Kronprinzessin Mette-Marit: Ein Licht für jedes Opfer

Sie beugt sich hinunter zum Lichterteppich und zündet, tief in Gedanken versunken, eine Kerze in der Kathedrale von Oslo an. Mette-Marit kämpft mit den Tränen. Die Prinzessin trauert um die Opfer der Terroranschläge in ihrem Land – und besonders um ihren Stiefbruder Trond

Wie alle Norweger versucht sie, das Unfassbare zu begreifen

: Tags zuvor hatte der 32-jährige Amokläufer Anders Breivik zunächst im Osloer Regierungsviertel eine Bombe gezündet und dann auf der 38 Kilometer entfernten Insel Utøya ein Blutbad angerichtet. Mindestens 76 Menschen starben. Das Massaker im Jugendlager der sozialdemokratischen Arbeiterpartei sei eine "unfassbare Tragödie", sagte König Harald, der mit seiner Frau Sonja in die Kirche gekommen war.

Für die Kronprinzessin war das schreckliche Ereignis auch ein persönliches Unglück: Unter den Opfern ist Mette Marits Stiefbruder Trond Berntsen. Er hielt sich als Polizist außer Dienst auf Utøya auf und kam ums Leben, als er seinen zehnjährigen Sohn vor dem wild um sich schießenden Attentäter schützen wollte. Er habe versucht, den Angreifer festzunehmen, nachdem er vorher seinen eigenen Sohn in Sicherheit gebracht hatte, berichtet die Tageszeitung "Verdens Gang" unter Berufung auf Augenzeugen. Berntsen war der Sohn des zweiten Ehemanns von Mette Marits Mutter Marit Tjessem. Und auch wenn die Prinzessin nicht mit ihm aufgewachsen war, so waren ihre Gedanken bei der Trauerfeier wohl immer wieder bei ihm.

Vor der Osloer Kathedrale legten Tausende ihre Blumen nieder und zündeten Kerzen für die Opfer des Terroranschlages an.

Prinz Haakon beginnt mit seiner Kerze für die Opfer.

Mette Marit, 37, und ihr Mann Prinz Haakon, 38, hatten ihre Kinder Ingrid Alexandra, 7, Sverre Magnus, 5, sowie Marius, 14, aus einer früheren Beziehung der Prinzessin, in die Kathedrale mitgebracht. Damit wolle man ein Zeichen setzen und zeigen, wie wichtig es sei, die Kinder in die Trauerarbeit mit einzubeziehen.

"Es ist wichtig, dass wir zusammenstehen und einander stützen", hatte König Harald die Öffentlichkeit beschworen. König Harald, Königin Sonja und Prinz Haakon hatten sich bereits am Samstag zur Insel Utøya aufgemacht, um mit Überlebenden der Tragödie zu sprechen, ihnen Trost zu spenden. Die erste Welle der Anteilnahme erreichte Norwegen aus den skandinavischen Nachbarländern. Am Montagmittag wurde in Schweden, Dänemark, Finnland und Island eine Schweigeminute eingelegt, an allen öffentlichen Gebäuden hingen die Fahnen zum Zeichen der Trauer auf Halbmast. In Norwegen stand der Schienenverkehr um 12 Uhr still, die Arbeit an den Flughäfen und der Börse wurde niedergelegt. Das Mitgefühl ist grenzenlos.

Schwerer Gang: In der Domkirche zu Oslo zünden der kleine Prinz Sverre Magnus und Prinzessin Mette-Marit mit ihrem Mann Prinz Haakon Kerzen für die Opfer des Bombenanschlags und des Amoklaufs an. Der Rest der Königsfamilie ist selbstverständlich auch dabei.

Eine sichtlich erschütterte schwedische Kronprinzessin Victoria gedachte mit Prinz Daniel in Stockholm in einem Trauergottesdienst der Terroropfer. Aus allen Teilen der Welt trafen Beileidsbekundungen in Norwegen ein. Auf der Homepage des schwedischen Königshauses erklärte König Carl Gustaf, er und Königin Silvia nähmen "mit Bestürzung und Abscheu" Anteil an den Geschehnissen. "Mir fehlen die Worte. In Zeiten solch schwerer Unglücke müssen wir einander stützen", so der König.

Auch Dänemarks Königin Margrethe drückte in einem Kondolenzbrief an die norwegische Königsfamilie ihr Mitgefühl aus. "Wir sind entsetzt von den tragischen Ereignissen, unsere Gedanken sind bei den Familien der Opfer und beim norwegischen Volk", heißt es dort. Queen Elizabeth II. zeigte sich ebenso tief betroffen und geschockt: "Unsere Gebete und Gedanken sind bei all denen, die von diesen schrecklichen Gräueltaten betroffen sind", schrieb sie an König Harald. Sandra Reitz

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