VG-Wort Pixel

Prinz Nikolai von Dänemark "Ich bin so anders aufgewachsen als meine Eltern“

Prinz Nikolai in der "Vogue Scandinavia"
Prinz Nikolai in der "Vogue Scandinavia"
© Vogue Scandinavia
Er ist der Shooting-Star des dänischen Königshauses: Prinz Nikolai ist der älteste Sohn von Prinz Joachim und seiner ersten Frau, Alexandra, Gräfin von Frederiksborg. Der 22-Jährige steht an siebter Stelle der dänischen Thronfolge. Doch nach der Krone greift er nicht – dafür aber nach den Sternen.

Eigentlich sollte Prinz Nikolai, 22, die letzten Tage seines Auslandssemesters in Paris an der Seite seiner Freundin Benedikte Thoustrup verbringen. Doch der Neffe des dänischen Thronfolgers Prinz Frederik, 53, hat einen Job in London angenommen. Ein willkommener Nebenerwerb zu seinem Business-Studium – und ein Studentenjob mit Glamourfaktor. Der Enkel von Königin Margrethe, 81, verdient sich einige Extra-Kronen beim Modeln – bevorzugt für das High-Fashion-Label Dior.

Prinz Nikolai: Der royale Schein trügt

Ein Zubrot mit Star-Faktor, als ob sein Status als Mitglied der dänischen Königsfamilie nicht Strahlkraft genug hätte. Die Autorin der "Vogue Scandinavia", die den attraktiven Prinzen am Bahnhof der britischen Hauptstadt zum Interview trifft, scheint zumindest angemessen nervös vor der Begegnung mit dem königlichen Spross zu sein. Offenbar zu Unrecht, denn der leger in Jeans und Hoodie gekleidete 22-Jährige begrüßt sie sofort mit Handschlag und mit einem unkomplizierten: "Ich bin Nikolai."   

Auf dem Weg zum Auto entspinnt sich ein lockerer Smalltalk über die Anreise: "Es war gut, ein bisschen dunkel. Ich konnte draußen nichts sehen," erklärt der Prinz. Dazu kamen Probleme mit dem WLAN. Kein guter Tag für den Motorsportfan, der eigentlich den Formel-1-Grand-Prix verfolgen wollte. Stattdessen habe er Musik von seiner Playlist auf dem Iphone gehört, erfährt Allyson Shiffman. Sein aktueller Favorit: John Mayer. Der Amerikaner mache "nice, chillige Musik", findet Nikolai.

"Ich war super nervös"

Beim gemeinsamen Abendessen im Hotel-Restaurant dreht sich das Gespräch um seine Laufstegkarriere. Sein Debüt als Model gab Nikolai 2018 bei der Herbst-Winter-Show der Edel-Marke "Burberry“. Trotz aller Rampenlicht-Erfahrung als dänischer Royal hat er seine Fashion-Premiere offenbar alles andere als gelassen absolviert. "Ich war super nervös", erinnert er sich. "Ich bin an die Presse und die Kameras gewöhnt … daran, mein ganzes Leben lang eine Person des öffentlichen Lebens zu sein." Die Modewelt allerdings ist erst einmal ein anderes Universum, das es vorsichtig zu erkunden gilt. Doch zu spät: Die Industrie reißt sich um den schönen Royal. Bald schon klopft Dior bei ihm an

Doch ziemt es sich wirklich für einen Prinzen, über den Catwalk zu laufen? "Niemand war dagegen", betont Nikolai – und fügt hinzu: "Natürlich musste ich mich erklären – das müsste ich bei allem tun, was ich tue. Wenn ich in irgendeiner Branche einen neuen Job hatte oder mit dem Studium anfing, musste ich das auch meiner Familie erklären. Nicht auf eine schlechte Art oder so."

Eigentlich wollte Nikolai in Hongkong studieren

Der Sohn von Prinz Joachim, 52, und seiner geschiedenen Frau Alexandra von Frederiksborg, 57, verlässt sich nicht bloß auf seine guten Gene. Seit 2019 studiert er Business Administration und Service Management an der Copenhagen Business School. Aktuell absolviert Nikolai ein Auslandssemester in Frankreich, obwohl er ursprünglich ein anderes Ziel im Kopf hatte. "Ich wollte nach Hongkong," verrät er. "Wegen der Herkunft meiner Mutter."

Gräfin Alexandra wurde in der Stadt geboren, nach der sich ihr Ältester eigentlich sehnte. In den Neunzigern lernte sie Nikolais Vater bei einem Abendessen kennen. Die Tochter eines chinesisch-englischen Vaters und einer österreichisch-tschechischen Mutter heiratete am 18. November 1995 den Sohn der dänischen Königin. Das Paar bekam zwei Söhne: Nikolai und den heute 19-Jährigen Prinz Felix. Zehn Jahre nach dem Jawort ließen sich die beiden scheiden. Für ihre Kinder sind sie bis heute Motor und Anker zugleich: "Sie sind meine größten Fans", sagt ihr Erstgeborener.

Der Prinz muss alleine für sich sorgen

Und warum sollten sie ihn nicht darin unterstützen, seine eigenes Geld zu verdienen? Im Jahr 2016 legte seine Großmutter fest, dass sieben ihrer acht Enkelkinder kein Gehalt mehr vom Staat erhalten sollen. Lediglich der künftige Thronfolger Prinz Christian, 16, wird auch zukünftig in den Genuss der finanziellen Unterstützung kommen. Nikolai muss für sich alleine sorgen.

Die Monarchie denkt inzwischen zukunftsorientiert. Die alten Zeiten, das stabile Netz seines Vaters und seines Onkels bleiben Nikolai verwehrt. Für diesen Wandel hat er eine eigene Theorie: "Ich denke, das liegt vor allem an der Digitalisierung. Ich bin so anders aufgewachsen als meine Eltern", sinniert er. "Ich habe mein eigenes Telefon – wer hatte das vor 50 Jahren?"

Doch das angesprochene Handy ist für den jungen Royal vermutlich Fluch und Segen zugleich. Einerseits wertvolles Kommunikationsmittel, andererseits Datenbank für unzählige Fotos oder Videos, die von Presse oder Fans hochgeladen wurden. Nikolai versichert jedoch, er kümmere sich nicht groß darum. Außer es fällt ihm vor die Füße. "Manchmal stolpere ich beim Einkaufen über eine Zeitung mit mir oder meiner Familie und lese nur die Titelseite“, sagt er. In Paris offenbar eine Seltenheit. Dort kümmert man sich nicht um die Belange des dänischen Königshauses.

Quoi? Französisch ist ihm fremd

Was verwundert: Trotz seines französischen Großvaters Prinz Henrik, 82, und seiner ebenfalls französischstämmigen Stiefmutter Prinzessin Marie, 45, beherrscht Nikolai die Sprache nicht. "Ich spreche kein Wort fließend, aber ich versuche, Französisch zu sprechen, wenn ich in einem Restaurant oder Geschäft bin."

Seine Kommiliton:innen in Paris wissen nicht um seine Herkunft. Außer natürlich Freundin Benedikte. Sie sei diejenige, die ihn am meisten zum Lachen bringen könnte, sagt Nikolai. Der Prinz, der nach den Sternen greift, scheint auch gleich seine Sonne gefunden zu haben.  

Verwendete Quelle: voguescandinavia.com

Gala


Mehr zum Thema


Gala entdecken