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Prinz Christian Diese Geheimsprache muss er auf seiner neuen Schule lernen

Prinz Christian
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Prinz Christian muss bald nicht nur die Schule wechseln, sondern auch gleich eine neue Sprache lernen – und das ist eine, die es eigentlich gar nicht gibt. 

Am 9. August 2021 ist es soweit: Prinz Christian, 15, verlässt Schloss Fredensborg und zieht für drei Jahre in das Nobelinternat Herlufsholm. Eine große Veränderung für den Sohn von Prinz Frederik, 52, und Prinzessin Mary, 49: Schlafsaal statt königlichem Schlafzimmer, Schulkameraden statt Familie, Schuluniform statt Freizeitkleidung – und eine Geheimsprache, die es in sich hat.

Prinz Christian: Diese "Regel" gilt an seiner neuen Schule

In den letzten 150 Jahren entwickelten die Schüler:innen von Herlufsholm ein System zur Erfindung von Worten, das nur sie kennen, berichtet der dänische Fernsehsender "TV2". "Anfangs war es verwirrend, aber man kommt schnell dahinter", erklärt Internatsschülerin Charlotte Blixen-Finecke im Gespräch mit "TV2". Denn tatsächlich steckt ein System hinter den Wortneuschöpfungen, die als herlovianersprog – herlowische Sprache – bezeichnet werden.

Es wird vermutet, dass die Schüler:innen von Herlufsholm im Jahr 1830 damit begannen, die erste und die letzte Silbe eines Wortes zusammenzuziehen und daraus ein neues Wort zu bilden. So wird beispielsweise aus dem langen Wortgebilde Skolebygning (zu deutsch.: Schulgebäude) das Kürzel "skygning", aus Læsesal (zu deutsch: Lesesaal) wird "lal" und Salt og peber (zu deutsch: Salz und Pfeffer) werden zu "speber".

Obwohl diese Regel nicht immer gelte und manche Wörter so alt seien, dass man sich an ihren Ursprung nicht mehr erinnern könne, werden sie von den Kindern und Jugendlichen auch heute noch gerne im Schulalltag verwendet, heißt es im TV weiter. "Es ist wirklich toll, eine Sprache zu haben, die andere nicht verstehen, weil man sich dann sehr schnell als Teil einer großen Familie fühlt", sagt Blixen-Finecke.

Geheimsprache in Herlufsholm: Wer sich drückt, wird ausgelacht

Vor der neuen Sprache sollten sich Neuankömmlinge in Herlufsholm übrigens nicht drücken: Wer das tut, wird ausgelacht, schreibt ein ehemaliger Schüler 1996 in einem Aufsatz: "Als ich 1994 an die Schule kam, merkte ich schnell, so sehr ich es auch hasste, dass es notwendig war, all diese Ausdrücke im Handumdrehen zu lernen, denn wenn die Leute am Tisch nach gad (grønsagsfad, zu deutsch.: Gemüsegericht), kad (kødfad, zu deutsch.: Fleischgericht) oder sbræk (sømandsbræk, zu deutsch.: Leberpastete) fragten, [...] bekam man ein paar Lacher ab, wenn man sie wiederholt zum Übersetzen auffordern musste."

Verwendete Quelle: teda.dk

aen Gala

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