonntagabend ein prunkvolles Bankett auf Schloss Christiansborg organisiert hatte, wirkte in seiner Uniform mit den vielen Orden erwachsen und staatsmännisch - ganz so, wie man sich einen künftigen König vorstellt.

Im wunderschönen cremefarbenen Abendkleid zog Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit nicht nur die Blicke von Ehemann Haakon auf sich.

Doch so viel Harmonie war nicht immer. Frederik und Mary wurden in der Vergangenheit oft kritisiert, sie würden sich zu wenig für die Krone engagieren und sich stattdessen dem Luxusleben hingeben. Auch Königin Margrethe brauchte sicher eine Weile, um mit Mary warm zu werden - so unterschiedlich, wie die beiden Frauen sind. Während die bürgerlich geborene Mary als modern, sportlich und pragmatisch gilt, neigt die Monarchin zu Schrulligkeiten - für die sie von den Dänen allerdings besonders geliebt wird. Das britische Magazin "Majesty" nennt die militante Raucherin, die weder Computer noch Handy besitzt, "die einzige echte Intellektuelle unter den derzeitigen europäischen Monarchen". Schließlich spricht sie fünf Sprachen fließend, hat unter anderem in Cambridge studiert und tut sich in ihrer Freizeit als talentierte Illustratorin, Übersetzerin, Bühnenbildnerin und Malerin hervor. Ein wenig wehmütig mag Margrethe allerdings manchmal auf das stets so perfekt wirkende Familienglück von Mary und Frederik blicken. Ihre eigene Ehe mit Henrik, 77, litt lange darunter, dass er mit seiner Rolle als Prinzgemahl haderte. Auch für ihre Kinder hatte Margrethe als junge Königin kaum Zeit - eine Tatsache, die Frederik ihr mehrfach öffentlich vorgehalten hat ("Ich hatte mit meinen Eltern eigentlich nicht viel zu tun, bis ich 21 war") und die sie mittlerweile womöglich sogar bereut. Wenn man die Monarchin heute mit ihren sieben Enkeln sieht, liebevoll und glücklich, wirkt das ein wenig, als wolle sie nachholen, was sie ihren eigenen Kindern nicht geben konnte. Überhaupt scheint Margrethe entspannter zu sein denn je. Abdanken kommt für die Regentin nicht infrage, wie sie vergangene Woche noch einmal betonte. Doch überträgt sie Frederik und Mary schon jetzt immer mehr Pflichten. Eine kluge Entscheidung, die offenbar auch ihrer Ehe zugutekommt. Nachdem sich Henrik vor zehn Jahren schon fast vollständig auf sein Weingut Caix in Südfrankreich zurückgezogen hatte, sieht es nun so aus, als sei die Liebe noch einmal zurückgekehrt. Zum Thronjubiläum am Wochenende ließ der gebürtige Franzose seine Frau, die er zärtlich Daisy nennt, überschwänglich hochleben und küsste sie mehrfach öffentlich auf die Wange. Auch das hätte sie sich vor vierzig Jahren wohl nicht träumen lassen ... Stefanie Richter

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