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Prinzen-Taufe in Schweden Die zehn spannendsten Fakten

Chris O'Neill mit Prinz Nicolas
Chris O'Neill mit Prinz Nicolas
© Brigitte Grenfeldt, Kungahuset.se
Prinz Nicolas, der kleine Sohn von Chris O'Neill und Prinzessin Madeleine, wird getauft. Gala.de liefert dazu die wichtigsten Fakten und alles Wissenswerte rund um den kleinen Schweden-Prinzen

Der Taufname

Prinzessin Madeleines Sohn wird bei seiner Taufe gleich drei Namen erhalten: Nicolas Paul Gustaf. Sein Titel lautet "Prinz von Schweden und Herzog von Ångermanland".

Nicolas ist ein Name, der in der Bernadotte-Familie schon häufiger vorgekommen ist. Paul und Gustaf sind die Namen der beiden Großväter: Chris O'Neills Vater Paul starb 2004. Die jungen Eltern wählten also eine ganz traditionelle Zusammenstellung der Namen.

Der zweite Name hat noch eine weitere Bedeutung: Wie Chris O'Neill in einem Interview verriet, wurde er selbst einige Tage nach seiner Geburt Paul genannt, ehe seine Eltern sich für Christopher entschieden.

Der Titel

Prinz Nicolas bekam direkt nach seiner Geburt von seinem Großvater den Titel "Herzog von Ångermanland" verliehen.

Ångermanland liegt im Norden Schwedens und reicht im Westen bis Jämtland, im Norden bis nach Lappland sowie im Osten bis zum Bottnischen Meerbusen. Es umfasst eine Fläche von 19.444 Quadratkilometern und hat rund 130.000 Einwohner. Typisch für den Landstrich seien, so schreibt das Königshaus auf seiner Webseite, wilde Stiefmütterchen und Biber.

Thronfolge

Seit seiner Geburt rangiert der Mini-Herzog auf Platz sechs. Er wird aber, genauso wie sein Onkel Carl Philip, seine Mutter Madeleine und seine Schwester Leonore, einen Platz weiter nach hinten rutschen, sobald Prinzessin Victorias zweites Kind auf der Welt ist. Dieses soll im März 2016 geboren werden.

Der Ablauf des Tauftages

Der Gottesdienst beginnt um 12 Uhr und soll etwa 40 Minuten dauern. Danach gibt es einen Empfang im sogenannten Ehrenstrahlsalon ("Ehrenstrahlsalongen") für geladene Gäste. Hierbei werden die Taufgeschenke überreicht. Während dieser Teil noch offiziellen Charakter hat, folgt im Anschluss ein "privates Mittagessen" in der Karl-XI-Galerie im Schloss.

Prinzessin Leonore liegt während des Empfanges im Schloss in einer reich verzierten, barocken Wiege - das ist Tradition im schwedischen Königshaus.
Prinzessin Leonore in der prachtvollen Wiege.
© Dana Press

Eine Besonderheit in Schweden ist, dass die Täuflinge während des Taufempfanges, wenn die Gäste und offiziellen Vertreter diverser Organisationen Glückwünsche und Geschenke überreichen, in einer goldenen Wiege auf einer Art Podest dabei ist. Alle defilieren an ihnen vorbei und können noch einmal einen Blick auf das Baby werfen, das sanft geschaukelt wird und, das Geschehen verfolgen kann. Das historische Stück, auch stammt aus dem Jahr 1826 und damit aus der Zeit von König Karl XV.

Die Kirche von Schloss Drottningholm

Wie seine Schwester Leonore wird Königin Silvias jüngstes Enkelkind in der Kirche von Schloss Drottningholm getauft.

Der Boden der Kirche wurde aus Sandstein von der Insel Öland gefertigt, das Altarbild stammt von Hofmaler G.E. Schröder.
Der Boden der Kirche wurde aus Sandstein von der Insel Öland gefertigt, das Altarbild stammt von Hofmaler G.E. Schröder.
© kungahuset.se/Alexis Daflos

Das Schloss ist die offizielle Wohnresidenz der Königsfamilie seit den 1980er Jahren. Insofern ist der Taufort ein wenig privater. Aber im Gegensatz zu Prinzessin Estelles Taufe 2012 fällt sie eben auch - weil Prinz Nicolas "nur" die aktuelle Nummer sechs der Thronfolge ist - kleiner, familiärer und weniger staatstragend aus.

Die Gäste

Die Taufe wird in einem ähnlich großen Rahmen gefeiert wie die von Prinzessin Leonore. 2014 wurden nach Medienberichten etwa 160 Einladungen verschickt.

Auch was die Art der Gäste betrifft, dürften sich Prinzessin Madeleine und Ehemann Chris O'Neill ähnlich entschieden haben und vor allem die engere Familie und Freunde eingeladen haben. Einige Vertreter aus Politik und diplomatischem Korps werden dennoch dabei sein. Das gehört bei einer royalen Taufe dazu. Vertreter anderer Königshäuser - außer sie sind Paten - werden nicht als offizielle Vertreter ihres Landes anreisen.

Das königliche Taufkleid

Royale Täuflinge in Schweden tragen seit über 100 Jahren dasselbe: Das königliche Taufkleid stammt aus dem Jahr 1906. Der erste Prinz, der darin getauft wurde, war Gustaf Adolf, der damalige Erbprinz von Schweden und Vater von König Carl Gustaf. Es besteht aus Baumwollbatist, Valenciennes-Spitze und Satin.

Die Eltern zeigen sich mit dem Täufling den vielen Schaulustigen, die bei strahlendem Sonnenschein gewartet haben.  Prinzessin Madeleine trägt ein Kleid in zartem rosé mit Spitze aus dem Hause "Valentino".
Prinzessin Leonore schlummert auf dem Arm ihrer Mutter in dem königlichen Taufkleid.
© Dana Press

1935, zur Taufe von König Carl Gustafs Schwester Prinzessin Margaretha, wurde das Kleid um einen cremefarbenen Überwurf aus Seidensatin ergänzt. Auf dessen Rand sind, fein eingestickt, die Namen der bisherigen Träger und das Taufdatum verewigt.

Taufwasser

Von großer symbolischer Bedeutung beim Sakrament der Taufe ist das Wasser, das dem Täufling über den Kopf geträufelt wird. Für royale Täuflinge in Schweden wird Taufwasser aus einer Quelle in Öland genommen. Diese Tradition begann das Königspaar bei seinen drei Kindern. Und diese wird bei den Enkelkindern fortgeführt.

Auf Öland hat die Königsfamilie ihren Sommersitz, das Schloss Solliden. Hier verbrachte Prinz Nicolas auch seinen ersten Sommer - und die ersten offiziellen Bilder mit seinen Eltern entstanden hier.

Der Orden des Königs

König Carl Gustaf verlieh schon seinen beiden Enkelinnen Estelle und Leonore bei ihrer Taufe den Seraphinen-Orden. Bei Prinz Nicolas wird ihn ebenfalls erhalten.

Liebevoll streicht König Carl Gustaf seiner jüngsten Enkelin, die weiter friedlich schlummert, über den Kopf.
Prinzessin Leonore mit dem Seraphinen-Orden bei ihrer Taufe 2014.
© Dana Press

Der höchste Orden Schwedens, der im 18. Jahrhundert gestiftet wurde, hängt an einer Kette oder einem hellblauen Band. Er ist weißemailliert mit goldenem Rand, hat ein blauemailleirtes Mittenmedaillon mit drei goldenen Kronen und Christus Monogramm. Über dem Ordenskreuz die goldene Königskrone zu sehen.

Er wird nur an die Mitglieder des schwedischen Königsfamilie und ausländischen Staats- und Würdenträger verliehen. So ist Queen Elizabeth genauso Trägerin des Seraphinen-Ordens wie Königin Margrethe von Dänemark, Spaniens König Felipe, Kronprinz Haakon von Norwegen und sein Vater Harald.

Salutschüsse

Zur Taufe von Prinz Nicolas wird noch einmal, wie bei seiner Geburt im Juni, Salut gefeuert. 21 Schüsse werden zu hören sein.

Gala

Prinz Nicolas von Schweden


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