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Prinz Haakon + Prinzessin Mette-Marit Millionen-Minus in ihrem Haushalt

Prinz Haakon + Prinzessin Mette-Marit
© Dana Press
Norwegens Kronprinzenpaar ist in den roten Zahlen: In der Jahresbilanz des Königshauses weist bei Haakons und Mette-Marits Haushalt ein dickes Minus auf. Zudem muss der Kronprinz einen Teil der Ausgaben künftig privat tragen, als Folge von Kritik an der bisherigen Abrechnungspraktik

Norwegens Königshaus hat den mit Spannung erwarteten Jahresbericht über die Finanzen abgelegt. Am Montag (24. April) ging das Dokument online und wurde intensiv studiert.

Seit etlichen Monaten hatte es immer wieder Kritik an der Verteilung der Apanage und der Abrechnungspraktik einzelner Posten des königlichen Haushaltes gegeben, die vor allem das Kronprinzenpaar Haakon und Mette-Marit betroffen hatten.

Was kriegt wer?

Etwas kompliziert ist die Situation, weil das Sekretariat des Kronprinzenpaares seit 2012 mit dem Kabinettssekretariat des Königs verschmolzen wurde, um die Organisation zu verschlanken, wie es damals hieß. Dennoch trennt der Staat seine Zuwendungen zwischen Königshaus und Kronprinzenpaar.

Weil der norwegische Staat dem Kronprinzen keinen (Amts-)Sitz zur Verfügung stellt, verpflichtet er sich zu einem finanziellen Ausgleich beziehungsweise zu einer Beteiligung zur Erhaltung des privaten Wohnsitzes Skaugum. Die buchhalterischen Herausforderungen, welcher Posten wohin gebucht werden.

Erst Überschuss, jetzt Defizit bei Haakon und Mette-Marit

Nach einem Überschuss von rund 130 000 Euro 2015 weist der Jahresbericht 2016 ein Minus in Höhe von rund 157 000 Euro beim Kronprinzenpaar auf. Die Apanagehöhe für das Kronprinzenpaar beträgt knapp eine Million Euro, wovon sich das Paar etwa 230 000 Euro privat genommen hat. Mit der Summe, so betont der Hof, werde auch die Bekleidungen bezahlt, die zu Repräsentationszwecke getragen werden.

Hof des Königs

Von der Bewilligung an das Kronprinzenpaar abgetrennt hat die "Königliche Zivilliste", also die Bilanz des Hofes von König Harald (mit dem eingegliederten Sekretariat des Kronprinzenpaares), ein Plus gemacht. Doch zum Jubeln ist kein Grund, denn das dicke "Plus" ermöglicht Bewilligungen für besondere Projekte. Das große Sicherheitsprojekt ist noch gar nicht in Gang gesetzt worden, Ausgaben fanden hierzu also noch gar nicht statt. Tatsächlich ist hat der tägliche Betrieb des Königshauses ein unangenehmes Minus von mehr als 530 000 Euro aufzuweisen.

Haakons private Einnahmen

Der Kronprinz hatte 2015 circa 150 000 Euro persönliche Einnahmen durch Vermietung. Doch er ließ die Hofmitarbeiter für seine Einzelfirma arbeiten - ohne Zahlung. Die Rechnung beglich also schlussendlich der Steuerzahler.

Aus dem neuen Jahresbericht, den "Dagbladet" in der Nacht der Veröffentlichung noch gründlich studiert hat, geht hervor, dass der 43-Jährige nun eine externe Firma zur Verwaltung von Skaugums vermieteten Gebäudeteilen engagiert hat. Es wurde zudem eingeführt, dass 10 Prozent der Lohnkosten aus dem privaten Stab des Kronprinzenpaares an die Einzelfirma des Königssohnes berechnet werden.

Auch seine Ferienhütte auf der Insel Risör vor Norwegens Küste wird nicht mehr von Hofmitarbeitern verwaltet. Haakon muss sich mit seinem Privatvermögen darum kümmern.

Weitere Kritik ist wahrscheinlich

Die Kritiken um die Finanzen des Hofes sind bis zum Parlament gedrungen, das sich eingeschaltet hatte. Die Änderungen, die aus dem Jahresbericht ersichtlich sind, wurden dort positiv aufgenommen. Martin Kolberg vom Kontroll- und Verfassungskomittee zu "Dagbladet": "In diesem Punkt ist uns das Königshaus in unserer Kritik entgegen gekommen."


Dennoch: Das Finanzthema wird für den norwegischen Hof nicht durch sein. Denn im Herbst stehen die neuen Budgetverhandlungen an. Die Volksvertreter werden, wie sicher auch die Medien, weiterhin sehr genau hinschauen und hinter den Kulissen wird wohl weiter darüber gerungen, was wohin gebucht werden darf.

Danapress


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