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Prinz Frederik Er reist nach Regierungsentscheid nicht zur WM nach Katar

Prinz Frederik
© Dana Press
Prinz Frederik fliegt nicht zur umstrittenen Fußball-WM nach Katar. Das hat nun der Hof bestätigt. Zuvor erntete der dänsiche Kronprinz mit seinen ausweichenden Antworten auf Fragen nach Menschenrechtsverletzungen reichlich Kritik.

Er wollte diplomatisch wirken und trat in ein Fettnäpfchen: Anfang November 2022 sorgte Prinz Frederik, 54, während eines offiziellen Besuchs in Vietnam mit seinen Äußerungen über seine noch nicht feststehende Reise zur Fußballweltmeisterschaft nach Katar für Aufsehen.

Angesprochen auf die dort vorherrschenden Menschenrechtsverletzungen entgegnete der Kronprinz gegenüber der dänischen Zeitung "B.T." : "In meiner Welt geht es nur um den Sport." Autsch! Nun hat der Hof einen folgenschweren Entschluss getroffen: Für Frederik geht es nicht in den Mittleren Osten.

Prinz Frederiks Aussagen zur WM in Katar wirken wie blanker Hohn

Die Fußballweltmeisterschaft im Wüstenemirat ist höchst umstritten. Seitdem Katar 2010 den Zuschlag als Austragungsort bekam, seien laut eines Berichtes der britischen Tageszeitung "Guardian" mehr als 6.500 vorwiegend junge männliche Gastarbeiter, die beim Bau der WM-Stadien halfen, verstorben. Zuletzt sorgte der katarische WM-Botschafter Khalid Salman, 60, mit seinen homophoben Aussagen in der ZDF-Dokumentation "Geheimsache Katar" für massive Kritik, behauptete, Schwulsein sei ein "geistiger Schaden".

In diesem Zusammenhang wirkt Prinz Frederiks diplomatischer Versuch, auf journalistische Fragen nach Katar auszuweichen, fast wie blanker Hohn gegenüber den Betroffenen. Neben seiner "Ich denke nur an Sport"-Aussage antwortete er auf die Frage von "Ekstra Bladet", ob er zur WM reise, Folgendes: "Die dänische Mannschaft hat immer meine Unterstützung, egal, wo sie auf der Welt spielt". Ein ebenfalls wenig eleganter Satz.

Es sei bemerkenswert, wie wenig ein Kronprinz auf solche Fragen vorbereitet sein kann, fand Jakob Steen Olsen, Königshaus-Kommentator der Zeitung "Berlingske" daraufhin. Dabei gäbe es eigentlich nur zwei Aussagen, die er sich merken müsste. Zum einen sollte er die Wichtigkeit der Menschenrechte für Dänemark unterstreichen. Gleichzeitig sollte er entsprechende Diskussionen von sich weg und auf die Regierung verweisen.

Offiziell bestätigt: Dänische Regierung und Kronprinz reisen nicht zur WM

Nach einigem Hin und Her steht nun offiziell fest, dass Dänemark keine offiziellen Vertreter:innen zur WM nach Katar schicken wird. Grund dafür sei, dass nach der Wahl vor wenigen Wochen noch keine neue Regierung gebildet wurde. Die amtierende Kulturministerin Ane Halsboe-Jørgensen, 39, hat laut der Tageszeitung "Berlingske" gegenüber der Nachrichtenagentur "Ritzau" mitgeteilt: "Der Schwerpunkt liegt jetzt auf der Bildung einer neuen Regierung. In der Zwischenzeit wird Dänemark nicht offiziell bei der Weltmeisterschaft in Katar vertreten sein."

Auch Prinz Frederik fliegt nicht hin, wie Lene Balleby, Leiterin der Kommunikationsabteilung des Königshauses, anschließend laut "B.T." gegenüber "Ritzau" bestätigt hat. Die königliche Familie sei auf einer Linie mit der derzeitigen Regierung und werde der Bestimmung folgen, nicht zur WM zu reisen, heißt es.

Verwendete Quellen: bt.dk, theguardian.com, zdf.de, ekstrabladet.dk, berlingske.dk

jse Gala

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