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Königin Silvia + Prinzessin Madeleine Ganz schön mutig!

Königin Silvia und Prinzessin Madeleine
© Action Press
In unserer Kolumne "Royals Inside" berichten wir über die Adelshäuser dieser Welt - heute über den mutigen Rückzug von Königin Silvia und Prinzessin Madeleine von einer Preisverleihung, der viel Lob bekommt

Einweihungen, Preisverleihungen und andere Feiern mit ihrer Anwesenheit adeln, das gehört zum royalen Alltag, auch für die schwedische Königsfamilie. Eine eigene politische Meinung zu äußern, Stellung zu beziehen, das ist dagegen bei den Royals tabu. Umso erstaunlicher ist der Rückzieher, für den sich Königin Silvia und ihre Tochter Prinzessin Madeleine am Mittwoch (28. August) entschieden: Bei der Verleihung des "Polar Music Price" in Stockholm erwartete man - sicherlich zur Freude der Organisatoren - die gesamte schwedische Königsfamilie. Sogar Prinzessin Madeleine und Ehemann Chris O'Neill sollten kommen. Während Prinzessin Victoria, Ehemann Daniel und König Carl Gustaf gut gelaunt über den roten Teppich schritten und für die Fotografen posierten, tauchten die Königin und ihre Tochter nicht auf. Auch durch den Hintereingang schlüpften sie nicht noch nachträglich in den Festsaal des "Rigoletto" in Stockholm. Erst beim anschließenden Dinner waren sie wieder dabei.

Natürlich fiel ihr Rückzieher auf und die Frage nach dem Warum machte schnell die Runde. Inzwischen ist klar, wie es dazu kam: Die beiden königlichen Damen hatten nicht etwa kurzfristig andere Verpflichtungen übernommen, sie entschieden sich vielmehr, wie Königin Silvia einen Tag nach der Preisverleihung der schwedischen Zeitung "Expressen" bestätigte, ganz bewusst nicht zu der Preisverleihung zu gehen. Mit dem "Polar Prize" sollte nämlich der amerikanische Sänger Chuck Berry, der aus gesundheitlichen Gründen allerdings nicht nach Schweden kommen konnte, geehrt werden. Die Vergangenheit des 87-Jährigen wog offenbar für die Königin und Prinzessin Madeleine einfach schwerer als die Repräsentationsverpflichtung. Denn in den 1950er Jahren geriet Berry mit dem Gesetz in Konflikt und wurde zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Der Vorwurf lautete auf Prostitution mit Minderjährigen beziehungsweise Menschenhandel.

Königin Silvia und Prinzessin Madeleine engagieren sich gemeinsam mit ihrer "World Childhood Foundation" für bessere Lebensbedingungen von gefährdeten, bedürftigen und ausgebeuteten Kindern. Dieses Engagement und die Ehrung von Chuck Berry stürzten die beiden kurz vor der Preisverleihung offenbar in einen Gewissenkonflikt. Sie habe das Gefühl gehabt, es sei nicht in Ordnung gewesen, teilzunehmen, sagt Königin Silvia "Expressen". Sich zurückzuziehen sei eine "schwierige Entscheidung" gewesen, an der die gesamte königliche Familie beteiligt war. Und: "Ich hoffe, dass es dem Polar-Preis in keiner Weise geschadet hat."

Für ihren Mut und ihren konsequenten Rückzug beim "Polar Prize" bekommen die schwedische Königin und ihre Tochter bereits jede Menge Zuspruch, vor allem auf Facebook. Auf der Seite des Königshauses dankte eine Userin Königin Silvia und Prinzessin Madeleine dafür, ihrem Herzen und ihrem Mut gefolgt zu sein. "Es macht uns stolz auf unsere königliche Familie!". Eine andere schrieb: "Gutes und wichtiges Zeichen bei der Polar Music Preis Zeremonie! Gut gemacht!" Und eine andere kommentierte: "Seriös, vertrauenswürdig und ehrlich!"

Gala


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