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Prinzessin Madeleine Schwedischer Hof bezieht Stellung zu ihrem Status im Königshaus

Prinzessin Madeleine
© Dana Press
Seit Prinzessin Madeleine mit ihrer Familie in den USA lebt, muss sie sich regelmäßig mit kritischen Stimmen aus der Heimat auseinandersetzen. Die geographische Distanz zu Schweden lässt Aufgaben im Namen der Krone nur begrenzt zu. Das ist vielen ein Dorn im Auge. Hat der Hof deshalb nun die Rolle der Königstochter auf seiner frisch überarbeiteten Website neu definiert? 

Prinzessin Madeleine, 38, ist und bleibt repräsentatives Mitglied der schwedischen Königsfamilie, wenn auch mit Einschränkungen. Das macht der Hof auf seiner neu gelaunchten Internetpräsenz mit einem bisher unveröffentlichten Foto der Tochter von König Carl Gustaf, 75, und Königin Silvia, 78, nachdrücklich deutlich.

Prinzessin Madeleine: Neues Porträt strahlt Selbstverständnis aus

In einer langen Robe in Altrosa, mit Schärpe und Tiara posiert die dreifache Mutter vor einem neutralen Hintergrund. Sie strahlt und wirkt, als fühle sie sich in dieser Rolle noch immer wohl. Doch ihre Landsleute scheinen an Madeleines Identifikation mit dem Königshaus und ihrer Heimat zu zweifeln.

Prinzessin Madeleine
Der schwedische Königshof hat ein neues Porträt von Prinzessin Madeleine veröffentlicht. 
© Linda Broström/The Royal Court of Sweden

Kommt sie jemals zurück nach Schweden?

Tatsächlich ist seit dem Umzug von Prinzessin Victorias, 44, jüngerer Schwester ins sonnige Miami nicht mit Kritik an ihrer Person gespart worden. Vor allem die Medien sahen sich zunehmend als Sprachrohr des Unmuts der schwedischen Bürger:innen. Am 2. August 2018 hatte der Hof die USA-Pläne der Königstocher, ihres Mannes Chris O'Neill, 47, und der gemeinsamen drei Kinder bekannt gegeben. Das Paar wolle sich mit Prinzessin Leonore, 8, Prinz Nicolas, 6, und Prinzessin Adrienne, 4, "für einige Zeit" in Florida niederlassen, hieß es damals. Inzwischen sind vier Jahre vergangen. Zweifler:innen glauben angeblich schon gar nicht mehr an eine Rückkehr der Familie in Madeleines Heimatland. 

Ihr Herzogtum hat sie seit 2015 nicht mehr besucht

Es gibt seither einige feste Termine im Jahreskalender der schwedischen Königsfamilie, die von der 38-Jährigen ausgelassen wurden. Besonders vernachlässigt sollen sich aber die Bewohner ihres Herzogtums Gävleborg fühlen. Zuletzt war sie dort im Jahr 2015 zu Gast. Immerhin nahm sie im Sommer 2021 während der Familienferien in Schweden virtuell Kontakt zu dem Gouverneuer der Region auf. Bei Per Bill, 64, und der Landrätin Veronica Lauritzsen erkundigte sich Madeleine über die Auswirkungen der Coronapandemie in den Provinzen Hälsingland und Gästrikland. Zum Abschied äußerte sie die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen vor Ort.

Nur, wann wird das sein? Der Fernseh- und Radiojournalist Lars Ragnar Forssberg, 77, machte jüngst seinem Ärger Luft: "Sie verwaltet ihr Amt nicht richtig", wetterte er auf Nachfrage der schwedischen Zeitschrift "Svensk Damtidning". "Als Herzogin hat man bestimmte Verpflichtungen. Sie soll selbst spüren, dass sie mehr beitragen muss", findet Forssberg. "Die Leute denken, wenn sie diesen Titel hat, sollte sie auch auftauchen", erklärt er und vergleicht Madeleine abschließend mit Prinz Daniel, 48, und Prinzessin Victoria, die seiner Ansicht nach ihre Rolle als Herzog und Herzogin "viel anständiger handhaben".

Rechenschaftsbericht des Hofstaates mit Spannung erwartet 

Madeleines Kritiker:innen werden also offenbar immer lauter. Demnach werden sie mit Spannung den Rechenschaftsbericht des Hofstaates für das Jahr 2021 erwarten, der im April erscheinen soll. Darin wird unter anderem die Höhe der Aufwandsentschädigungen offengelegt, mit der Carl Gustaf seine im Ausland lebende Tochter für die Aufträge entlohnt, die er ihr anstelle von festen Rahmenbeträgen zugewiesen hat.

Königliche Website definiert Madeleines Status Quo

Es scheint, als habe das Königshaus im überarbeiteten Text über Prinzessin Madeleine bösen Zungen den Wind aus den Segeln nehmen wollen. "Die offiziellen Aufgaben von I.K.H. Prinzessin Madeleine", steht zunächst in großen schwarzen Lettern unter dem Foto der Prinzessin. Weiter heißt es: "Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Madeleine lebt seit einigen Jahren mit ihrer Familie in den Vereinigten Staaten. Aufgrund ihres Aufenthalts im Ausland ist das öffentliche Programm der Prinzessin begrenzt". Somit gibt der Hof dem bisher bemängelten, aber bislang nicht schwarz auf weiß festgehalten Status Quo eine offizielle und somit abgesegnete Note. 

Des Weiteren wird die Verantwortung über Madeleines Tätigkeiten auf die Präsenz der Prinzessin in ihrer Heimat und den "Hausherren" herausgestellt: "Wenn sich die Gelegenheit ergibt, nimmt Prinzessin Madeleine an großen Zeremonien des Königshauses in Schweden teil und bei anderen Programmen nach dem Ermessen Seiner Majestät des Königs."

Dass Madeleine in der Ferne durchaus nicht untätig ist, wird durch die Aufführung ihrer Tätigkeit für die international agierende Organisation "World Childhood Foundation" hervorgehoben, die 1999 von Königin Silvia gegründet wurde. "Von den Vereinigten Staaten aus setzt die Prinzessin ihr Engagement für die 'World Childhood Foundation' fort und fungiert seit Dezember 2021 als Vize-Ehrenpräsidentin", wird nachdrücklich betont. Ob die kritischen Stimmen durch diese mutmaßliche Strategie allerdings besänftigt werden können, bleibt abzuwarten. 

Verwendete Quellen: teda.dk, kungahuset.se, svenskdam.se, instagram.com

ama Gala


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