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Königin Margrethe Royaler Streit in Dänemark?

Königin Margrethe
© Dana Press
Königin Margrethe hatte Geburtstag – doch Sohn Prinz Joachim schwänzte die Feier. Nicht sein erster Fauxpas. GALA kennt die Hintergründe.

Sie winkte, lächelte und stimmte das traditionelle "Hurra" an. Ihren 79. Geburtstag am 16. April feierte Königin Margrethe mit augenscheinlich bester Laune auf ihrer Sommerresidenz Schloss Marselisborg bei Aarhus. An ihrer Seite: Kronprinz Frederik, 50, mit Ehefrau Mary, 47, und den vier Kindern Christian, 13, Isabella, 11, Vincent und Josephine, beide acht. Von Margrethes jüngerem Sohn Joachim und seiner Familie (Ehefrau Prinzessin Marie und ihren Kindern Prinz Henrik und Prinzessin Athena sowie Prinz Nikolai und Prinz Felix) fehlte dagegen jede Spur.

Königin Margrethe braucht Unterstützung ihrer Söhne

Bis zuletzt wollte sich der Hof nicht dazu äußern, wer mit der Königin auf die Schlossterrasse tritt. Die "anwesenden Mitglieder der Königsfamilie" hieß es kryptisch. "Unverschämt" findet das der dänische Adelsexperte Søren Jakobsen. Margrethe brauche die Unterstützung ihrer Söhne nach dem Tod von Prinz Henrik mehr denn je. In der Vergangenheit hatte er sie stets begleitet. Ihr mit 83 Jahren verstorbener Ehemann soll es auch gewesen sein, der die Familie über die Jahre zusammenhielt. Mit seinem Tod im Februar 2018 brach dieses verbindende Element weg. Schon zu Frederiks Feier seines 50. Geburtstags im Mai 2018 war Joachim nur widerwillig erschienen. Erst in letzter Sekunde hatte er damals die Teilnahme an einem gleichzeitig stattfindenden Autorennen abgesagt – und kam.

Prinz Joachim verärgert Dänemark 

Prinz Joachim und seine Ehefrau Marie stecken mitten im Umzug. 
Prinz Joachim und seine Ehefrau Marie stecken mitten im Umzug. 
© Getty Images

Zu beschäftigt für ein Ständchen in Aarhus kann Joachim aber nicht gewesen sein. In diesem Monat übernahm er nur vier Termine. Seine Familie ist zurzeit vor allem mit ihrem Umzug nach Paris beschäftigt. Dort beginnt Joachim im Sommer eine einjährige Offiziersausbildung. Mit seiner Entscheidung, nach Frankreich zu ziehen, sorgte der Prinz bei seinen Landsleuten für große Empörung. Der Grund: Er nimmt seine Apanage von rund 40.000 Euro mit nach Paris – seinen Prinzenjob wird er dort aber kaum ausüben können. Doch genau für diese Verpflichtungen erhalten die nichtregierenden Mitglieder von Königsfamilien die Zahlung. Das dänische Gesetz schränkt den Anspruch im Ausland ein. Nur in Ausnahmefällen erhalten Königliche die finanzielle Zuwendung auch dort. Dem muss das Parlament zustimmen. Doch bei den Parlamentariern ist nie eine Anfrage des Hofes eingegangen.

Gute Miene zum bösen Spiel

Druck von außen, Druck von innen. Anmerken lässt sich Königin Margrethe das an ihrem Ehrentag nicht. "Sie haben es mit einer Frau zu tun, die ihr gesamtes Leben unter Kontrolle hat", sagte Søren Jakobsen einst über die Monarchin. Aufmerksame Beobachter sahen in Aarhus eine gestresste Königin: Als sich die Türen hinter ihr schlossen, fiel sie aus der Rolle – und griff zuerst zum Sektglas.

Gala

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