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Prinz Frederik Nur Prinz Christian soll Geld bekommen

Prinz Frederik + Prinz Christian
Prinz Frederik + Prinz Christian
© Dana Press
Seit langem stehen die Apanagen der dänischen Royals in der Kritik. Jetzt gab es dazu eine Reaktion des Königshauses, die Klarheit schafft und zeigt, wie Prinz Frederik künftig regieren will

Königin Margrethes Familie ist längst nicht so groß wie die von Queen Elizabeth - die Diskussion darüber, wem eine Apanage zusteht und wem nicht, fällt dennoch ähnlich aus. Sollen Ex-Schwiegertöchter eine Apanage erhalten, obwohl sie keine offizielle Funktion mehr erfüllen? Was ist mit den Enkeln und Urenkeln, die keine Aussicht auf den Thron haben und - mit oder ohne royalen Titel - normalen Berufen nachgehen werden?

Die Untertanen sind unzufrieden

In Dänemark beziehen verhältnismäßig viele royale Familienmitglieder Geld aus der Staatskasse und das führt zu einigem Ärger. Dass Königin Margrethe und Prinz Henrik sowie das Thronfolgerpaar Apanage erhalten, wird kaum kritisiert. Wenn man davon absieht, dass die Dänen sich nach wie vor schwertun mit der Rolle des pensionierten Königinnengemahls, der seinen Titel Prinzgemahl abgegeben hat.
Doch bei Prinz Joachim und seiner Familie geht es schon los. Und bei Gräfin Alexandra, Joachims Ex-Frau, wird fast nur noch wutschnaubend in der Bevölkerung diskutiert, warum sie weiterhin Geld erhalten muss.

Auch Prinzessin Benedikte, Königin Margrethes Schwester, bekommt eine Apanage. Sie übernimmt allerdings Repräsentationspflichten im Land, weshalb die Bezüge zumindest eher angemessen erscheinen dürften, als die von Graf Ingolf von Rosenborg und seiner Schwester Prinzessin Elisabeth. Der Cousin und die Cousine von Königin Margrethe treten überhaupt nur sehr selten in Erscheinung.

Endlich klare Aussagen

Die Diskussion erhielt nun allerdings einen wirkungsvollen Dämpfer - von offizieller Seite. Lene Balleby, Kommunikationschefin des dänisches Königshauses, brauchte dem dänischen Sender "DR" nur einen Satz zu sagen: "Es besteht [von Seiten des Hofes, Anm. der Red.] keine Erwartung, und es hat diese Erwartung auch nie bestanden, dass andere als Prinz Christian in seiner Zeit einmal Apanage erhalten soll."

Ein Paukenschlag und eine Aussage, die keinesfalls ohne Besprechung mit Kronprinz Frederik als künftigem König gefallen sein dürfte. Er hat also offenbar bereits feste Vorstellungen darüber, wie "sein" Königshaus künftig aussehen soll und signalisiert damit mehrere Dinge.

Obwohl auch seine jüngeren Geschwister gelegentlich schon kleinere Aufgaben im royalen Tagesgeschäft übernehmen, wird Prinz Christian, als künftiger Thronfolger, künftig deutlich mehr im Fokus stehen.
Obwohl auch seine jüngeren Geschwister gelegentlich schon kleinere Aufgaben im royalen Tagesgeschäft übernehmen, wird Prinz Christian, als künftiger Thronfolger, künftig deutlich mehr im Fokus stehen.
© Dana Press

Frederiks Vision für Königshaus

Der 48-Jährige will sich in punkto Apanagen wohl an das halten, was in der dänischen Verfassung verankert ist. Dort steht nämlich festgeschrieben, wer ein Anrecht auf Geldzahlungen hat. Das ist der Regent und logischerweise dessen Ehepartner. Apanage soll auch der Hinterbliebene des verstorbenen Monarchen bekommen.

Zuletzt gab es diese Situation bei Königin Ingrid, die ihren 1972 verstorbenen Mann König Frederik IX. überlebte - und es wäre genauso der Fall für Prinzgemahl Henrik, sollte er länger als Königin Margrethe leben. Geld braucht außerdem der jeweilige Thronfolger (oder die Thronfolgerin) und dessen Ehepartner, damit er/sie sich auf die Aufgabe der Regentschaft vorbereiten kann und immer zur Verfügung steht, auch als Stellvertreter ab der Volljährigkeit.

Kronprinz Frederik signalisiert überdies, dass er den Kreis der Repräsentanten verkleinern will. Und dass sich seine Untertanen daran gewöhnen sollen, dass seine anderen drei Kinder Isabella, Vincent und Josephine in das Berufsleben einsteigen werden. Das kann natürlich im In- oder Ausland sein. Sie werden also kaum in der Öffentlichkeit auftreten und nur mit Ausnahme - wenn er als König es wünscht - zu Repräsentationsaufgaben zur Verfügung stehen. Für den Fall, dass die drei solche Aufgaben übernehmen, muss er als König aus seinem Budget für die eventuellen Kosten aufkommen.

Die vier Kinder von seinem Bruder Joachim werden durch die angestrebte Regelung ebenfalls ausgenommen. Prinz Nicolai, Prinz Felix, Prinz Henrik und Prinzessin Athena werden sich ebenfalls Berufe suchen müssen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Vollzeit-Royals werden auch sie nicht werden können. 

Änderung per Gesetz

Wie kam es aber dazu, dass unter Königin Margrethes Regentschaft mehr Familienmitglieder Apanage beziehen, als es in der Verfassung steht? Schlichtweg, weil es das Parlament per Gesetz so bestimmt hat. 1995 wurden die Regeln der Apanage per Zusatzgesetz geändert, als Prinz Joachim Alexandra Manley heiratete.

Wie es zu dem Gesetzesvorschlag kam, darüber kann nur spekuliert werden. Grundsätzlich kann der Hof um finanzielle Unterstützung anfragen. Ob diese aber bewilligt wird, liegt alleine in der Hand der Volksvertreter.

Sieben von acht Enkelkindern von Königin Marethe kriegen wohl, wenn sie erwachsen sind, keine Apanage. Das heißt für Isabella, Athena, Henrik, Josephine, Vincent, Felix und Nicolai also, sie werden sich im normalen Berufsleben bewähren müssen.
Sieben von acht Enkelkindern von Königin Marethe kriegen wohl, wenn sie erwachsen sind, keine Apanage. Das heißt für Isabella, Athena, Henrik, Josephine, Vincent, Felix und Nicolai also, sie werden sich im normalen Berufsleben bewähren müssen.
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Königin Margrethes Ziel war es offenbar noch, eine große Familie im Dienste der Krone um sich zu scharen. Kronprinz Frederik, der künftige König, hat anscheinend andere Vorstellungen.

Richtige Signale

Die klare Aussage des Hofes in der Apanage-Frage und die eingeleitete Modernisierung imponiert den Dänen gerade. Royale Beobachter sprechen heute davon, dass es das Königshaus verstanden hat, die richtigen Signale zu geben.

Karen Diehn mit Material von Danapress Gala

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