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Prinzessin Märtha Louise Ihre Apanage reichte ihr nicht zum Leben

Prinzessin Märtha Louise
Prinzessin Märtha Louise
© Dana Press
Auf der faulen Haut liegen und gleichzeitig in teuren Autos, Kleidern und Juwelen das Leben genießen: Dass diese Vorstellung von Apanage nichts mit der Realität zu tun hat, lernte Norwegens Prinzessin Märtha Louise recht schnell – und zog daraus ihre Konsequenzen.

König Harald, 84, und Königin Sonja, 84, erhalten sie, genau wie Prinz Haakon, 47, seine Frau Prinzessin Mette-Marit, 47, und die Schwester des Königs, Prinzessin Astrid, 89. Nur Prinzessin Märtha Louise, 49, verzichtet dankend: Die Apanage für die Mitglieder des norwegischen Königshauses ist in Paragraf 75 der Verfassung verankert, über die jeweilige Höhe entscheidet das Parlament Norwegens, das Storting. Als die Monarchentochter 29 Jahre alt war, ließ sie ihre Apanage sausen. Der überraschende Grund: Sie wusste nicht, wie sie davon leben sollte.

Prinzessin Märtha Louise: "Wie soll ich von diesem Gehalt überleben?"

Warum Märtha Louise etwas nicht gelungen ist, dass ihre Tante Prinzessin Astrid seit Jahrzehnten mit Leichtigkeit bewältigt, wird erst bei näherer Betrachtung deutlich. Dabei klingt es zunächst wie der Traum eines jeden Teenagers: Für seine bloße Existenz bezahlt zu werden. Für Norwegens Prinzessin jedoch erwies sich dieser Traum als Alptraum. Zwar erhielt sie seit ihrem 18. Lebensjahr einen festen Jahresbetrag aus der Staatskasse – doch die Sache hatte einen Haken.

Bei dieser Apanage handelte es sich um umgerechnet nur 15.634,30 Euro jährlich, also knapp 1.300 Euro im Monat. Aufstocken war nicht drin, informiert die norwegische Online-Zeitung "ABC Nyheter". Denn die Annahme einer Apanage geht in Norwegen mit der Verpflichtung einher, keine anderen bezahlten Arbeiten anzunehmen. 

Im Podcast "Summa summarum" der Journalistin Kjersti Kvam, der am 23. Juni 2021 veröffentlicht wurde, erklärt Märtha Louise ihre Gründe für ihren Verzicht auf eine Apanage. Es habe sich dabei lediglich um eine symbolische Summe gehandelt, da Frauen in der norwegischen Königsfamilie im Laufe der Geschichte kein Geld für ihre geleistete Arbeit erhalten hätten: "Ich dachte: 'Wie soll ich von diesem Gehalt überleben?'", beschreibt die Prinzessin ihre finanziellen Ängste. "Ich wurde zu einer Frau erzogen, die ihre eigenen Entscheidungen trifft und jeder in meiner Generation verdient sein eigenes Geld und bildet sich weiter."

Apanage oder Job? Die Entscheidung fiel ihr nicht schwer

Im Alter von 29 Jahren beschloss die Prinzessin daher, auf ihre Apanage zu verzichten. Einen reichen Mann zu heiraten und dann von ihm abhängig zu werden, war für sie ebenfalls kein Thema. Nach reiflicher Überlegung trennte sich die gelernte Physiotherapeutin kurz vor ihrer Hochzeit mit Ari Behn, †47, von ihrem hoheitlichen Status und machte sich selbständig: "Dann hieß es 'Was machen wir jetzt?'", erinnert sich Märtha Louise. "Nach langem Überlegen habe ich 2001 'Ihre Königliche Hoheit' gekündigt und angefangen, mein eigenes Geld zu verdienen", fährt sie fort. 

Prinzessin Märtha Louise

Ganz anders lief das bei Märtha Louises Tante Prinzessin Astrid, erinnert die norwegische Zeitschrift "Se og Hør". Die Schwester von König Harald erhält eine Staatsrente von umgerechnet knapp 5.000 Euro – und zwar monatlich. Sie hatte allerdings auch lange Jahre als First Lady an der Seite ihres Vaters König Olav V. repräsentiert, weil ihre Mutter Prinzessin Märtha (1901 bis 1954) so früh starb. Genau wie ihre Nichte Märtha Louise hatte Prinzessin Astrid ihren königlichen Status zwar mit ihrer bürgerlichen Ehe verloren, ihre Pflichten erfüllt die 89-Jährige jedoch bis heute. Als Dank bewilligte ihr der Staat diese Pensionszahlung.

Sie zahlt gerne Steuern

Für Märtha Louise ist das jedoch kein Problem – sie ist ihr zufolge wohl diejenige im Land, die am liebsten Steuern zahlt, schreibt "Se og Hør". Gleichzeitig war sie die erste in den königlichen Kreisen, die einen eigenen Job annahm – was keine Tradition war, wie die Tochter des Königs betonte.

Ihren Unterhalt sichert sich die Prinzessin seit 2002 unter anderem aus Vorträgen und Buchprojekten. Sie gründete auch die viel diskutierte Engleskolen, die "Engelsschule", die später geschlossen wurde. Im Frühjahr 2021 wurde ihre Doku-Serie "Märtha" erstmals im TV ausgestrahlt, und unter dem Titel "Die Prinzessin und der Schamane" absolvierte sie mit ihrem Lebensgefährten Durek Verrett, 46, eine Vortrags- und Workshop-Reihe. Seit 2019 darf Märtha Louise ihren Prinzessinnentitel allerdings nicht mehr im kommerziellen Kontext nutzen.

Verwendete Quellen: abcnyheter.no, seoghoer.dk, Pidcast "Summa summarum"/Kjersti Kvam

ama Gala


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