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Prinzessin Madeleine + Prinz Carl Philip Wird ihre Apanage künftig gestrichen?

Prinzessin Madeleine + Prinz Carl Philip
© Dana Press
Prinzessin Madeleine und Prinz Carl Philip beziehen eine Apanage vom schwedischen Staat, aber es ist nicht sicher, ob das immer so bleiben wird

In Schweden stehen die Apanage-Regelungen für die Royals auf dem Prüfstand: Derzeit erhalten alle Mitglieder der Königsfamilie, die einen Platz in der Thronfolge haben, Geld aus der Staatskasse. Das sind neben dem Königspaar deren drei Kinder Prinzessin Victoria, Prinz Carl Philip und Prinzessin Madeleine sowie ihre Kinder. Und Schwedens Königsfamilie wächst stetig weiter: König Carl Gustaf und Königin Silvia haben mit Estelle, Leonore, Nicolas, Oscar und Alexander bereits fünf Enkelkinder.

Ob die Apanage-Regelung aber künftig so bleiben wird, ist die Frage. Jan Lindman, Finanzchef des Hofes, gegenüber der Seite "affärsliv 24.de" es müsse nicht so bleiben. "Kronprinzessin Victoria wird eine Apanage bekommen - aber es gibt keine deutliche Grenze dafür, wer außerdem in Zukunft eine Apanage erhalten wird. Es ist nicht sicher, dass Prinz Carl Philip und Prinzessin Madeleine mit ihren Familien in Zukunft eine Apanage bekommen", sagte er.

Wer bekommt Geld - und wer nicht

Die Apanage wird immer wieder angepasst, seit 2009 ist sie um 23 Prozent gestiegen. 2016 beträgt sie 135,4 Millionen Kronen (ca. 14,3 Millionen Euro). Es gibt laut Jan Lindman keine strikte Regelung, wer genau eine Apanage bekommt. Es sei an die Rolle des Staatsoberhauptes geknüpft und an seine Familie. Von der gesamten Verwandtschaft des Königs sei aber nicht die Rede. Die Schwestern des Königs erhalten übrigens nichts von dieser Summe. Bisher entscheidet also König Carl Gustaf, wer genau etwas von den staatlich zugeteilten Geldern bekommt. Sobald er nicht mehr auf dem Thron ist, kann es also eine Änderung geben.

Victoria muss irgendwann entscheiden

Konkret hieße das: Wenn Prinzessin Victoria Königin wird, muss sie über die Vergabe der Apanagen neu entscheiden - und damit darüber, ob ihre beiden Geschwister, ihre Nichten und Neffen weiterhin Zuwendungen erhalten. Oder ob diese, wie es in anderen Königshäusern durchaus üblich ist, mit bürgerlichen Berufen ihren eigenen Lebensunterhalt finanzieren müssen. Abgesehen vielleicht finanziellen Zuschüssen, die oftmals diejenigen Royals erhalten, die zumindest gelegentlich aktiv für Land und Krone unterwegs sind, also repräsentative Rollen übernehmen. Allerdings kommen solche Gelder für Hofhaltung, Reisen, Angestellte oftmals aus der privaten Schatulle des jeweiligen Monarchen.

Nicht nur Apanage

Schwedens Königsfamilie lebt nicht nur von der Apanage. Sie haben privates Vermögen und Anteile an Firmen. Dabei sei es eine Frage der Angemessenheit, welche Art von Einkünften es daraus gebe, so der Finanzchef des Hofes. Der Monarch selbst müsse jedenfalls eine gewisse Neutralität wahren.

Carl Philips Hochzeit brachte das Minus

Schwierig wird es immer dann für die royalen Finanzchefs, wenn Großereignisse wie Hochzeiten anstehen. So weist der Königliche Hofstaat in seinem Rechenschaftsbericht 2015 einen Verlust von 1,2 Millionen Kronen aus (ca.130 000 Euro) aus. Dieser Verlust wird direkt Prinz Carl Philips Hochzeit zugeordnet, wie die Wirtschaftsseite "Dina Pengar" der Boulevardzeitung "Expressen" berichtet. 2015 machte im königlichen Gesamtbudget die Apanage 65 Millionen Kronen (ca. sieben Millionen Euro) aus. Die Kosten der Rubrik des Jahresberichts, in die auch die Hochzeit verbucht wurde, ist insgesamt gegenüber 2014 um drei Millionen Kronen gestiegen (ca. 323 000 Euro).

Inzwischen sind alle drei Königskinder unter der Haube, es gilt also "nur" noch Taufen zu feiern. Die fallen deutlich kleiner aus. Übrigens hat für die glanzvollen Vermählungen seiner Kinder König Carl Gustaf einen großen Teil der Kosten höchstpersönlich übernommen. Alles Nicht-Offizielle wurde aus der Privatschatulle bezahlt. Dazu zählten beispielsweise die Empfänge am Abend vor der Trauung. Laut einem Bericht von "Expressen.se" zahlte der König bei Prinzessin Madeleines Hochzeit mehr als die Hälfte der Kosten. Posten wie Sicherheit und Verkehr werden hingegen vom königlichen Haushalt, und damit über die Apanage, getragen.

Auch in Dänemark rechnet man

Die royalen Finanzen und konkret die Apanage-Regelungen sind in Dänemark seit Monaten - ähnlich wie in Schweden - ein mediales Thema. Als Königin Margrethes Mann Prinz Henrik Anfang 2016 in Pension ging, tauchte beispielsweise sofort die Frage auf, ob sich dieser Umstand auf die finanziellen Zuwendungen fürs Königshaus auswirken würde.

Ebenso wie in Schweden stellen sich die Dänen die Frage, ob die Enkelkinder der regierenden Königin künftig eine Apanage erhalten sollten. Prinz Frederik, wie Prinzessin Victoria in Quasi-Warteschleife auf den Thron, hat bereits in überraschend deutlicher Art klarstellen lassen, dass unter seiner Regentschaft nur eines seiner vier Kinder Geld aus der Staatskasse erhalten soll. Und das ist nur Prinz Christian, sein ältester Sohn und künftiger Thronfolger.

Karen Diehn mit Material von Danapress Gala


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