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Prinz Daniel + Prinzessin Victoria Internationale Kritik für ihren Konzertbesuch

Prinz Daniel und Prinzessin Victoria besuchten am 17. September die Saisoneröffnung des Königlichen Philharmonischen Orchesters in Stockholm.
Prinz Daniel und Prinzessin Victoria besuchten am 17. September die Saisoneröffnung des Königlichen Philharmonischen Orchesters in Stockholm.
© Getty Images
Endlich noch einmal im Konzertsaal! Noch vor wenigen Tagen genießen Prinz Daniel und Prinzessin Victoria die Saisoneröffnung des Königlichen Philharmonischen Orchesters in Stockholm. Doch was für das royale Paar wie ein kleiner kultureller Befreiungsschlag nach Monaten der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wirkt, löst international plötzlich Kritik aus.

Dieser Rüffel des renommierten internationalen Magazins "Vanity Fair" trübt vermutlich die Freude von Prinz Daniel, 47, und Prinzessin Victoria, 43, über ihren ersten Konzertbesuch seit Ausbruch des Coronavirus in Europa. "Weder die Darsteller noch die Zuschauer trugen Masken", klingt fein verpackte Kritik an. Und richtig: Die begrenzte Anzahl der 49 Konzertgänger trägt keinen Mund-Nasen-Schutz. Für die Schweden eine Maßnahme, die der bisher dort praktizierten Bekämpfung der Pandemie entspricht. Für viele andere Länder weltweit dagegen ein befremdlicher Anblick.

Prinz Daniel und Prinzessin Victoria: Wie beunruhigt ist die königliche Familie?

Das skandinavische Land hat während der letzten Monate einen alternativen Weg im Umgang mit Covid-19 eingeschlagen. Ein Lockdown, wie in vielen anderen europäischen Ländern, findet dort nicht statt. Ein gewagtes Experiment, wie sich zunächst zeigt: Innerhalb kürzester Zeit steigen die Fallzahlen an. Viele Menschen sterben in Folge einer Infektion mit dem Virus. Insbesondere Senioren sind davon betroffen.

Der Staat setzt jedoch weiterhin auf die Freiwilligkeit der Menschen innerhalb eines Rahmens. Auch dort sind Menschenansammlungen begrenzt, viele arbeiten im Homeoffice und auch schwedische Familien schlagen sich für einen längeren Zeitraum mit dem Thema Homeschooling herum. Trotzdem findet in der Zeit schwerster europaweiter Einschränkungen auf den Straße, in den Cafés noch das Leben statt. Die Schweden werden zur Eigenverantwortung gezogen. 

"Die Pandemie ist immer noch Realität"

In den vergangenen Wochen gehen auch im Königreich die Zahlen der Neuinfektionen zurück, ähnlich wie in anderen europäischen Ländern, die weitaus strengere Maßnahmen ergriffen haben. Das hat auch die königliche Familie veranlasst, wieder mehr Aufgaben in der Öffentlichkeit wahrzunehmen. "Die Pandemie ist immer noch Realität", stellt Prinzessin Victoria in ihrer Rede vor Konzertbeginn der Philharmoniker fest. "Wir können nicht alles auf die gleiche Weise wie zuvor tun. Aber mit Rücksicht und Sorgfalt können wir viel auf neue Weise tun, auch im Bereich der darstellenden Künste,“ wirkt die Tochter von König Carl Gustaf, 74, und Königin Silvia, 76, verhalten hoffnungsfroh.

Die vorsichtige Einschätzung der Thronfolgerin ist berechtigt. Inzwischen wird europaweit ein Anstieg der Fallzahlen prognostiziert. In Frankreich, Spanien und einer Reihe weiterer Länder spricht aktuell alles für eine zweite große Corona-Welle. 

Nachrichten, die auch bei der schwedischen Königsfamilie vermutlich Beunruhigung auslösen. Erst kürzlich spricht Königin Silvia über die vergangenen Monate im Zeichen von Corona. "Ich finde es unglaublich erschreckend, dass so viele ältere Menschen während der Pandemie gestorben sind", erklärt die 76-Jährige. Hört man da leise Kritik an der Taktik des schwedischen Staates?

Die Königsfamilie hält sich an die offiziellen Richtlinien

Hätten Victoria und Daniel nun also angesichts der drohenden Welle vielleicht doch vorsorglich einen Mundschutz im Konzertsaal tragen sollen? Der schwedische Hof äußert sich dazu in recht deutlicher Form und betont, die Königsfamilie halte sich an die offiziellen Richtlinien. Und diese besagen in erster Linie: Gute Handhygiene, einen Meter Abstand, maximal 50 Personen versammelt.

Erst kürzlich übrigens trägt Prinz Daniel einen Mundschutz bei einem offiziellen Besichtigungstermin. Der Hof erklärt sofort, der Gastgeber habe dies ausdrücklich gewünscht. So bleibt die durchaus berechtigte Maßnahme offenbar eine Ausnahme von den schwedischen Pandemie-Regeln. Wie die königliche Familie insgeheim zu den allgemein gelockerten Bedingungen in ihrem Land steht, bleibt wohl auch in Zukunft ein weitaus besser geschütztes Geheimnis. 

Verwendete Quellen: DANA, Vanity Fair, Weltgesundheitsorganisation WHO

ama Gala

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