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Prinz Christian Auch seine neue Schule hat eine hässliche Vergangenheit

Prinz Christian
Prinz Christian
© Dana Press
Obwohl sich Prinz Christian auf dem Eliteinternat Herlufsholm immer sehr wohlgefühlt haben soll, besucht er nach den Sommerferien eine neue Schule, die allerdings auch nicht ganz skandalfrei ist. Sogar die Polizei wurde einst eingeschaltet.

Für Prinz Christian, 16, beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Nachdem bekannt wurde, dass sich das Eliteinternat Herlufsholm, das der Thronerbe bis vor Kurzem noch besucht hat, mit schwerwiegenden Gewalt- und Missbrauchsvorwürfen auseinandersetzen muss, haben Christians Eltern Prinzessin Mary, 50, und Prinz Frederik, 54, entschieden, ihren Sohn auf eine andere Schule zu schicken. Ihre Tochter Prinzessin Isabella, 15, wird das Internat ebenfalls nicht wie geplant nach den Sommerfeiern besuchen.

Diese Schulen werden Prinz Christian und Prinzessin Isabella besuchen

So verkündete der dänische Hof am Sonntag, 7. August 2022, in einem offiziellen Statement, dass Prinz Christian nach den Sommerferien die zweite Klasse des Ordrup Gymnasiums in Gentofte besuchen wird und Prinzessin Isabella bald in die neunte Klasse der Ingrid Jespersens Gymnasieskole in Kopenhagen eingeschult wird. 

Mit dieser Entscheidung soll endlich wieder mehr Ruhe in die dänische Königsfamilie einkehren; das Kronprinzenpaar stand zuletzt heftig unter Druck. Viele Dänen kritisierten, dass Mary und Frederik so lange gezögert haben, sich klar zu den Umständen in Herlufsholm zu äußern und dementsprechend zu reagieren.

Vorwürfe einer ungesunden Kultur am Ordrup Gymnasium – sogar die Polizei ermittelte

Ob es nach den Sommerferien wirklich ruhiger wird – unwahrscheinlich. Wie die dänische Zeitung "B.T." nun berichtet, hat auch das Ordrup Gymnasium eine unschöne Vergangenheit. So sollen im Jahr 2016 Vorwürfe einer ungesunden Kultur an der Schule ans Licht gekommen sein. Schülerinnen und Schüler, die zum Beispiel an der Schülerzeitung "Ztof" mitwirken wollten, hätten Auswahlrituale sexueller Natur durchlaufen müssen. Auch bei anderen Komitees der Schule soll das vorgekommen sein.

Zudem soll auch ein Sexvideo eines Teenagers verbreitet worden sein – der Fall ist auch bei der Polizei gelandet. Diverse Medien berichteten vor sechs Jahren über die Vorfälle an der Schule. Die Schülerzeitung gibt es heute nicht mehr.

Mobbing-Expertin unterstützt die Schule

Das Gymnasium nahm die Vorfälle damals sehr ernst und bat sogar Helle Rabøl Hansen, Assistenzprofessorin, Doktorin, Juristin und Forscherin im Bereich Mobbing, um Unterstützung. "Sie sind damals an mich herangetreten. Wir hatten einen runden Tisch, und sie schienen wirklich daran interessiert zu sein, einen Beitrag zu erhalten. Im Vergleich zu dem, was wir in Herlufsholm erlebt haben, hatte ich den Eindruck, dass die Schulleitung die Sache wirklich ernst nahm und das, was nicht funktionierte, infrage stellen wollte. Sie wollten etwas anderes", erklärt die Expertin nun auf Nachfrage von "B.T.".

Schulleiter äußert sich zu den Vorfällen aus 2016

Auch Schulleiter Søren Helstrup versichert, dass der Fall um die Schülerzeitung mittlerweile aufgearbeitet wurde. "Seit 2020 haben wir eine sehr gute Schülerzeitung, die 'Friser Nyt', die ein- bis zweimal im Jahr erscheint und von einer Gruppe von Schülern zusammen mit zwei Lehrern geschrieben und herausgegeben wird", erklärt er in einer E-Mail an "B.T.". Zudem betont Helstrup, "dass wir eine Schule mit einer gesunden Kultur haben, in der sich die Schülerinnen und Schüler einbezogen fühlen und nicht mit sexualisierendem und missbräuchlichem Verhalten konfrontiert werden. Außerdem sind wir uns mit Schülern und Eltern über unsere Werte im Klaren und richten uns nach unseren Studien- und Ordnungsregeln."

Ob sich die Dänen mit diesen Antworten zufriedengeben und die neue Schulwahl für Prinz Christian trotz der Vorkommnisse in der Vergangenheit akzeptieren werden, bleibt abzuwarten. Fest steht allerdings, dass Kronprinzessin Mary und Kronprinz Frederik sich auf weitere unangenehme Nachfragen gefasst machen müssen.

Verwendete Quellen: teda.dk

aen Gala


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